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Jungtürken (Spieltage)

pactum Trotmundense, Syburg, Montag, 11.01.2021, 12:15 (vor 1955 Tagen) @ Nolte


Der Sinn dahinter, das neutral gemeinte "man" durch ein angeblich neutral gemeintes "Frau" zu ersetzen erschließt sich mir trotzdem nach wie vor nicht.

Ausgleichende Gerechtigkeit? Wenn man, was wie "Mann" klingt (und etymologisch damit verbunden ist), für alle stehen kann, waum dann nicht auch frau?

Ich erkenne keine "ausgleichende" Gerechtigkeit, wenn das Wort Mensch durch Frau ersetzt wird. Das Wort "man" ist exakt gleich mit "Mensch". Das Wort "Mensch" hat sich aus diesem entwickelt. Das Wort "Mann" aus "mene". Der Irrglaube, dass "Mann" von "man" stammt, verdanken wir der phonetischen Ähnlichkeit. Diese Ähnlichkeit gab es im Ursprung aber gar nicht, denn "mene", später "menne" klingt nicht wie "man" oder "Mann". Die Ähnlichkeit gibt es nur heute.

Ich kann den Reflex, das Wort man als Zementierung dessen zu sehen, dass der Mann als Prototyp des Menschen angesehen wurde und die Frau nur als Variante davon, schon nachvollziehen (siehe Bibel: Eva wird aus Adams Rippe geschaffen).

Ich nicht. Zum Einen sollte man diesem schlecht gealterten Fantasy-Roman nicht mehr die Bedeutung beimessen. Zum Anderen wäre es wünschenswert, wenn es aufhören würde aus politischen Motiven heraus der Sprache Dinge zu unterstellen.

Ich selbst verwende man. Ich bin das so gewohnt und finde die ganze Diskussion nicht wahnsinnig relevant. Aber ich verspüre auch keinen Drang, Leute mit anderer Meinung als Spinner zu verunglimpfen, und erst recht beeinträchtigt die Verwendung von frau statt man nicht meine Kommunikation.

Ich empfinde eben all jene als Spinner, die mangels Wissen und Bildung um die Sprache, diese zu einem Schauplatz politisch motivierter Feldzüge zu machen. Allein schon, dass du denkst "man" und "Mann" hätten etwas miteinander zu tun, zeigt doch schon wie viel Erfolg diese Leute damit hatten. Ich mache dir das nicht zum Vorwurf. Allerdings ist Klitterung an der Sprache und ihrer Geschichte kein Deut besser wie Klitterung an der Geschichte selbst. Wenn wir Wörter in ihrer Bedeutung einfach ändern, werden Texte nicht mehr so verstanden wie sie beim verfassen gemeint waren. Dies verfälscht die Aussage und auch unseren Blick auf diesen. Solche Fehlinterpretationen führen dann mitunter zu Disharmonie unter Menschen.

Kleiner netter Exkurs zur Sprache. Es ist inzwischen völkerrechtlich üblich Verträge in französisch zu verfassen, da dies die präziseste Sprache ist. Wenn also Deutschland mit Spanien einen Vertrag abschließt, gibt es drei Versionen: die deutsche, die spanische und eine französische. Letztere wird bei Streitigkeiten heran gezogen, wenn es um Wortklauberei geht. Sogar die Amerikaner machen da seit George W. Bush mit. Ein Grund warum die französische Sprache als so zuverlässig und präzise gilt, ist der Umstand, dass es dort fast keine Ansatzpunkte für solche Diskussion gibt wie diese, die wir hier gerade führen.


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