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Dammbruch in Karlsruhe: Wie drei Fanprojekt-Mitarbeiter fast im Gefängnis gelandet wären (Fußball und Sport allgemein)

pactum Trotmundense, Syburg, Dienstag, 10.10.2023, 14:29 (vor 842 Tagen) @ Oleoleole

Naja, dass die Staatsanwaltschaft alles versucht um an die Daten der Verbrecher zu kommen ist ja nachvollziehbar.
Wir reden hier ja von vorsätzliche Körperverletzung.

Nur, was nutzt es, wenn man in dem einen Fall dann an die Daten kommt, aber die ganze Präventionsarbeit der Sozialarbeiter zunichte gemacht wird? Wie sollen Fanprojekte auf problematische Zuschauer einwirken und zukünftige Auswüchse verhindern können, wenn dieses Problemklientel schlichtweg nicht mehr zu den Sozialarbeitern geht, weil man denen nicht vertrauen kann? Dann hast du zwar die eine Tat aufgeklärt, aber zwanzig Taten, die durch die Arbeit von Sozialarbeitern für die Zukunft verhindert werden können.

Das Problem bei Präventionsarbeit ist leider, dass man den Erfolg nicht messen kann. Niemand weiß wie viele Menschen durch Sozialarbeiter in Bahnen gelenkt wurden, die ohne diese Straftaten begangen hätten. Mal ein fiktives Extremszenario: beim letzten Heimspiel gegen Union befand sich ein Zuschauer im Stadion, der ganz normal das Spiel genossen hat ohne besondere Vorkommnisse. Vor zehn Jahren war das ein hochproblematischer Jugendlicher, der sich auf nicht ganz so geraden Wegen befunden hat. Diese Wege führten schlussendlich dazu, dass er ohne die Arbeit des Fanprojekts letzten Samstag einen Fan von Union umgebracht hätte. Nun, dieser Mord ist nie passiert, weil das Fanprojekt vor Jahren mit diesem Menschen gut gearbeitet hat. Weder das Fanprojekt, noch dieser Mensch, noch die Polizei, noch irgendjemand weiß, was letzten Samstag passiert wäre. Es ist eben nicht passiert und das verdankt man dem Fanprojekt. Kann man sowas messen? Nein. Prävention ist immer hätte, könnte, wäre, würde, sollte, müsste.

Alles, was wir wissen, ist, dass seit die Fanprojekte existieren und auch flächendeckend arbeiten, die Gewalt unter Zuschauern beim Fußball zurück gegangen ist. Das liegt nicht an den Massen der Polizei. Die gab es früher nämlich auch schon. Ich glaube fest, dass es die Arbeit von Fanprojekten und den Vereinen selbst, durch Fanbetreuer, etc. ist, die zumindest die schlimmsten Auswüchse beim Fußball so weit zurück gefahren haben, dass es heutzutage ganz normal ist, mit kleinen Kindern ins Stadion gehen zu können. Vor dreißig Jahren noch etwas, wozu es genauer Überlegung und Planung bedurfte.


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