Willkommen im BVB-Forum

Nicht Favre oder Watzke/Zorc und Co. sondern alle ein bisschen (BVB)

Tigo, Duisburg, Sonntag, 24.11.2019, 10:44 (vor 2491 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de

Wie so oft in so Diskussionen gibt's hier viel zu viel schwarz weiß. Ich persönlich sehe da eine ganze Reihe von kleineren Fehleinschätzungen die in der Summe dazu führen, was wir bisher in dieser Saison sehen. Und da haben nahezu alle ihren Anteil.

1.
Da wäre zum einen die Führungsspieler: Man dachte letztes Jahr, dass man mit Witsel und Reus 2 Spieler gefunden hätte die sportlich über jeden Zweifel erhaben sind und die Mannschaft auch führen können und sowas wie Siegermentalität besitzen. Dazu hat man dann noch Hummels dazu geholt. Und hatte auf eine strake Ache mit (Bürki), Hummels, Witsel, Reus gehofft. Im Endeffekt ist davon nur Hummels in dieser Saison geblieben: Reus ist auf dem Platz quasi unsichtbar und Witsel ist mit seiner eigenen Form beschäftigt. Theoretisch gäbe es noch Schmelzer, der spielt aber sportlich einfach keine Rolle mehr.

2. Nachwirkungen der letzten Saison. Ich glaube man hat die letzte Saison auch etwas unterschätzt im Hinblick auf ihre Nachwirkungen. Das Teams die kurz vor dem Erfolg scheitern, im kommenden Jahr Probleme habe ist nicht unüblich. Siehe Tottenham oder ,zwar eine andere Sportart aber, die LA Rams gerade ganz aktuell.

3. Dann natürlich die Position des Stürmers, man dachte Alcacer wäre jetzt mal länger Fit und Favre wollte nicht zwingend einen, dazu kamen finanzielle Restriktionen und ungünstiges Timing für uns auf dem TM - Ergebnis einfach keinen geholt. Aber man kann auch guten und erfolgreichen Fußball ohne echten Stürmer spielen, also mit einem Götze, Brand, Hazard oder Reus vorne drin in unserem Fall. Aber dafür müssen dann entsprechend Leute aus dem Mittelfeld auch mal das Zentrum besetzten - das funktioniert aber überhaupt nicht, dadurch ist dann "nie jemand" im Strafraum.

4. Spielstil
Favres Philosophie basiert ja darauf abwartend zu spielen und dann wenn es eine Möglichkeit gibt zuzuschlagen, aber auch nur dann. Und defensiv den Gegner bis zu einem bestimmten Punkt zu lassen, aber dann nur Abschlüsse aus schlechten Positionen zuzulassen.
Problem an der Geschichte: Wir stehen nicht stabil genug dafür, auf der anderen Seite können wir wenn wir wollen und bpsw. in ein 4-1-4-1 wechseln so viel Durck aufbauen, dass der Gegner gar nicht mehr hinten rauskommt (Siehe Inter und Paderborn jeweils die 2. Hz). Favre erscheint aber zu verzagt um so von Beginn an zu spielen. Und wird erstaunlich oft in der erste Halbzeit "ausgecoacht".

5. Form der Spieler
Bis auf wenige Ausnahmen, vor allem Hazard und Hummels, sind alle Spieler nicht in Topform, teilweise sogar meilenweit davon entfernt.

6. Kader vs. Spielweise
Als letzten Punkt sei dann noch der Kader erwähnt. Ich sehe nicht das er massiv "schief" aufgestellt ist, aber die ein oder andere Position kann man schon mal etwas hinterfragen. So sind Schulz und auch Hakimi eigentlich eher LA/RA als LV/RV , sie können das zwar spielen, aber haben da dann aber eben gewisse schwächen. Offensiv haben wir dann etliche Spieler die gerne zentral spielen, aber kaum Spieler für Außen. Und auch in der Abwehr sollte man sich Fragen was man da eigentlich vor hat, wenn Hummels geholt wird und klar ist das Zagadou und eben Hummels nur LIV spielen können bleibt für den anderen IV eben nur Akanji und Balerdi. Letzerer durfte noch gar nicht ran. Dazu kommt dann noch Weigl der das als IV erstaunlich solide macht, aber dieses Jahr auch schon das ein oder andere mal gezeigt bekommen hat, warum er eigentlich kein IV ist. Dadurch sind wir trotz nummerisch vielen Möglichkeiten irgendwo limitiert auf dieser Position.


Favre ist jetzt natürlich angezählt und spielt komplett auf Bewährung. Was auch berechtigt ist, denn zumindest für die Form der Spieler und die Aufstellung/Spielidee ist er verantwortlich und es liegt an der Stelle auch am Trainer die Spielidee für den Kader anzupassen, weil der ist zumindest bis zum Winter fest. Und da läuft eben auch einiges Schief.

Aber auch Zorc, Watzke und Co. müssen sich fragen gefallen lassen. Es ist jetzt seit Klopp der dritte Trainer der nicht so abliefert wie man sich das gedacht hat, die Fehleinschätzungen waren da ganz verschiedene: Tuchel hatte man gedacht mit seiner komplizierten Art irgendwie einfangen zu können - konnte man nicht. Bosz war zu viel Harakiri und hatte mit den Nachwirkungen des Anschlags zu kämpfen. Stöger war dann vollkommen ok. Favre siehe oben. Auffällig ist dabei, dass es keine Rote Linie gibt was für eine Spielidee die Trainer haben, das finde ich schon seltsam. Wobei vor allem Bosz da natürlich heraussticht und zumindest Tuchel und Favre mglw. Berührungspunkte in ihren Ideen haben. Und auch beim Kader gibt es das ein oder andere Fragezeichen, angefangen mit dem fehlenden Stürmer.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread: