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paco wechselt zu villarreal, Favres Rolle (BVB)

Bembele, Münster, Freitag, 31.01.2020, 14:26 (vor 2412 Tagen) @ Ravenga

Irgendwie fühlt sich der Wechsel sehr seltsam an.

Das ist in der Tat sehr zweifelhafter Wechsel vor der Sommerpause. Nicht nur, dass das kürzliche Eingeständnis von Watzke (und seinem Beraterkreis), keinen zweiten Stürmer geholt zu haben, sich (vorübergehend) nach wenigen Wochen als heiße Luft erwiesen hat. Denn nur wer an Märchen glaubt, wird auch glauben, dass Haaland den Rest der Saison unverletzt beenden wird (wenn er denn regelmäßig spielt). Was aber, wenn es sich verletzt/erkrankt? In der Hinserie in Salzburg hat er deswegen in 5 Spielen gefehlt.

Um die anspruchsvollen Saisonziele in 3 Wettbewerben zu erreichen, ist ein zweiter Stürmer mit Torgarantie zweifellos erforderlich, denn die von Favre oft probierte Notlösung der falschen 9 ging ja oft nach hinten los. Die Torgarantie ist mit dem Namen Paco sehr eng verbunden – aller seiner spielerischen Defizite zum Trotz. Kein anderer Torjäger hat – über die letzten beiden Saisons gerechnet (und bei mindestens absolvierten Spielen) – in der Bundesliga regelmäßiger getroffen als Paco und zwar mit Abstand (alle 75 Minuten ein Tor). Zum Vergleich: Lewandowski trifft alle 108 Minuten, Werner alle 157.

Und er hätte vermutlich noch öfter getroffen, wenn er öfter gespielt hätte. Und nicht nur die Verletzungen stoppten ihn, sondern auch Favre selbst. Denn von Anfang an hat er ihn in der letzen Saison und in fast allen 13 ersten Saisonspielen immer nur (oft ziemlich spät) eingewechselt, und immer (!) mit dem Hinweis auf Trainingsrückstand. Und auch in den letzten 4 Spielen dieser Hinserie, wurde er, obwohl gesund, nur noch in der Nachspielzeit eingesetzt. Gerade in Hoffenheim hätte er in der zweiten Halbzeit sicher nicht ungefährlicher agiert als die Elf ohne Stürmer. Dass er ein Formtief hatte am Ende des Jahres, wie der Kicker schrieb, entbehrt mangels Spielminuten also jeder Grundlage. Ohne Vertrauen des Trainers wird es schwierig für jeden. Und schwierige Fälle im Mannschaftskreis kann man als Trainer auch anders moderieren, wie z.B. der Fall der abwanderungswilligen Werner und Harit zeigte.

Das ist aber typisch Favre. Er setzt auf gewisse Spieler und läßt grundlos andere fallen, so z.B. JB Larsen, Zagadou. Der letztgenannte wurde in den ersten 13 Saisonspielen überhaupt nicht berücksichtigt (18 Min Spielpraxis insgesamt), obwohl z.B. Akanji sich reihenweise Fehler erlaubte. Erst nach der blamablen Leistung gegen Paderborn und der Schelte von Watzke auf der Jahreshauptversammlung, war Favre gezwungen etwas zu verändern und mal Zagadou zu bringen. Und auf einmal wundert er sich, dass er gut spielt. Er ist doch Trainer, also müßte ihn das nicht überraschen.
Ebenso verfuhr er mit Haaland. Ihn mit Hinweis im ersten Spiel erst einmal einzuwechseln, ist natürlich verständlich. Aber selbst in Augsburg hätte Favre, gemäß seiner späten Einwechselpraxis, ihn bei günstigerem Spielverlauf sicher nur 10-15 Minuten gebracht statt 34 Minuten. Denn auch eine ganze Trainingswoche später gegen Köln hätte er ihm doch noch mehr Spielpraxis verschaffen können/müssen, also mindesten eine Halbzeit, um noch mehr in Form zu kommen…aber Pustekuchen, da waren es doch nur 24 Minuten. Mal sehen, was morgen passiert….


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