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Borussia Dortmund trennt sich von Favre (BVB)

elrond100, Ennepetal, Montag, 14.12.2020, 11:02 (vor 2145 Tagen) @ Winterthur

Lieber Lucien,

von meiner Seite alles Gute für die Zukunft. Tut mir sehr leid für dich, dass dir hier ein Umfeld begegnet ist, für das ausser Titel nichts wirklich zählt (bei vielen jedenfalls).

Ich wünsche Lucien Favre wirklich alles erdenklich Gute, er scheint mir ein wirklich feiner Kerl zu sein und ist ein äußerst anständiger und höflicher Mensch.

Der Trainer Favre hatte aber spätestens im Herbst des letzten Jahres hier ausgespielt und seitdem verfolgen wir eine lang anhaltende Leichenschau. Das hat nichts mit Titeln zu tun, sondern der Art und Weise, wie dieses Team spielt. Auch bei Siegen! Auch wenn es heißt, dass dann ja alles immer rosig ist. Nein. Das 2:1 in St. Petersburg war grauenhaft. Und wenn das noch zu jung ist, unsere Siege gegen Prag in der letzten Saison waren peinlich.
Ich kann auch die Unkenrufe hier nicht nachvollziehen, die meinen dass es jetzt erst einmal mehrere Transfers o.ä. braucht um der Mannschaft wieder eine vernünftige Struktur zu geben. Das ist einer der besten Kaderm, die der BVB jemals hatte. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir davon in der nächsten Zeit wieder mehr sehen werden, wenn der Mannschaft wieder erlaubt sein wird nach einem Ballgewinn den Weg zum gegnerischen Tor zu suchen, statt den Weg zum eigenen.

Ich habe schon im letzten Herbst geschrieben, dass der Weg zum Erfolg für diese Mannschaft nur über aktives Pressing und direktes Umschalten in Richtung (gegnerisches) Tor führt. Wenn wir da wieder mehr von sehen dürfen, wird es auch wieder besser laufen.

Und wenn ich nach einem 1:5 gegen einen (zugegebenen sehr guten) Aufsteiger wieder etwas von fehlender Geduld erzähle, dann habe ich als Trainer leider auserzählt. Es tut mir leid.

Favre hatte hier eine furiose Halbserie in der sein fester taktischer Rahmen auf die Mentalität der Truppe traf und einen wirklich großartigen Spirit der Unbesiegbarkeit schuf. Dann versuchte er die defensive Anfälligkeit auszurotten und verordnete nach und nach einen Spielstil, der fortan nur noch auf Kontrolle und Fehlervermeidung ausgelegt war. Diesen durften wir bis Samstag bestaunen. Das ist jetzt vorbei. Ich hoffe stark, dass Tersic auf eine (höhere) Vierkette und konsequentes Pressing setzt, denn damit sind wir richtig stark. Und dafür haben wir auch die richtigen Spieler. Und ich möchte in Trainerinterviews nichts mehr von fehlender Geduld hören. Mit geduldigem fehlerlosen Spiel ist heutzutage nichts mehr zu holen. Da jagt man in jedem Spiel einer Utopie hinterher, die nicht umsetzbar ist. Dann lieber die Stärken der Spieler einsetzen und den ein oder anderen Fehler einpreisen.


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