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Einschätzung eines australischen Ex-Generals (Politik)

burz, Lünen, Mittwoch, 16.03.2022, 16:22 (vor 1387 Tagen) @ Reviewer

Ich stelle nüchtern fest, dass jede Zurückhaltung, jeder vorauseilender Gehorsam von EU, USA und NATO der vergangenen 15 Jahre nur dazu geführt hat, dass Putin seinen Plan von Großrussland Schritt für Schritt umsetzt.

Putins Plan ist aber nicht nur Großrussland, sondern auch den Kollaps von EU und NATO zu provozieren sowie Großrussland als dominante Macht in Europa zu etablieren.

Wer das noch immer nicht ernst nimmt, hat nicht nur die letzten 15 Jahre ignoriert, sondern auch die letzten drei Wochen nicht realisiert.

Auch der bisher nicht nach Plan verlaufende Angriffskrieg auf die Ukraine wird daran nichts ändern. So wie wir uns nun versuchen, von russischen Energieträgern unabhängig zu machen wird Russland dies in anderne Sachen tun, v.a. Rüstungsindustrie und IT-Technologie. Es werden in Zukunft dem Westen nicht alle Sanktionsschrauben zur Verfügung stehen wie heute.

Ich stelle ebenfalls nüchtern fest, dass ein dauerhafter Krieg an ein direkt an die NATO und EU grenzendes Land auf Dauer kein Zustand ist, bei dem NATO und EU sich zurücklehnen können. Konflikte sind vorprogrammiert.
Darüberhinaus wird die Ukraine in absehbarer Zeit weder in die NATO aufgenommen werden noch der EU beitreten. Sie werden also zurecht Sicherheitsgarantien fordern. Rhetorische Quizfragen: Wer wird diese abgeben und wer sicherstellen, dass sie eingehalten werden?

Sich all dessen bewusst zu sein, alle Eventualitäten durchzuspielen und zu planen ist das Minimum, was ich von Verantwortlichen in Washington, Brüssel und EU-Hauptstädten erwarte. Nicht mehr und nicht weniger.

Alles richtig. Im Gegensatz zu Vorkriegszeiten hat man aber nun reagiert und die Spuren dieser Reaktion sind erkennbar. Niemand fordert eine Rückkehr zur früheren Zurückhaltung. Insofern ist der Verweis auf frühere Fehler richtig - aber diese Fehler haben wenig mit dem zu tun, was EU/USA/NATO gerade machen. In der Tat wäre auch meine Erwartung, dass man jetzt alle denkbaren Szenarien durchspielt.

In der Vergangenheit hat man dem Szenario eines Krieges in der Ukraine zu geringe Wahrscheinlichkeiten eingeräumt. Dieses Szenario ist aber jetzt die Ausgangslage neuer Planspiele. Dementsprechend härter ist auch das Mindestmaß an Maßnahmen gegen Putin.


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