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Gehts nur um die Kohle oder gehts ums sportliche? (BVB)

BoisII, Samstag, 22.08.2020, 21:38 (vor 2237 Tagen) @ Schnippelbohne

Ich finde, das ist eine sehr interessante Frage: Was sind denn angemessene Gehälter? Sollte man hier davon ausgehen, was jemand zum Leben braucht, oder sollte man das daran orientieren, wie viel Geld mit dem Sport umgesetzt wird? Weiter unten schreibst du ja selbst, dass es zumindest zu Beginn ein Zuschussgeschäft wäre.

Ich denke, dass Frauen die Möglichkeit haben sollten, unter professionellen Bedingungen zu trainieren und zu spielen. Wenn der BVB hier Skaleneffekte nutzen kann, um das zu ermöglichen, sehe ich da erst mal kein Problem und als Sportverein hat der BVB diese soziale Verantwortung meiner Meinung nach auch. Ob diese Bedingungen jetzt unter BVB-Lizenz oder in Kooperation mit lokalen Vereinen geschaffen werden sollten, ist dann eine andere Frage.

Was die Bezahlung angeht, würde ich instinktiv erst mal sagen, dass es hier keine Verantwortung seitens des Vereins gibt, Menschen zu ermöglichen, Vollzeitsportler zu sein. Dies gilt meiner Meinung nach allgemein: Beim Fußball, wie auch bei allen anderen Sportarten. Also beziehend auf meine Eingangsfrage würde ich sagen, man sollte nur ausgeben, was man auch erwirtschaften kann. Wenn das dann nicht für angemessene Gehälter reicht, kann man es halt nicht als Vollzeitjob machen.

Jetzt gibt es natürlich noch den Ansatz, dass man ja davon ausgehen muss, dass Frauenfußball langfristig boomen könnte, und es wichtig ist, dies zu fördern/unterstützen. Sportler zu fördern als Vorbilder ist ja auch generell erst mal nicht schlecht, um gerade jüngere Leute dazu zu bringen, selbst aktiv Sport zu betreiben. Dies ist ja auch einer der Gründe für die Sportsoldaten etc. Wenn man sich jetzt anschaut, dass die Fußballfrauen der Bayern <1000 Zuschauer im Schnitt hatten letzte Saison, dann sehe ich aber einfach den Boom beim Frauenfußball nicht. Die Realität ist zurzeit einfach, dass mehr Leute die Regionalliga in Deutschland interessiert als die Frauenbundesliga.

Was bei mir dann auch immer schnell den Reflex "geldgeil" auslöst, sind die Geschichten wie vom norwegischen oder US-Nationalteam, wo es offensichtlich nur ums Geld geht. Ich kann nicht wirklich bewerten, ob diese Teams wirklich so viel Geld einspielen bzw. die Verbände dort durch Sponsoren für ihre Frauenteams so viel Geld einnehmen, dass dies gerechtfertigt ist. In den Medien wurde es (neben den Trainingsbedingungen) aber häufig so dargestellt, dass diese Teams am liebsten einfach so viel bekommen wollen würden wie die Männerteams - losgelöst von der "Einkommensseite".


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