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Der VAR blamiert sich vollends (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Donnerstag, 04.11.2021, 14:53 (vor 1817 Tagen) @ haweka

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Der VAR hat nicht nur den Stadionbesuch entwertet, dem Fußball die direkten Emotionen geraubt, sondern vielmehr ist er auch sonst auf ganzer Linie gescheitert.

Witz-Rot für Hummels

Der Fußball ist voller Unwägbarkeiten. Man kann vor Spielbeginn nie wissen, wie ein Spiel verläuft und wie es endet. Meistens siegt ein haushoher Favorit, aber eben nicht immer. Meistens verliert ein Team in Unterzahl, allerdings ist es mitunter auch anders. Eine gravierende Fehlentscheidung des Referees wirkt sich einmal spielentscheidend aus, das andere mal wiederum nicht.

Es ist klar, dass der (unberechtigte) Feldverweis von Hummels die Statik unseres Spieles verändert hat und die Dominanz des BVB der ersten knappen halben Stunde dahin war. Ob wir dieses Spiel mit Hummels am Ende gewonnen hätten, kann dennoch niemand wissen.

Wir sind durch einen Strafstoß sogar in Führung gegangen, und ob wir diese Führung nicht sogar verteidigt hätten, wenn Wolf nicht hätte verletzt ausscheiden müssen, kann auch niemand wissen.

Wir wissen auch nicht wie das Spiel verlaufen wäre, wenn der Gegner das Spiel anders angegangen wäre.

Man kann es beliebig fortsetzen.

Gestern war diese Fehlentscheidung spielentscheidend, auch weil noch andere Faktoren hinzukamen wie unsere aktuelle missliche Personalsituation.

Ein nicht unwesentlicher Punkt direkt nach dieser Fehlentscheidung und auch noch lange nach dem Spiel ist der emotionale Faktor. Man fühlt sich schlicht betrogen. Niemand wird allerdings bei genauer Überlegung dem Referee und dem VAR Betrugsabsicht vorwerfen können. Beide haben falsch agiert bzw. reagiert, und zwar drastisch. Mit sofort sichtbaren (für uns negativen) Konsequenzen.

Ich weiß nicht, ob es auch solche Reaktionen hervorgerufen hätte, wenn der Strafstoß für uns nicht (im Nachhinein) gegeben worden wäre. Erst aus einer bestimmten Kameraperspektive konnte ein Kontakt des Gegenspielers festgestellt werden. Ich persönlich hätte es übrigens auch akzeptiert, wenn der Referee da nicht auf Strafstoß entscheidet. Gerade weil ich (auch wenn es in grauer Vorzeit war) selbst aktiv war und solche Szenen in jedem Spiel vorkamen. Man kann nach meiner Auffassung und nach meiner Erfahrung nicht jede mit bloßem Auge nicht erkennbare Berührung als Foul werten. Das macht mir persönlich den VAR nicht sympathischer.

Jetzt bin ich aber nicht prinzipiell gegen den Videobeweis. Es gibt diverse Beispiele krasser Fehlentscheidungen, die mitunter noch nicht einmal dem Referee zum Vorwurf gemacht werden können (z.B. ‚Phantomtor‘), welche nicht mehr in die Bandbreite von ‚Man-muss-mit-Fehlentscheidungen-leben‘ fallen.

Daher bin ich, wie schon einmal geschrieben, ein Verfechter des ‚Challenge‘-Systems, wie es in anderen Sportarten üblich ist. Gerne adjustiert auf die Spezifika des Fußballs. Die Gegner eines solchen Systems führen oft an, dass dies zu einem willkürlichen Gebrauch führen könne, nur damit man seine Möglichkeiten der Überprüfung ausschöpft. Das wird man im Einzelfall mMn auch nicht vermeiden können, aber ob es die Regel würde sei einmal dahingestellt.

Dann müsste der Videoschiedsrichter allerdings als Oberschiedsrichter installiert werden, dessen Entscheidung dann auch von allen akzeptiert wird. Auch da wird man am Ende nicht alles zu 100% klären können und auch da wird es zu Fehlentscheidungen kommen. Aber Grundsätze wie ‚keine klare Fehlentscheidung‘, die eine Korrektur der Refereeentscheidung verhindern, würden als Hindernis entfallen.

Für mich der entscheidende Vorteil eines solchen Systems wäre, dass man dann von seiner Möglichkeit des Einspruchs Gebrauch macht, wenn man sich durch eine Entscheidung benachteiligt fühlt und nicht wenn sich dies erst durch x-maliges Sezieren einer Szene ergibt, die niemand im Stadion vorher so wahrgenommen hat.

Womit wir wieder bei den Emotionen wären.


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