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Wie gut war die Hummels Rückholaktion (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Sonntag, 07.02.2021, 11:34 (vor 2097 Tagen) @ Cthulhu

Auf der einen Seite muss man über ganz weite Strecken sagen: die individuelle Leistungen von Hummels sind durch die Bank weg gut, das wirkt schon konstanter als der manchmal etwas leichtsinnige Diallo.

Diallo hatte zwar bereits ein Jahr Bundesliga als Stamminnenverteidiger beim FSV hinter sich und war dort auch fußballerisch der beste Spieler, war allerdings noch kein ausgereifter Spieler. Mit ihm hat man auf kurz- bis mittelfristige Entwicklung gebaut, um ihn dann zu einem hohen Preis zu einem Topclub zu transferieren.

Hummels kam als mehrfacher Titelträger jenseits der 30 zurück, ein etablierter und erfahrener Innenverteidiger. Der allerdings eine sportliche Krise hinter sich hatte und auch Defizite aufweist, die durch sein höheres Fußballeralter nicht besser werden. Weshalb man ihm auch in München den Fortgang nahegelegt hat (wobei es dafür auch andere gravierende Gründe gab).

Dass ein Hummels die weitaus größere Routine mitgebracht hat, ergibt sich zwangsläufig. Hinzu kommt, dass Diallo in der einen Saison bei uns in der Rückrunde fast nur auf der Position des linken Außenverteidigers eingesetzt wurde, auf der er eigentlich nur als Ersatz eingesprungen war.


Aber die Defensive ist trotzdem kein Stück besser geworden, Diallo ist lieber nach Paris geflüchtet, wo er mittlerweile eigentlich immer spielt, wenn er fit ist.

Dass Diallo ‚geflüchtet‘ ist, kann man mMn nicht unbedingt so sagen. Es gab Interesse vom PSG und ein konkretes Angebot. Man mag von diesem Club halten was man will, zumindest für einen französischen Fußballer ist er ein klares Upgrade zum BVB. Ob Diallo von sich aus gewechselt wäre, wenn er als linker Innenverteidiger gesetzt gewesen wäre bzw. dort seine Perspektive gehabt hätte und wenn nicht Hunmels als gesetzter Innenverteidiger aus München gekommen wäre, kann dabei niemand wissen.

In München wurde Hummels im Zusammenhang mit seinem Wechsel zum BVB auch fehlende Bereitschaft vorgeworfen, sich dem Wettbewerb zu stellen. Was allerdings auch ein wenig scheinheilig war, denn dass ein fitter Hernández eine Einsatzgarantie bekommen würde, war klar. Man hatte Hummels als zu langsam eingestuft und wollte die Innenverteidigung neu aufstellen. Außerdem hatte man Hummels ohnehin bereits im Herbst deutlich gemacht, dass er den Club verlassen solle. Neben seiner zu diesem Zeitpunkt seit einiger Zeit andauernden unterdurchschnittlichen Leistungen inklusive sich häufender Fehler hatte er mit seinen Aktivitäten gegen den Trainer schlicht überzogen. Er musste gehen, da nutzte auch eine Top-Rückrunde nichts.

Beim BVB hat Hummels alles das bekommen, was ihm in München verwehrt geblieben ist. Vor allem Macht und Einfluss.

Individuelle Leistung ist in der Bewertung mitunter nicht alleinentscheidend darüber, ob ein Transfer als gelungen bezeichnet werden kann.


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