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Wiederholungstäter (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Sonntag, 13.12.2020, 23:27 (vor 2146 Tagen) @ Talentförderer
bearbeitet von Will Kane, Sonntag, 13.12.2020, 23:31

Der zweite nach Kovac, Hummels übt schonmal für die spätere Karriere. Mal sehen ob er sich damit ins eigene Fleisch geschnitten hat. ;-)

Nun, da muss ich korrigieren.

Bereits an der Demission Ancelottis war Hummels maßgeblich beteiligt. Das war in München mehr als ein offenes Geheimnis, auch wenn Hummels direkt nach der Freistellung Ancelottis umgehend (und ungefragt) nicht als Königsmörder gelten wollte. Vorher hat er keine Gelegenheit der öffentlichen Kritik am Trainer ausgelassen.

Er gehörte auch zu der Gruppe von Spielern, die am Stuhl von Kovac sägten. Bis Uli ein Machtwort sprach (da hatte er noch etwas zu sagen) und die Spieler einnordete. Hummels (zu dem Zeitpunkt in einer ausgeprägten Formkrise) wurde nahegelegt, den Club zu verlassen. Niemand war traurig bei Bayern, als Hummels dann ging. Obwohl er eine äußerst starke Rückrunde gespielt hatte.

Das Verhältnis zwischen Tuchel und Hummels galt im übrigen auch als schwierig, am Ende als vergiftet.


Vor allem hat Favre alles getan um seine Defizite zu verstecken. Hohes Verteidigen für mehr Tempo Fussball heißt byebye Mats Hummels.

Man mag nicht zu unrecht Ancelotti und Kovac als Trainer sehen, die aus diversen Gründen bei Bayern eine Fehlbesetzung waren. Interessant nur, dass gegen beide fast derselbe Kreis von Spielern opponierte. Diese Spieler wurden von beiden Trainern als Schwachstellen ausgemacht (ob nun zurecht oder unrecht) insbesondere wegen ihrer Geschwindigkeitsdefizite. Teils hatten sie an Geschwindigkeit im Laufe ihrer langen Karrieren infolge vieler langwieriger Verletzungen eingebüßt, zum Teil war dieses Defizit immer schon vorhanden. Kovac hatte bereits im Pokalfinale der SGE gegen Bayern Hummels als Schwachpunkt in der Bayerndefensive eben aufgrund der mangelnden Geschwindigkeit ausgemacht. So wie sowohl Ancelotti, als auch Kovac bei allen Unterschieden haben spielen lassen, kam es immer wieder zu Laufduellem in der Abwehr. Und diese zählen nicht zu den Stärken von Hummels. Was beide Trainer auch so sahen.

Interessant ist, was gerade bei Bayern passiert.

Als Flick übernommen hatte, stellte er das Spielsystem um und baute auf hohes, intensives Pressing. Das war nicht nur der Schlüssel für erfolgreiche Offensive der Bayern, sondern auch der effektive Garant für die Stabilisierung der Defensive. Die Umstellung funktionierte vor allem deshalb so gut, weil es geeignete Spieler für diesen Spielstil gab und die Spieler in vollem Saft standen. Die Renaissance Boatengs, der seit 2016 einiges an seiner früheren Geschwindigkeit eingebüßt hat, und das Glänzen Alabas auf der IV- Position hatte einen Hauptgrund darin, dass durch die Pressinglinien vor ihnen so gut wie kein Durchkommen war. Die Mitte war sozusagen ‚zu‘. ;-) Somit wurden beide Spieler kaum in Laufduelle gezwungen, konnten ihre Stärken in der Endverteidigung und vor allem im Spielaufbau ausspielen.

Infolge der im Prinzip fehlenden Regeneration, der eher minimalen Vorbereitungszeit und der Belastung der Spieler (CL-Finalrunde) stimmen nun in der aktuellen Saison Timing und Intensität des hohen Pressings nicht mehr. Zumindest funktioniert es nicht mehr so wie letzte Saison. Hinzu kommt, dass wichtige Spieler für diese Spielweise wie Kimmich aktuell verletzt ausfallen. Deshalb tun sich hinter den Pressinglinien Räume auf, die es letzte Saison so nicht gab. Dies ermöglicht den Gegnern, ihre Konterattacken genau durch diese sich ergebenden Räume zuspielen. Die Innenverteidiger werden so in Laufduelle gezwungen, bei denen sie zwangsläufig nicht gut aussehen können, zumal die Geschwindigkeitsdefizite sich nun auswirken. Einer der Hauptgründe dafür, dass Boateng und Alaba aktuell nicht mehr ihre ausder letzten Saison gewohnten Leistungen zeigen.

Spielerisch nun kein hohes Pressimg und habe ich gleichzeitig eine Innenverteidigung mit Geschwindigkeitsdefiziten, dann muss ich den Raum vor der Innenverteidigung so kompakt wie möglich halten, damit Laufduelle mit den Innenverteidigern vermieden werden können. Das hat Favre zumindest tendenziell so getan, und Hummels hat davon unter dem Strich auch profitiert.

Ich schätze die spielerischen Fähigkeiten von Hummels, sehe allerdings auch seine Defizite auf dem Platz. Es bleibt für ihn und die Mannschaft zu hoffen, dass der neue Trainer mögliche taktische Änderungen so vornimmt, dass Hummels (weiter) seine Stärken ausspielen kann und seine Defizite nicht ins Kontor schlagen.


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