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Neu auf schwatzgelb.de: VAR im Fußball: Warum der Videobeweis reformiert werden muss (BVB)

John Silver, Berlin, Dienstag, 10.03.2026, 13:57 (vor 2 Stunden, 11 Minuten) @ Sascha

Ich möchte eigentlich schon in der Einleitung widersprechen: der VAR im Einsatz bei Toren ist falsch, falsch und falsch. Ich habe das Samstag erst wieder gemerkt. Guirassy erzielt das Tor aus einer Position heraus, die aus dem Block eindeutig nach Abseits aussieht. Die Fahne des Assistenten geht zwar nicht hoch, aber trotzdem erwartet alles in mir, dass sich der Schiri ans Ohr greift und drei Minuten später wieder ein "0:0" auf der Anzeigentafel steht.

Von mir aus kann man rote Karten, Tätlichkeiten und Elfmeter checken (auch wenn ich dann solche Entscheidungen wie beim ersten Elfer für den HSV in Wolfsburg für komplett sinnfrei halte), aber Tore müssen für mich einfach unantastbar sein. Ja, dann war vielleicht mal das Schienbein eines Angreifers im Abseits und vielleicht ist dem Torschützen der Ball in der Annahme an den Arm gesprungen - das ist für mich alles ein sehr geringer Preis für die Verbindlichkeit und Unmittelbarkeit des Torjubels.

Sehe ich ganz genauso. Die Spontaneität ist der größte Verlust, den wir durch den VAR erleben - Spieler ja genauso wie das Publikum. Das ist durch einen - oft nur behaupteten - Mehrwert an Gerechtigkeit nicht aufzuwiegen. Bei Guirassy am Samstag ging es mir genauso: ich war total sicher, dass das Tor gleich kassiert wird.

Der ursprüngliche Gedanke war ja mal gewesen, himmelschreienede Ungerechtigkeiten (wie damals das Phantomtor von Helmer) zu verhindern. Für solche Situationen und versteckte Tätlichkeiten, die keiner der Schiris wahrnimmt, ließe sich ja vielleicht eine VAR-ähnliche Instanz aufrechterhalten.

Challenges, so sehr ich sie im Eishockey schätze (wo vieles aber auch noch sehr viel unübersichtlicher ist), passen m. E. nicht zum Fußball, auch weil sie sehr schnell für Zeitspiel missbraucht werden könnten.

Die Abseitsregel sollte so geändert werden, dass es wirklich nicht mehr um Nasenlängen, Fersen und ragende Gesäße geht, sondern um den ursprünglichen Gedanken dahinter. Auch die Handregel sollte zwingend anders gefasst und angewendet werden und dem Moment der Absicht und des Billigend-in-Kauf-Nehmens absoluter Vorrang gehören. Irrtümer wird es immer geben, aber damit konnte ich zumindest jahrzehntelang gut leben und es hat sich meistens irgendwie ausgeglichen.
Durch den VAR ist ein großer Teil der Frreude am Fußball schlicht verloren gegangen - unter der Illusion, alles sei messbar und nunmehr gerechter.


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