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Das nimmt langsam wirklich absurde Ausmaße an (BVB)

d0g1am., Bochum, Montag, 26.06.2023, 17:30 (vor 1146 Tagen) @ Habakuk

Ich gehöre selbst nicht den LGBTs an, kann aber gut nachvollziehen, wie es denen angesichts einer solchen Debatte geht. Bedenken sollte man, dass Homosexualität in der BRD noch bis 1994 unter Strafe stand. Einem Teil der User hier ist offensichtlich nicht bewusst, welches Leid diese Strafverfolgung in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland gebracht hat (und noch mehr in den Jahrzehnten vor 1945). Ebensowenig wissen vermutlich die wenigsten, dass ca. 5-10 Prozent der Bevölkerung zu den LGBTs gehören (in Deutschland also etwa so viele wie das Ruhrgebiet Einwohner hat).

Danke für den Beitrag. Ich bin Jahrgang 1993, deshalb ist das in meinem Kopf einfach nicht mehr drin. Ich bin damit aufgewachsen, dass es weder eine Krankheit, noch strafbar ist. Und nur um das mal klarzustellen – als "Verteidiger" von Nmecha bin ich nach deiner Definition ja auch homophob – das ist definitiv auch gut so!

Nun, zum einen ist es sicher richtig und erforderlich, dass viele Menschen auf Nmechas Verhalten mit großer Ablehnung reagieren.

Ablehnung gegen seine Meinung und die geteilten Beiträge: Okay. Vergleiche mit Terroristen und sonstigen Verfassungsfeinden: absolut nicht okay!

Und natürlich wird die Diskussion darüber befeuert, sobald sich (so auch hier im Forum) Leute finden, die beginnen ihn zu verteidigen (geschieht in der Regel nicht offen, da man sich dann ja selbst als homophob outen müsste) oder sein Verhalten zu relativieren. Besonders diese Relativierer geben sich dann gern als besonders weltoffen und fordern "Diskussionsbereitschaft", "erst mal abwarten", "alles nicht überbewerten" oder ähnliches. Wenn man sich also darüber beklagen möchte, dass das alles zu sehr hochgekocht wird, dann sind das vielleicht auch mal die richtigen Ansprechpartner.

Ganz ehrlich: Finde ich schade. Gefühlt gibt es nur noch "Pro LGBTQ" und "transfeindlich und homophob", nichts dazwischen. Mir ist schlicht egal, wer sich als was identifiziert und wer mit wem ins Bett geht. Das heißt aber weder, das ich das alles ganz toll finde, noch, dass ich irgendjemandem deshalb etwas Böses will.

Das kann soweit gehen, dass man seine Mitgliedschaft beendet oder seine Dauerkarte abgibt, es kann aber auch einfach das Interesse am Verein langfristig weiter reduzieren. Nach dem Frust am letzten Spieltag hatten viele von uns große Hoffnungen in die kommende Spielzeit gesetzt. Der (vorausichtliche) Transfer von Felix Nmecha hat wohl nicht nur mir jegliche Vorfreude auf die neue Saison verhagelt. Wie lange das bei mir anhalten wird, weiß ich nicht, die ganze Sache ist für mich aber definitiv mehr als nur eine kleine Episode mit kurzzeitiger Verstimmung.

Was ja auch wieder zeigt, wie hoch dieses Thema gekocht wird. Ich behaupte einfach mal, dass bei keinem anderen Thema als LGBTQ solche Diskussionen zustande kommen würden. Ein Blick in den Süden reicht doch, die haben da richtige Straftäter in ihren Reihen. Aber gefühlt ist das Thema Nmecha heißer als alles, was bei denen so passiert ist. Kann allerdings auch an meiner Bubble liegen. Müsste man mal zählen, wie viele Beiträge es beispielsweise zu Metzelder und jetzt zu Nmecha gab – der ja noch nicht mal offiziell hier vorgestellt wurde...


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