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Uih, eine Perle hier! (BVB)

CHS, Lünen / Dortmund, Montag, 24.01.2022, 14:40 (vor 1717 Tagen) @ el_ayudante

Deine Kritik ist richtig, aber ich würde viel lieber über die korrekten Ansätze des Textes diskutieren.

Eigentlich wollte ich mich aus dieser Diskussion raushalten. Vor allem, da ich wenig neues in diesem Artikel finde. Mal gucken, wen Freddie diesmal was vorwerfen will. Es werden ja Posten beim BVB frei, da kann er wieder jemanden reinschreiben. :-)

Ich bin mir nicht sicher, wie weit oben aktuell das Problem anzusetzen ist, ob es Mangel an der Mannschaftsarbeit (Training Spielsystem / Leistungsanforderung Einzelspieler, mentales Training, Motivation, usw.) oder ein Mangel in der Kaderplanung /-Zusammensetzung ist, oder wie so häufig eine Mischung aus Allem.

Ich würde behaupten, es ist eine Mischung. Ein richtiges Training kann aufgrund der Terminflut kaum passieren, dazu die Verletztenliste und vor allem die Ausfallerscheinungen bei manchen Spielern.

Einen subjektiven Punkt möchte ich direkt einwerfen: mir ist damals dieses unsägliche Trainer-Bashing gegenüber Favre auf den Nerv gegangen. Der Spielstil war vielen zu langweilig, der Trainer unsymphatisch, die Punkteausbeute war eigentlich ganz gut, die fußballerische Kompetenz war vorhanden und es bestand ein Spielplan (auch wenn er einigen nicht gefiel). Bei der ersten richtigen Ergebniskrise wurde Favre dann gegangen. Zu diesem Zeitpunkt wurde viel über das "Mentalitätsproblem" gesprochen - und die Mentalität wurde dann ja unter Edin widergefunden. So das Narrativ.

Ja, die Trainerdiskussionen nerven. Bei Favre war das nicht die erste Ergebniskrise, aber der Hauptgrund war wohl, dass man ihm nicht zugetraut hat, dass er uns da raus holen kann. So ganz unzufrieden war man mit seiner Arbeit ja auch nicht, immerhin durfte sein Co weitermachen (gab es übrigens früher häufiger. Wer hat noch einmal heute Geburtstag?). Und was man gerne vergisst, ein Favre hat die spanneneste Meisterschaft innerhalb der letzten 10 Jahre geschaffen. Das konnten die Welttrainer aus England aber nicht mehr nach 2011/12 erreichen. :-)

Was auch gerne vergessen wird, auch unter Tercic gab es diese "Mentalitätsprobleme". Die werden aber durch die Serie am Ende und den Pokalsieg übertüncht.

Jetzt stehen wir an ähnlicher Stelle - die Punkteausbeute ist gut, das spielerische Niveau ist jedoch nahezu durchgehend unter aller Kanone (Freiburg mal der positive Ausreißer), die Taktik ist entweder für die Tonne oder der Kader nicht für diese Taktik ausgelegt, zumindest defensiv (siehe Gegentorquote). Da aber der Trainer sympathisch ist, steht dieser seltsamerweise kaum in der Kritik.

Ach, der steht schon unter Beobachtung. Zumindest wenn man den Medien Ende des letzten Jahres vertrauen darf. Aktuell würde ich die spielerische Armut und das Defensivverhalten gerne auf die Verletzen und die bruchstückhafte Vorbereitung schieben. Ohne wirkliches Training und dauernde Wechsel ist das kaum zu realisieren. Da hilft meist nur die individuelle Klasse. Aber klar, natürlich hat Rose Fehler gemacht. Aber wer macht das nicht? Aber dass die uns häufig Punkte gekostet haben, sehe ich nicht so. Zumindest haben auch seine Entscheidungen Punkte gesichert bzw. geholt. Da dürfte es ausgeglichen sein.

Aber um das ganze subtil runter zu brechen: Ohne Haaland hätten wir diese Saison ein riesiges Problem und vermutlich wäre Rose schon wieder eingetauscht worden.

Nein, glaube ich nicht. So dominant, wie Haaland noch im letzten Jahr war, ist er jetzt nicht mehr. Der BVB hat in dieser BL-Saison genau in vier Spielen weniger als zwei Tore erzielt und keins hat man gewonnen. Davon waren zwei mit Haaland und zwei ohne. Das Problem sind weniger die Tore zu schießen, sondern Tore zu verhindern. Und für das Verhindern hat man Haaland nicht geholt (obwohl er das in Sinsheim gut gemacht hat, genauso wie Malen).

