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zu Perisic (Fußball allgemein)

Will Kane @, Saarbrücken, Donnerstag, 15. August 2019, 00:50 (vor 4 Tagen) @ Sascha

Natürlich werden sich die Bayern da auch etwas anpassen müssen. Aber trotz allem haben sie ja immer noch einen Namen, der ihnen viele Türen öffnen wird.

Die Frage ist nur, ob die Bayern einen Namen haben dafür, jungen Talenten auch Einsatzzeiten zu geben, sie gezielt zu fördern und Ihnen zum Durchbruch zu verhelfen. Vor einigen Jahren hatten sie die Trainer dazu. Aber seinerzeit waren die Transferpreise auch noch nicht so in die Höhe geschossen und die Notwendigkeit, sich um junge Talente auf dem Transfermarkt zu bemühen, war noch nicht so ausgeprägt. Wir haben diesen Ruf mittlerweile, weil wir dies vor noch nicht allzu langer Zeit als Geschäftsmodell für uns ausgemacht und definiert haben.

Ein sehr gutes Scouting gehört sicherlich dazu, aber darüber verfügt heutzutage jeder einigermaßen ambitionierte Club. Alle jungen Toptalente werden immer von diversen Clubs als Transferziel ins Auge gefasst und umworben. Was aber mMn häufig unterschätzt wird, ist der ‚menschliche Faktor‘. Dazu gehört das sich Bemühen, die Einbindung der Familie, Hartnäckigkeit genauso wie Fingerspitzengefühl. Der betreffende junge Spieler und seine Familie müssen das Gefühl bekommen, dass der sie umwerbende Club ihre persönliche Entwicklung ernsthaft im Fokus hat und dabei keine falschen Versprechungen macht.

Hierzu ein kleines Beispiel, welche Fehler man machen kann. Vor ein paar Jahren galt der damals 16jährige Luxemburger Vincent Thill aus dem Nachwuchs des FC Metz als ein großes Talent im offensiven Mittelfeld (mittlerweile scheint er sich nicht weiterentwickelt zu haben und droht in der Tristesse der französischen Zweitklassigkeit zu verschwinden). Nicht wenige Clubs wie der PSG oder auch die Bayern wollten ihn unter Vertrag nehmen. Bayerns damaliger Sportvorstand Sammer lud ihn mit seinem Vater (ehemaliger Fußballer und Berater seines Sohnes) nach München ein, damit er sich das Trainingsgelände etc. anschauen könne, um zu wissen was ihn bei Bayern erwarten würde. Fast schon legendär die Aussage der Eingeladenen nach dem Besuch an der Säbener: „Wir pinkeln uns nicht gleich die Hose voll, nur weil Matthias Sammer anruft“. Müßig zu erwähnen, dass die Thills den Bayern genauso abgesagt haben wie den anderen interessierten Clubs. Sie verlängerten stattdessen den Vertrag mit Metz, einem sehr guten Ausbildungsclub für junge Talente. Aber was ist in München (und vielleicht auch woanders) geschehen, dass es dazu kam? In Metz jedenfalls heißt es, dass die Thills bei ihrem Besuch in München den Eindruck gewonnen hätten, es würde immer nur um die Bayern gehen, wie großartig dort alles sei und wie toll man für die Zukunft aufgestellt sei. Es sei aber kaum um den Spieler selbst gegangen, weder hinsichtlich seiner fußballerischen, noch seiner persönlichen Entwicklung. Da habe man sich in Metz einfach besser aufgehoben gefühlt. Ob dies dann die richtige Entscheidung war, könnte man aus heutiger Sicht bezweifeln. Aus damaliger Sicht jedenfalls erscheint sie mir nachvollziehbar.

 

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