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Fredi in der SZ: Das Irrlichtern geht weiter. (BVB)

el_ayudante, Dortmund-Süd, Montag, 24.01.2022, 13:38 (vor 1717 Tagen) @ Sascha

Deine Kritik ist richtig, aber ich würde viel lieber über die korrekten Ansätze des Textes diskutieren.

Ich bin mir nicht sicher, wie weit oben aktuell das Problem anzusetzen ist, ob es Mangel an der Mannschaftsarbeit (Training Spielsystem / Leistungsanforderung Einzelspieler, mentales Training, Motivation, usw.) oder ein Mangel in der Kaderplanung /-Zusammensetzung ist, oder wie so häufig eine Mischung aus Allem.

Einen subjektiven Punkt möchte ich direkt einwerfen: mir ist damals dieses unsägliche Trainer-Bashing gegenüber Favre auf den Nerv gegangen. Der Spielstil war vielen zu langweilig, der Trainer unsymphatisch, die Punkteausbeute war eigentlich ganz gut, die fußballerische Kompetenz war vorhanden und es bestand ein Spielplan (auch wenn er einigen nicht gefiel). Bei der ersten richtigen Ergebniskrise wurde Favre dann gegangen. Zu diesem Zeitpunkt wurde viel über das "Mentalitätsproblem" gesprochen - und die Mentalität wurde dann ja unter Edin widergefunden. So das Narrativ.
Jetzt stehen wir an ähnlicher Stelle - die Punkteausbeute ist gut, das spielerische Niveau ist jedoch nahezu durchgehend unter aller Kanone (Freiburg mal der positive Ausreißer), die Taktik ist entweder für die Tonne oder der Kader nicht für diese Taktik ausgelegt, zumindest defensiv (siehe Gegentorquote). Da aber der Trainer sympathisch ist, steht dieser seltsamerweise kaum in der Kritik.
Aber um das ganze subtil runter zu brechen: Ohne Haaland hätten wir diese Saison ein riesiges Problem und vermutlich wäre Rose schon wieder eingetauscht worden.

Wir haben einen Kader der eigentlich viel hergibt, vom Arbeitstier bis Schönspieler und eigentlich auch genügend Antreiber/Lautsprecher. Wir haben eine Defensive die Erfahrung/Abgeklärtheit besitzt und eigentlich auch standhaft sein sollte, wenn man unter Druck steht; gleichzeitig aber auch je nach Aufstellung mindestens zwei Spieler mit Geschwindigkeit um Konter/schnellen Gegenstößen gewachsen zu sein.
Offensiv ist vom Gegenstoß-Geschwindigkeitskommando (Haaland, Malen, Reyna), bis zum Kreativteam bei defensiv-kompakten Mannschaften (Guerreiro, Brandt, Dahoud, Reus) eigentlich auch alles Nötige im Instrumentenkasten. Mit Jude steht dabei einer der besten, wenn nicht der Beste, Box-to-Box Spieler der Liga zur Verfügung.

Also woran hapert es? Scheint der Kader in seinen Möglichkeiten auf dem Papier ausgewogener als er effektiv ist? Oder wird das falsche System gespielt? Setzt der Trainer die Spieler falsch ein, bzw. fordert die falschen Abläufe?

Didi Hamann (selbst oft und zurecht kritisiert) wiederholt sich Woche für Woche und hat in dem Punkt vollkommen recht: die Ergebnisse stimmen zwar, aber Borussia spielt einfach schlecht. Er wird vom Verein und von uns Fans dafür andauernd belächelt oder verbal angegangen (Rose versucht Hamann mit seinen "Einladungen" gerne lächerlich zu machen).

Auch wenn ich mit Kollegen darüber spreche heißt es häufig "die Ergebnisse geben uns doch recht, was willst du eigentlich?".
Aber wie Röckenhaus richtig anspricht: in der CL und gegen Bayern kriegen wir deutlich unsere Grenzen aufgezeigt. Es reicht zwar für die Bundesliga, ggfs. begünstigt durch die Schwäche einiger Konkurrenten, aber es reicht aktuell bei Weitem nicht um irgendwo am Edelmetall anzugreifen. Das DFB-Pokalspiel könnte man noch als Ausrutscher bewerten. Sowas sollte nicht passieren, aber selbst der FCB ist zwei Jahre hintereinander in die Falle getappt. Für mich prägnant ist die CL Runde. Die zeigt viel deutlicher, wo Borussia aktuell steht.

Ich kanns mir im TV nicht mit ansehen... Da bekomme ich regelmäßig die Hasskappe. Deshalb lasse ich es inzwischen regelmäßig. Ich brauche meinen Süd-Platz zurück, da kann ich wenigstens meinen Frust rausschreien und meine Freunde drumherum leiden mit mir und reichen uns tröstend gegenseitig das Bier...


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