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Watzke wirbt um Vertrauen: "Kein trojanisches Pferd durch die Hintertür" (BVB)

markus, Dienstag, 09.05.2023, 18:59 (vor 1194 Tagen) @ stfn84
bearbeitet von markus, Dienstag, 09.05.2023, 19:04

Der Einfluss des Investors kann natürlich kritisch gesehen werden. Ich finde es aber dann doch recht amüsant, dass da oft die Sorge mitschwingt, dass durch den Einfluss des Investors zwangsläufig 9 Anstoßzeiten vereinbart werden. Das ist albern und inhaltlich nicht haltbar. Wenn es um andere Punkte geht ist das natürlich legitim, aber dann lass uns doch konkret darüber sprechen worum es geht.


Verstehe deine Beschwichtigungen irgendwie nicht. Niemand sagt, dass das zwangsläufig so sein wird. Aber es sind reale Befürchtungen, denn wer 1+1 zusammenzählen kann, weiß: irgendwoher muss das Wachstum ja kommen, um die Renditeerwartungen des Investors erfüllen können.


Ich finde die Verknappung auf den Investor eben albern. Denn es suggeriert, dass nur der Investor gewisse Renditeerwartungen hat. Es geht aber ja um die Clubs. Und die werden es umsetzen, ob mit oder ohne Know-How. Je mehr Know-How sie am Markt bekommen, desto besser könnte es für die Fans sein. Denn wenn man sich nicht mehr zu helfen weiß, wird die DFL im Zweifel beschließen, dass man nun eben 9 Anstoßzeiten und damit 99 Spiele mehr in Einzelvermarktung bringen kann. Also sollte es mE eher darum gehen, dass man hier die rote Linie zieht statt bei einem Investor. Aber so ist das nun einmal mit unterschiedlichen Sichtweisen.

Das Know-How der Investoren anzunehmen und umzusetzen bedeutet aber, dass der Investor eben doch Einfluss nimmt.

Dass einer der Sorgen die ist, die Spieltage zu zerstückeln, ist auch erstmal naheliegend (gerade vor dem Hintergrund, dass man gerade aus dem Ausland mehr Geld hereinholen will, dann braucht man wohl auch entsprechende Anstoßzeiten). Ebenso ist naheliegend, dass ein Investor ein Mitspracherecht haben will. Ich halte es für reichlich naiv, zu glauben, dass alles so bleiben wird wie es ist und der Investor irgendwas zu verschenken hätte. Und dann unterschwellig zu sagen „ohne Investor wird’s vielleicht noch viel, viel schlimmer“ finde ich auch irgendwie schräg. Fakt ist: Ein Investor will ordentlich Geld verdienen. Und das wird nicht ohne gravierende Änderungen gehen. Wenn man Einfluss nehmen will, dann muss man genau jetzt agieren und seine Bedenken platzieren. Genau das tut doch die Fanszene und zwar mit guten und sachlichen Argumenten.


Da halte ich dagegen.
Es sind nämlich im Regelfall gar keine sachlichen Argumente sondern Annahmen. Genau wie Du annimmst, dass eine Steigerung von 2 auf 3,25 Milliarden Euro binnen 20 Jahren für einen Investor gar kein guter Deal wäre. Und alles wird nur auf den Investoren-Einstieg, aber nicht grundsätzlich kritisiert.
Es heißt: Wenn die DFL einen Investor bekommt, gibt es das Pokalfinale in Riad. Und das ist mE eben Schwachsinn.
In welcher Liga war das so? In Spanien.
Wer hat das entschieden? Die Clubs, kein Investor.

Auch Annahmen können sachliche Argumente sein. Und dass eine Steigerung von 2 auf 3,25 Milliarden nach 20(!) Jahren kein guter Deal sein kann, weiß jeder, der selbst Geld investiert. Ich habe oben (oder unten) einen Link gepostet. Denselben Inhalt findest du auf zahlreichen anderen Seiten. Private Equity Investoren versuchen den Markt outzuperformen. Wollten sie das nicht, würden sie einfach in den Markt reingehen bei deutlich geringeren Risiken.

Das Outperformen mag nicht immer funktionieren, denn ein höheres Risiko bedeuten nicht nur höhere Renditechancen, sondern auch, dass dies auch mit höherer Wahrscheinlichkeit mal in die Hose gehen kann. Es ändert aber nichts daran, dass die Erwartungen zwangsläufig oberhalb der Marktrendite sind und der Investor alle Hebel in Bewegung setzen wird, um dort auch hinzukommen. Wenn eine Überrendite von vornherein nicht realistisch ist, wird es schlicht und ergreifend das Geld nicht geben.

Und zum Vergleich: Beim MSCI World rechnet jeder konservative Anleger mit 7%/Jahr. Und da diversifizierst du in 1.600 Unternehmen. Sprich: ein überschaubares, sehr breit gestreutes Risiko bei der Erwartung, dass sich der Einsatz innerhalb von 20 Jahren vervierfacht. Da werden bei konservativer Erwartung aus 2 Milliarden dann 8 Milliarden.

Corona hat das höhere Risiko auch wunderbar offengelegt: die Umsatzeinbrüche waren deutlich. Währenddessen ist der allgemeine Markt relativ gut durch die Krise gekommen.


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