Wir haben einen Kader der eigentlich viel hergibt, vom Arbeitstier bis Schönspieler und eigentlich auch genügend Antreiber/Lautsprecher. Wir haben eine Defensive die Erfahrung/Abgeklärtheit besitzt und eigentlich auch standhaft sein sollte, wenn man unter Druck steht; gleichzeitig aber auch je nach Aufstellung mindestens zwei Spieler mit Geschwindigkeit um Konter/schnellen Gegenstößen gewachsen zu sein.

Hier würde ich häufig auf die Verletzungsausfälle hinweisen. Wenn die erste Mannschaft in der Verteidigung mal 10 Spiele am Stück gemacht hätte, würde die Wahrscheinlichkeit, dass man besser verteidigt, steigen. In der gesamten Hinrunde fiel immer mal jemand aus der Verteidigung aus (hat einer eine Statistik, wie viele Versionen wir hinten hatten?). Dazu kommen auch noch Spieler, die man durchschleust. Die man längst ausgetauscht hätte, wenn man nicht die Umsatzeinbußen wegen Corona erlebt hätte.

Offensiv ist vom Gegenstoß-Geschwindigkeitskommando (Haaland, Malen, Reyna), bis zum Kreativteam bei defensiv-kompakten Mannschaften (Guerreiro, Brandt, Dahoud, Reus) eigentlich auch alles Nötige im Instrumentenkasten. Mit Jude steht dabei einer der besten, wenn nicht der Beste, Box-to-Box Spieler der Liga zur Verfügung.

Wie bereits erwähnt, vorne sehe ich selten Probleme. Wenn aber zwei, drei davon wie in der Hinrunde ausfallen, gibt es schon Probleme. Wenn dann noch Leistungschwankungen bei den restlichen dazu kommt, ist schon ein Problem da. Nur sind solche Spiele eher selten. Das Problem ist häufig, wir kassieren zu viele Tore. Auch wenn man bei dem Spiel in Hoppenheim sieht, dass wir nur 5 Chancen hatten, ich das schon besonders. Sonst haben wir mehr Chancen (meistens mehr als der Gegner). Was sich unter Rose verbessert hat, ist die Effektivität. Laut Kicker haben wir eine Chancenverwertung von 40%, die gab es selbst unter Favre nicht.

Also woran hapert es? Scheint der Kader in seinen Möglichkeiten auf dem Papier ausgewogener als er effektiv ist? Oder wird das falsche System gespielt? Setzt der Trainer die Spieler falsch ein, bzw. fordert die falschen Abläufe?

Wenn diese Frage so einfach zu beantworten wäre, hätte man das schon längst behoben.

Ich tippe mal, das System kann nicht so falsch sein, sonst hätte man halt nicht so viele Punkte geholt. Sicherlich gab es in der Hinrunde Spiele, da hätte man gerne ein anderes System gespielt, aber die Spieler fehlten. Aber genau das Spiel in Sinsheim zeigt doch, dass man auch das System anpassen kann.

Für mich sehe ich, vor allem in der Hinrunde, das Problem auf die fehlende Kontinuität. Wenn man in 17 Spielen 17 verschiedene Aufstellungen hat, kann keine Eingespieltheit herauskommen. Dazu muss man dauernd Spieler einsetzen, die gerade einmal in den Kader zurückgekehrt sind. Weiterhin muss man auf Spieler setzen, die in einer normalen Saison gar nicht mehr da wären (Passlack, Schulz, Wolf). Für diese Spiele hätte man dann bestimmt Ersatz geholt. Dank Corona klappte das nicht.

Didi Hamann (selbst oft und zurecht kritisiert) wiederholt sich Woche für Woche und hat in dem Punkt vollkommen recht: die Ergebnisse stimmen zwar, aber Borussia spielt einfach schlecht. Er wird vom Verein und von uns Fans dafür andauernd belächelt oder verbal angegangen (Rose versucht Hamann mit seinen "Einladungen" gerne lächerlich zu machen).

Apropo Hamann, was mir aufgefallen ist, er ist seit dem Ausbruch von Rose handzarmer geworden. Kritik bringt er immer noch an, aber er ist vorsichtiger geworden. Glückwunsch Rose! :-)

Natürlich hat er recht, die Ergebnisse sind da, die Probleme bleiben. Wenn jedes Spiel schlecht wäre, könnte man das ja noch verstehen. Aber es gab halt auch die guten Spiele, die man aber immer gerne so hinnimmt oder die man nicht gewonnen hat. Das große Problem ist, dass man die gute Leistung, selbst in einem Spiel, nicht konstant zeigt. Ob das ein anderer Trainer besser kann, ist wieder so eine Frage.

....


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