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Neu auf schwatzgelb.de: Ein Jahr Stagnation: Warum Lucien Favre gehen muss (BVB)

stoffel85, Mittwoch, 30.10.2019, 14:49 (vor 2402 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de

Unsere Probleme scheinen so vielschichtig zu sein, dass es mit einer Trainerentlassung nicht getan sein wird.

Problem 1- letzte Hinrunde: Die Hinrunde letzte Saison war einfach die größte Augenwischerei und wurde zum Problem in der Rückrunde und natürlich auch jetzt. Wir hatten da einfach massives Spielglück, kaum Verletzte, Glück bei Standards etc.. Die Spiele gg RBL, Augsburg, Wob, Mainz, Leverkusen und Hoffenheim können alle anders ausgehen, was zT. sogar mehr als verdient gewesen wäre. So hatten wir aus diesen Spielen 13 Punkte, es hätten auch gut aber 3-5 sein können, welche es wohl ohne Alcacers Megalauf ungefähr so gewesen wäre.

Problem 2- Favre: Die Spiele in Tottenham und im Pokal gegen Bremen (inkl Reus Verletzung) gehen 100% auf seine Kappe. In der Phase haben wir uns dann von allen Zielen verabschieden müssen und spätestens da gab es ,mMn.,auch den Bruch in der Mannschaft. Diese Spielweise wird nur so lange von unseren Edeltechnikern und PS-Maschinen (Reus, Sancho) mitgetragen, wie die Ergebnisse stimmen. Der Kader ist hochveranlagt und will zocken bzw. "Vollgasfußball" spielen. Dass das nicht ohne Körperlichkeit und Kampf geht, steht auf einem anderen Blatt.
Nun sind mit Brandt und Hazard noch zwei Techniker/Sprinter dazu gekommen, was das Problem fpr Favre eher noch verschärft. Brandt muss, wie Götze auch, zwingend auf die 8 oder 10. Über die Nichtentwicklung bei Standardsituationen hülle ich hier mal den Mantel des Schweigens, obwohl es nach Intervention der Spieler und vorallem durch die Hummelsverpflichtung etwas besser geworden ist.

Problem 3- Spieler: Wie oben schon erwähnt entlässt eine falsche Spielweise des Trainers, die Spieler nicht aus der Vernatwortung zu kämpfen oder zumindest körperlicher zu sein. Ob sich alle Spieler in einer Formkrise befinden, wage ich mal stark zu bezweifeln (Ausnahme zB. Akanji/Witsel, bei Reus ist es eine Mischung). Sie haben einfach keinen Bock mehr auf diese Art Fußball. Auf der einen Seite kann man es ihnen nicht verdenken, auf der anderen Seite sind sie Angestellte von Borussia Dortmund und müssen ihren Chefs Folge leisten. Leider ist ein Fußballverein nicht ein "normaler" Arbeitgeber und Spieler keine "normalen" Angestellten. Man ist den Befindlichkeiten der Spieler weitgehend ausgeliefert und kann dann eben nur auf anderer Ebene ansetzen ohne den ganze Verein massiv zu gefährden.

