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Sind wir eigentlich noch versichert bei einem verpassen der CL? (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Sonntag, 07.02.2021, 15:00 (vor 2097 Tagen) @ MKB
bearbeitet von Will Kane, Sonntag, 07.02.2021, 15:06

Das Geschäftsmodell hat dazu geführt sich zu viele durchschnittliche Spieler mit zu viel Gehalt zu halten. Dies führt zu einer fehlenden Leistungsmentalität. Als Paradebeispiel sehe ich da M. Dahoud. Er macht seit Jahren keine Fortschritte und es ist keine wirkliche Entwicklung zu erkennen. Den Vertrag sitzt er hier jedoch ab, weil es keinen Verein gibt der ihn so bezahlen würde. Wenn einer es nicht schafft muß er dann auch auf dem Kader raus. Wer oben mitspielen will darf keine Leute ohne fortführende Entwicklung mehr im Kader haben. Da müssen dann Leute rein die ihre Chancen nutzen wollen. Da ist dann kein Druck. Breite ist sowas von gescheitert. Wir haben keinen Plan wie wir gescheiterte Spieler wieder los werden um frische hungrige im Kader zu haben. Hinzu kommt ein fehlender Kaderplaner. Am Ende ist dann nix mehr da von den tollen transfereinnahmen. Problematisch ist, die Vereine die gestützt werden ziehen vorbei. Die Entwicklung ist ganz gefährlich und wird uns länger oben raus bringen als einige aktuell glauben.

Wenn man ‚Leistungsmentalität‘ will, dann muss man sich nicht nur zügig von offensichtlich ungeeigneten Spielern trennen, man sollte sie am besten gar nicht erst verpflichten. Es ist praktisch sicherlich unmöglich, keine entsprechenden Fehlgriffe zu tätigen. Aber man sollte doch bemüht sein, die entsprechende ‚Floprate‘ zu minimieren.

Wenn ein Spieler nicht gehen will, obwohl die Clubführung es ihm nahegelegt hat, und er auch alles über sich ergehen lässt, dann muss man am Ende zu nicht ganz feinen Methoden greifen, um ihn zum gehen zu bewegen. Stichwort ‚Trainingsgruppe 2‘.

Ich persönlich sehe allerdings ein anderes Problem als gravierender an. MMn haben wir zu viele ‚gesetzte‘ Spieler im Kader, die einen derartigen Status im Club haben, der den des Trainers bei weitem übertrifft. Diesen Staus hätten sie nicht, wenn er nicht von der Clubführung huuso zugelassen bzw. geschaffen worden wäre. Hummels ist da ein Beispiel oder auch Reus. Wenn ein Trainer die auf anderen Positionen einsetzen will als auf deren Lieblingspositionen oder gar aus Leistungsgründen auf die Bank oder Tribüne setzen will oder einen diesen Spielern nicht genehmen Spielstil präferiert, dann kann er gleich seine Papiere fertig machen lassen. Weil die Clubführung diesen Spielern zuviel Macht zugesteht und den Trainer nicht stützt, sondern seine Autorität untergräbt und ihn am Ende feuert.

Und man holt auch noch Spieler hinzu, die nur auf bestimmten Positionen spielen wollen und maulig werden, wenn dies vom Trainer anders gesehen wird.

Man kann sich mMn durchaus die Frage stellen, ob nicht unser Konzept mit den jungen Toptalenten, sondern das mit dem ‚Gerüst‘ an etablierten Spielern das Problem ist.

Hummels wurde bei den Bayern nahegelegt zu gehen. Und dass er sich dort nicht dem Konkurrenzdruck stellen wollte, war ein großes Thema. Bei uns wurde er von der Clubführung gleich mit dem Status des ‚Führungsspielers‘ ausgestattet. Reus ist eine ‚Clubikone‘, bestens vernetzt mit der Clubführung. Seine Leistungen rechtfertigen zumindest in dieser Saison keine garantierten Startelfeinsätze. Can wurde von Juve geholt, nachdem er dort als spielerisch zu schwach aussortiert worden war. Mit Brandt hatten sich die Bayern auch beschäftigt, dann aber Abstand genommen. Man hatte ihm nicht zugetraut, sich bei Bayern durchzusetzen. Wir haben ihn verpflichtet, und wahrscheinlich auch mit der Zusage, zentral spielen zu können. Worauf Reus aber auch besteht. Schulz und Meunier sind dann noch einmal ein Thema für sich. Beim PSG hat Meunier keinen neuen Vertrag bekommen. Und Schulz hat bislang nur in einer Saison in einer sehr spezifischen Konstellation funktioniert. Einsatzwillen hat er offensichtlich, nur fußballerisch hapert es.

Delaney und Hazard sind in meinen Augen eher gelungene Transfers für das ‚Gerüst‘. Sie haben bei ihren vorherigen Clubs ihre Leistung gezeigt und tun dies auch bei uns. Sie spielen dort, wo der Trainer sie einsetzt und sie setzen sich auch auf die Bank, wenn der Trainer dies für erforderlich hält, ohne dass groß gemosert wird oder gleich eine Staatsaffaire daraus wird.

Vielleicht bekämen wir mehr ‚Leistungsmenatlität‘, wenn wir weniger auf etablierte Spieler als ‚Gerüst‘ setzen würden, sondern noch stärker auf junge talentierte Spieler, denen eben keine Einsatzgarantie gegeben wird.

Das mag zu mehr Fehlern im Spiel führen, aber genau daran kann man als Trainer besser arbeiten, als an ‚Befindlichkeiten‘ etablierter Spieler mit direktem Draht in die Chefetage.


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