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Brandt im 11Freunde-Interview (BVB)

Brulence, an der Ruhr, Donnerstag, 18.06.2020, 07:18 (vor 2296 Tagen) @ CHS

In der gestern erschienenen 11Freunde ist ein gutes Interview mit Julian Brandt. Eine seiner Aussagen lautet:

"Wir spielen unter LF schönen Fussball, unser Trainer liebt das offensive Spiel, aber mit einem klaren taktischen Rahmen. Dazu schießen wir ja auch nicht gerade wenig Tore. Aber Peter Bosz ist in dieser Hinsicht schon ein besonderer Trainer, wir haben unter ihm modernen Ballbesitzfussball gespielt. Und wir wollten nicht nur die Gegner müde spielen oder den Ball einfach verwalten, wie es so oft beim sogenannten Tiki-Taka der Fall ist. Es ging immer nach vorne, wir haben nie aufgehört zu spielen. Beim BVB haben wir am Anfang mehr Wert auf eine richtig gute Defensive gelegt. Das war erst eine Umstellung, weil ich den Ball haben und ihm nicht nur hinterherlaufen wollte."

Ich glaube, dieses fehlende Rock'n'Roll, die prinzipiell eher vorsichtige Spielweise ist das, was LF auf die Füße fällt. Möglicherweise auch immer noch im Gedanken an die gute alte Klopp-Zeit.
Wir haben schlicht ein zu 90% nicht existentes bzw. funktionierendes Pressing. Haaland guckt sich schon meist fragend um, wenn er mal vorne anläuft, danach geht's wieder retour in eine eher tiefe Staffelung.

Das ist fehlender Mut und die Sorge davor, nicht ausreichend gut gestaffelt zu sein. Das kann man LF prinzipiell ankreiden- jedoch ist das halt original der Favre-Style, sodass man die Kritik am fehlenden Borussia-Style auch eine Etage höher anbringen müsste. Dieser Ticken mehr "Anarchie" auf dem Platz, das ist m.E. nach das, was den Funken deutlich mehr überspringen lassen würde.

Wenn man über neue Trainer spricht, darf der Fokus aber nicht zuvorderst in die Richtung gehen, dass man damit ohne Zweifel direkt auf Platz Eins geht. Was im Übrigen für mich auch ein großes Problemfeld darstellt:

Grundsätzlich will man ambitioniert sein, läuft aber dennoch gegen die große FCB-Wand, die sich nur schwerlich einreißen lässt.

Bevor es falsch rüber kommt... das Thema Bosz und seine taktischen Katastrophen will ich hier gar nicht aufmachen. Ebenso wenig, dass JB bislang nach wie vor viel zu fahrig und unkonstant ist und ein Teil des Problems (kurios, bei Platz 2...) ist.


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