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Die (gar nicht so) wundersame Wandlung Werders (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Mittwoch, 05.02.2020, 09:04 (vor 2410 Tagen) @ Sascha

Werder hat uns durch eine extreme Raumverdichtung im letzten Spieldrittel bis in die zweite Halbzeit hinein kaum Räume für unser Spiel gelassen.

Was aber auch dadurch vereinfacht wurde, dass unsere linke Seite mit einem technisch völlig limitierten Schulz ziemlich tot war

Schulz ist kein Spieler, der gegen tiefer und kompakter stehende Teams seine Stärke, die Dynamik, einbringen kann. In 1:1-Situationen, in denen er nicht aus vollem Lauf agieren kann, scheint er überfordert. Ballan- und -mitnahme sowie Passspiel sind nicht auf einem Niveau, das ein Einbinden in Kombinationen sinnvoll erscheinen lässt. Seine Hereingaben sind leider sehr ungenau, um es freundlich auszudrücken. Sie mögen gegen ungeordnete (weil in Rückwärtsbewegung befindliche) Abwehrreihen noch etwas bewirken, gegen diszipliniert stehende bzw. gegen eher aktiv verteidigende Teams wie gestern bringen sie wegen ihrer Ungenauigkeit leider nichts.

und wir ansonsten auch wieder im Mittelfeld ein schwaches Passspiel hatten. Wir machen es dem Gegner teilweise auch leicht, weil wir durch Pässe in den Fuß das Tempo selber niedrig halten. Vor allem die Bälle raus auf die höher stehenden Außenverteidiger müssen, wenn etwas Platz da ist, immer zwei, drei Meter in die Tiefe gehen, damit sie reinlaufen und die Geschwindigkeit hoch halten können. Stattdessen gehen die Bälle in den Stand und dann wird es schwer, in die Gänge zu kommen.

Man muss allerdings auch sagen, dass Werder gerade dies zumeist sehr gut unterbinden konnte. Die Passgeber wurden unter Druck gesetzt und vor allem die Passadressaten waren sofort vom mehreren Spielern zugestellt, ebenso wie die Passwege. Da blieb zumeist gar nichts anderes übrig als der Pass in den Fuß. Symptomatisch auch, dass auch die technisch hochtalentierten Spieler wie Sancho häufig gar nicht in 1:1-Situationen kamen, weil sie sich immer einer Überzahl an Werderspielern gegenübersahen.

Werder hat in dieser Saison bislang in jedem Spiel so ab der 60. Minute körperlich abgebaut. Einer der Kritikpunkte an Kohfeldt. Auch wenn die Spieler gestern durch die spezifische Pokalsituation vielleicht mehr aus sich herausgeholt haben mögen, wir sind erst zu gescheiten Pässen in den Lauf (und nicht in den Fuß) gekommen, als bei Werder die Kräfte zusehends schwanden, weil sie die Passwege immer weniger zulaufen, die Passgeber nicht mehr so attackieren und die Passadressaten nicht mehr so zustellen konnten wie sie es ungefähr eine Stunde lang gemacht haben.

Es war abzusehen, dass Werder diese Spielweise nicht wird durchhalten können und wir in der letzten halben Stunde des Spiels vermehrt zu klareren Chancen kommen werden. Allerdings haben uns wieder dumme, vermeidbare, nicht erzwungene Fehler in der Defensive Gegentore eingebracht. Ist unsere Chancenauswertung dann am Ende des Spiels nicht effizient genug, dann können wir das Spiel auch nicht mehr drehen.


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