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Lucien Favre ist der traurige Verlierer in einem unwürdigen Umfeld (BVB)

Sven, Witten, Sonntag, 24.11.2019, 11:27 (vor 2491 Tagen) @ TiRo

Naja, aber auch:

Tuchel = nicht wegen sportlicher Gründe nicht mehr da (kannst du nicht vorhersehen)
Bosz = hat nicht funktioniert, lasse ich gelten
Stöger = war eh nur bis Saisonende gedacht, lasse ich nicht gelten
Favre = gut angefangen, stark nachgelassen - passiert


Ich sehe lediglich bei Bosz und Favre, dass die Verantwortlichen nicht richtig lagen.

Als Tuchel kam, schrieben hier zurecht nicht wenige, was für ein schwieriger Typ er ist und was für eine schwierige Vergangenheit er mitbringt (Auseinandersetzung in Mainz). Weshalb eskaliert es bei uns nur ein Jahr später? Richtig, man kam mit dem schwierigen Typ Tuchel nicht klar. Nicht vorhersehbar? Nur Zufall? Pech?

Mit Bosz hat man ebenfalls genau den Trainer mit genau dem System bekommen, das man vorher kannte. Dass er ein ganz anderes System spielt als Wunschtrainer Favre, schien vollkommen egal zu sein.

Auch bei Favre hätte man schon früh genau die Stärken und Schwächen finden müssen, die sich gerade offenbaren. Wie viele haben auch hier im Forum im Vorfeld der Verpflichtung geschrieben vom starren System und vom großen Unterschied der ersten zur zweiten Saison (wobei es bei uns schon in der Rückrunde der ersten Saison anfing).

Das war alles nicht einfach nur Glück und Pech oder unvorhersehbar. Das stimmt so einfach nicht. Etwas überspitzt gesagt habe ich manchmal den Eindruck, dass das einzige Qualitätsmerkmal eines Trainers bei Watzke und Zorc sein muss, dass er woanders mal Erfolg hatte. Das erklärt dann von Heesen, Magath (jeweils Planspiele von Watzke), Röber, Doll, Tuchel, Bosz, Favre. Dass diese Trainer in ihren Vorstellungen teils genau das Gegenteil verkörpern vom anderen, scheint in Hinsicht auf den bestehenden Kader überhaupt keine Rolle zu spielen. Einfach mal verpflichten, soll ja ein guter Trainer sein, wird dann ja schon klappen. So kommt es zumindest bei mir an. Wenn es dann nicht klappt, scheint man ganz erstaunt zu sein und einfach den nächsten zu holen, der ja angeblich gut sein soll.

Man scheint sich auch bei Tuchel im Vorfeld keinerlei Gedanken gemacht zu haben. Ich habe nichts gegen schwierige Trainer. Man kann auch einen Mourinho verpflichten. Aber dann sollte einem klar sein, auf was man sich einlässt. Laut Tuchel war der Anfang vom Ende, dass Watzke ihm auch intern versprochen hatte, nicht alle drei Spieler in der Sommerpause abzugeben. Aus wirtschaftlicher Vernunft hat Watzke sich dann später nicht daran gehalten. Das werfe ich ihm nicht vor. Nur muss doch vorher klar sein, dass so etwas bei einem Trainer vom Typ Tuchel zu großen Konflikten führt und mit etwas Selbstkritik hätte ein Watzke hier auch vor der Verpflichtung schon erkennen können, dass sein eigenes Ego einen gewissen Platz zum Ausbreiten und Herrschen braucht, was sich mit dem Typen Tuchel durchaus stoßen könnte. Es wirkt da manchmal einfach nur selbstherrlich oder / und naiv, wie man in Sachen Trainerverpflichtung rangegangen ist und vermutlich auch weiter rangehen wird.

Es sollte weiterhin klar sein, dass die führenden Köpfe durchaus auch Einfluss auf die Leistungsbereitschaft der Spieler nehmen. Das war doch Leistungsverweigerung und ein Spielen gegen den Trainer am Freitag, oder leugnest du das? So etwas ist doch nur möglich, wenn die Spieler wissen, dass der Trainer intern angeschlagen ist. Und wenn sie es durch die Medien mitbekommen wie in diesem Fall durch die Causa Klopp / Buchveröffentlichung. Auch ein Zusammenhang zwischen dem Streit zwischen Tuchel / Watzke (plus anderen aus der Geschäftsführung und altverdienten Spielern, die sich plötzlich nur noch auf der Bank wiederfanden) und der Leistungsbereitschaft kann man durchaus gen Ende der zweiten Saison finden. Hier agiert man, was die öffentliche Kommunikation angeht, mindestens höchst unglücklich. Doch dieses Fass mache ich jetzt nicht zusätzlich auf ...


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