Problem 4 - Kaderzusammenstellung (alle Entscheidungsträger): Es scheint zum wiederholten Male so zu sein, dass Watzke, der ein Borusse durch und durch ist, nicht die Finger aus anderen Aufgabenbereiche lassen kann, die nicht in seinen Kompetenzbereich fallen. Welche Spieler wollte Favre? Wer hat über den Brandttransfer entschieden? Es scheint als dachte man sich da, dass es für 25 Millionen ein No-Brainer ist. Kann den Gedanken verstehen, aber anscheinend braucht der Trainer ihn Null und hat keinen Platz für ihn im System. Was soll die ganze Nummer mit Zagadou, Balerdi und Weigl? 5 IV und auf der 6/8 dann nur Delaney,Witsel und Dahoud(!)- absolut unverständlich. Es hätte zwingend ein IV plus Dahoud und/oder Weigl abgegeben werden müssen. Von diesem Geld hätte man sich einen weiteren 6er und einen Stürmer holen müssen. Wer hat die finale Entscheidung getroffen, dass wir keinen zweiten (anderen) Stürmer brauchen? Dass man Haller nicht geholt hat, war der größte Fehler der letzten Jahr. Lächerlich anzunehmen, dass ein Alcacer mehr als 50% der Spiele macht. Ich glaube, dass es oben bei 5 Leuten (inkl Sammer),10 Meinungen gibt und die Kompetenzen null klar sind. Entweder ist der Kader komplett am Trainer vorbeigeplant oder Favre weiß selbst plötzlich nicht,was er mit den Brandts, Götzes, Zagadous, Balerdis etc anfangen soll. Ebenfalls denke ich, dass sich unser Geschöftsmodell (Wetten auf die Zukunft von jungen Spielern) mit unserer Gegenwart (grade unter einem Trainer wie Favre) extrem beißt. Wir haben uns in einen All-In Modus begeben, in dem sich Spieler wie Balerdi/Zagadou/Gomez/Bruun Larsen (iwann auch Raschl) nicht entwickeln und ihren Marktwert steigern können. Dieser All-In-Move war aber so selten dämlich, da unsere Baustellen, absehbar, viel zu viele und zu große sind. Hummels soll die eierlegende Wollmilchsau sein (Standards.Spielaufbau), was er bedingt auch ist, aber eben, ohne weitere Kniffe (Brandt/Götze auf die 8/ andere kopfballstarke Spieler über 1,8m in der Startelf-> zB. über einen MS), mehr oder wenig verpufft.
Wer aus unserem Kader soll mal körperlich dagegenhalten außer Delaney und ab und an Witsel/Hummels? Bayern hat zB. einen Tolisso, Martinez, Kimmich, Lewandowski, Müller, Hernandez, Süle und Goretzka im Kader. Köperlose Spieler hat man eigentlich nur mit Gnabry, Coman, Coutinho und Thiago.

Problem 6- Zorc: Zorc hat uns seit der beinahe Insolvenz, anfangs mit bescheidenen Mitteln, den Weg und die Zukunft geebnet. Ohne ihn hätte man diese tollen Voraussetzungen hier nicht. Man könnte sagen, dass er ein bestelltes Feld hinterlassen hat. Sein Weg sollte aber spätestens mit Favre hier enden. So viel er außerhalb des reinen Spielbetriebs gut gemacht hat, so sehr hat er mit den Trainern in die Scheiße gegriffen. Klopp war einfach unser größter Glücksfall, das Fundament auf dem alles/jeder wachsen konnte. Dass sich das so entwickelt, war aber, wie gesagt,(Zorcs) Glück. Auch seine Spielertransfers sind nur indirekt ihm zuzuschreiben (Stichwort: Aufbau unserer starken Scoutingabteilung), die eigentliche Arbeit machen die Scouts.
Wer hat sich eigentlich die "Neuausrichtung" unserer U23 und vorallem unserer U19 ausgedacht?

Problem 7- Watzke: Er ist einfach ein guter Geschäftsführer, aber sportlich eben eher Fan als Experte. Nichtsdestotrotz habe ich den Eindruck, dass er denkt, er sei unser "Alleskönner". Alibimäßig wurde jetzt noch Kehl installiert und ob Sammer auch bei Watzke/Zorcs Fehlern, die Finger in die Wunde legt bzw legen soll,wage ich zu bezweifeln.


Alles in allem bleibt zu sagen, dass die Verflechtung/Freundschaft zwischen Zorc und Watzke das Hauptproblem in diesem Verein ist. Klopp konnte das auffangen, andere (zB, Tuchel) wurden nicht zu Freunden/Skatkollegen. Wir sind in den obersten Etageb einfach rückwärtsgewandt und tief sentimental. Es scheint,als liege nach Klopps Weggang, ein schweres, graues Tuch über unserem Verein, wovon man glaubt, dass nur die Rückkehr des Gottes, dieses verteiben kann.
Ich würde mir wünschen, dass Watzke/Zorc schnell erkennen, dass sie ein großer Teil unserer Probleme sind und ohne persönliche Veränderungen (Watzke) bzw. Konsequenzen (Zorc) dem Verein, unabsichtlich, weiter schaden. Ich kann die Schwere einer solcher Situation nur erahnen, aber Klopp hatte es damals schon erkannt ("Entweder ich gehe oder ein Groteil der Mannschaft"). Watzke,Zorc und Klopp sind einfach zu viel Mensch für dieses schnelllebige und dreckige Geschäft, was ich einerseits großartig finde, was aber eben auch nur in dieser Konstellation funktionieren konnte.
So schwer es ist, vorallem für unsere Ur-Dortmunder an der Spitze, aber es muss (leider) schnell was passieren.
Favre und Bozs können einem, bei diesem ganzen "Mist", menschlich einfach nur Leid tun.


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