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Fredi in der SZ: Das Irrlichtern geht weiter. (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Montag, 24.01.2022, 14:35 (vor 1717 Tagen) @ Liberogrande
bearbeitet von Will Kane, Montag, 24.01.2022, 14:46

Ich finde diese Mentalitätserklärung mittlerweile eher ärgerlich. Wenn es nicht läuft, wird immer über die Mentalität, Einstellung oder ähnliches gesprochen, von Medien, Verantwortlichen und teilweise Spielern. Dann sind nämlich alle zufrieden und keiner muss mehr zu einer präzisen Analyse ansetzen. In diese Worte kann am Ende jeder projezieren was er möchte und wirklich alles begründen. Gegentor nach einer Ecke, ungenaue Pässe, keine Passschärfe, Ballverluste, verlorene Laufduelle, Pressing kommt immer zu spät: am Ende liegt es immer an der Mentalität. Ich habe allerdings meine Zweifel, dass es an der Mentalität liegt, dass Marius Wolf bei den Bayern niemals in der Startelf stünde oder dass Emre Can dort sicher keinen "Führunganspruch" anmelden könnte.

Emre Can kam gar nicht in die Versuchung, bei Bayern Führungsansprüche zu stellen, weil er dem dortigen harten Konkurrenzkampf aus dem Weg gegangen ist. Nicht das einzige Mal in seiner Karriere übrigens.

Ich persönlich bin auch eher jemand, der sich die fußballerischen Qualitäten anschaut in einem Spiel und der daraus seine Rückschlüsse zu ziehen versucht. So ganz würde ich den Aspekt ‚Mentalität‘ jedoch nicht von der Hand weisen. Es kommt dabei allerdings sehr entscheidend darauf an, was ich mit dem Begriff ‚Mentalität‘ meine, was ich in diesen Begriff hineininterpretiere.

Eigentlich sind Vergleiche mit Bayern müßig, dennoch ist das Beispiel Sané hier mMn durchaus erhellend. Ein Spieler mit hoher fußballerischer Klasse, keine Frage. Als er zu Bayern kam, hat er diese Klasse auch immer wieder gezeigt. Allerdings hat er z.B.seine Defensivaufgaben sträflich vernachlässigt oder er war auch bei Offensivaktionen nicht durchgängig aufmerksam und konzentriert. Was Ärger gegen hat. Es gab Pfiffe gegen ihn, die Clubführung war not amused, der Trainer nicht zufrieden, die Mitspieler verärgert. Man hat im dann sehr schnell klar gemacht, was man von ihm erwartet. Und es ist anzunehmen, dass es nicht nur der Coach war, der dies tat. Mit dem Resultat, dass man in dieser Saison den wohl besten Sané spielen sehen kann, den es bislang gab.

Wenn bei uns in den letzten Jahren des Öfteren postuliert wurde, einen oder mehrere ‚Mentalitätsspieler‘ verpflichten zu wollen, dann konnte man fast schon sicher sein, dass es sich um Spieler mit fußballerischen Defiziten handelt. Diese Defizite bekommt man allerdings ab einem gewissen Fußballeralter vielleicht noch abgeschwächt, aber keinesfalls mehr behoben. Was die Weiterentwicklung einer Mannschaft hemmt.


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