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Absage in Saarbrücken: Desaster mit Ansage (Fußball und Sport allgemein)

Ulrich, Donnerstag, 08.02.2024, 08:46 (vor 724 Tagen) @ Cthulhu

Wow, der Kicker macht aus allem ein Drama.

Was ist passiert:
Eine Freiluftsportart kann nicht wie geplant stattfinden, wegen Wetter.
Ein Fußballverein, der am Existenzminumum lebt, und eine Stadt, die hoch verschuldet ist, haben sich bisher dagegen entschieden 200.000 Euro zu investieren, um eine handvoll Unwetter-Spiele pro Jahr am geplanten Termin durchführen zu können.

Und 200.000 Euro pro Jahr ist für einen Verein und eine Stadt schon viel Geld. Zumal bei Drainagen, wie bei allen Bauwerken die Kosten davon abhängen, wie groß die Drainage sein soll.
Eine große Drainage, die viel Regenwasser aufnehmen kostet mehr als ein kleine. Welche Drainage 200.000 Euro kosten soll, verrät der Kicker aber nicht.

Das der Verein und die Schiedsrichter versuchen, das Spiel dennoch durchzuführen und zu schauen, was da noch geht, ist doch verständlich.
Sagen sie das Spiel vorzeitig ab, käme sicherlich ein Artikel wie "Der Verein hat es nicht mal versucht, den Rasen spielfähig zu bekommen."

Ich weiß nicht, ob die Kicker-Redakteure mal an die frische Luft gehen.
Aber in den letzten Wochen hat es rekordverdächtig viel geregnet.
Die Böden können kaum Wasser mehr aufnehmen. Man muss nur mal auf den Äckern dieser Republik schauen oder über seinen eigenen Rasen gehen, um zu sehen wie feucht es aktuell ist.

Ich könnte mich über solch einen Kommentar aufregen


Vielleicht unterschätzt man auch beim Kicker, wie knapp die Budgets von Drittligisten und wie die Eigentumsverhältnisse der Stadien aussehen. Rot-Weiss Essen spielt auf einem Kartoffelacker, das Stadion gehört der Stadt und die Stadt ist pleite.

Und während die lokalen Fußballclubs natürlich auch ein wichtiger Teil der Stadt sind, das gilt für Saarbrücken und Essen ja gleichermaßen und beim schnellen Überfliegen sieht es so aus, als wären nur sechs Stadien der dritten Liga im Eigentum des Vereins. An der Stelle ist dann natürlich die Frage, wie viel die chronisch klammen Kommunen dann tatsächlich für ein Fußballstadion im Drittligabetrieb ausgeben, grade da wetterbedingte Verschiebungen auf dem Level nicht ganz so dramatisch sind, da die Vereine im Februar üblicherweise nur noch im Ligabetrieb unterwegs sind.

Es ist in der Tat ein grundsätzliches Problem, dass die in der Regel klammen Kommunen den Bau und Betrieb von Stadien heben müssen, weil die Vereine finanziell nicht dazu in der Lage sind. Und 200.000 Euro sind in absoluten Zahlen viel Geld. Aber andererseits hat das Saarbrücker Stadion wohl 48 Millionen Euro gekostet, wir reden hier als über gut vier Promille der gesamten Baukosten. Und man sollte nicht vergessen, dass unter Umständen ein Spiel ausreicht, um den Rasen für Monate kaputt zu machen.

Ich frage mich eher, ob man nicht bei den baulichen Anforderungen für die Stadien zurückrudern sollte. Ich bin vor Jahrzehnten gelegentlich nach Osnabrück gefahren und habe mir Spiele des VfL in der damaligen Regionalliga Nord bzw. der teilweise noch zweigeteilten zweiten Bundesliga angeschaut. Ich habe in der Regel auf der Gegengeraden gestanden. Die war vermutlich nach dem zweiten Weltkrieg mittels Bauschutt aufgeschüttet worden, die Stehflächen bestanden wenn ich mich richtig erinnere aus feinem Schotter, die senkrechten Stufen aus Betonplatten. Heute wäre das undenkbar. Da muss alles überdacht sein, etc.


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