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Primabellerinen? Das ist so eine Sache mit dem Blickwinkel (BVB)

Sven, Witten, Sonntag, 06.05.2018, 19:35 (vor 2808 Tagen) @ RE_LordVader

Ernsthaft: Es ist gut wenn maan sich in beider seitigem Einvernehmen trennen kann (Marc und Manni) damit es für beide Seiten weiter gehen kann. Aber Spieler die ggf im Dienst des BVB traumatisiert wurden auszusortieren und abzuschieben ist halt schon sehr gegen alles wofür die Werte von Borussia stehen, oder?

Ernsthaft zurückgefragt: Trainer die ggf im Dienst des BVB traumatisiert wurden auszusortieren und abzuschieben ist halt schon sehr gegen alles wofür die Werte von Borussia stehen, oder?

Mir fehlte in der ganzen Debatte um den Anschlag ebenfalls die Sensibilität. Ich schreibe das bewusst in der Vergangenheitsform, weil die größten Fehler aus meiner Sicht direkt nach als auch Wochen nach dem Anschlag gemacht wurden. Danach war es dann ruhig. Als die Krise im Herbst begann, kam das Thema plötzlich wieder auf. Einerseits, weil einige bemerkten, dass solch ein Anschlag doch ganz schön üble Konsequenzen haben kann. Andererseits aber auch instrumentalisiert. Letzteres gefällt mir garnicht und finde ich auch keinen guten Umgang mit Anschlagsopfern. Was mir bei der Debatte im Moment zu kurz kommt, sind nämlich folgende Punkte:

1. Das Argument Anschlag wird nur benutzt, wenn es einem selbst gerade in den Kram passt. Es wird genutzt, um auf Fans zu zeigen, die Spieler auspfeifen. Es wird seltsamerweise nicht benutzt z.B. zur Verteidigung von TT oder von Dembele. Beides sind Anschlagsopfer! Siehe auch dein Argument im letzten Posting.

2. Bevor auf das Verhalten von Fans gezeigt wird, sollte erstmal geschaut werden, wie die Verantwortlichen mit dem Thema umgegangen sind und umgehen. Das ist insofern wichtig, weil Fans nicht die Interna haben, die eine GF besitzt. Wenn diese der Mannschaft fehlenden Charakter bescheinigt, so wird das von den meisten Fans geglaubt. Die Hauptkritik sollte sich dann bitte an die Verantwortlichen in unseren Verein richten.

3. Ich möchte gern das Augenmerk darauf richten, wie die Spieler untereinander mit dem Thema umgehen. Man sollte ja meinen, dass diese am besten wissen sollten, wie es sich anfühlt, Anschlagsopfer zu sein und wie man mit solchen Menschen umgehen sollte. Wenn ich mir Aussagen unserer Spieler in den letzten 12 Monaten über andere Spieler und Trainer anhöre (alles Anschlagsopfer) und die glaubwürdigen Gerüchte für bare Münze halte, wie da innerhalb der Mannschaft miteinander umgegangen wird, dann ist das eigentlich unfassbar.

4. Die Probleme, die es in unserem Spiel gibt, existieren nicht erst seit dem Anschlag. Sie gab es auch vorher schon. Auch da gab es schon "ein einziges Defizit". Sicherlich kommen die Konsequenzen des Anschlags da noch hinzu. Das bedeutet aber nicht, dass nun alle Probleme am Anschlag liegen und auch nicht, dass man diese Probleme deshalb alle ignorieren oder entschuldigen muss, nur weil es den Anschlag gab. Ich finde es folgerichttig, dass Fans bei solch einer Nicht-Leistung wie gestern pfeifen.

5. Die GF "pfeift" auf die Kosequenzen des Anschlags, die Spieler im Umgang untereinander auch. Das ist alles hinnehmbar, aber der Fan, der sich diesem Unmut anschließt, der ist kein echter Borusse? Ernsthaft? Der Fan soll päpstlicher als der Papst sein? Das ist für mich eine Pseudodebatte, die geführt wird über die Misstände, die es eigentlich im Verein gibt und die sich auswirkt bis zu den Fans, aber als letztes Glied. Den Finger darauf zu legen, finde ich sehr wichtig, denn genau hier muss angesetzt werden. Von der GF, von Sammer und Kehl die neu dazustoßen,von den einzelnen Spielern, und da, ja da können auch die Fans dann unterstützen. Und nicht andersherum: Die Fans als Schuldigen. So ändert sich nämlich nichts.

Für einen vernünftige Aufarbeitung des Anschlags ist es vermutlich viel zu spät. Jetzt geht es trotzdem darum, getane Fehler auszubügeln, einen Neuanfang zu wagen. Das geht nicht, wenn wir der meinung sind, wir behalten alle Spieler, weil diese nun einmal Opfer des Anschlags waren. So wie es nicht anders ging, als dass ein TT geht, Anschlagsopfer hin oder her, so wird es auch bei den Spielern sein, die uns sportlich nicht weiterhelfen oder die charakterlich aussortiert werden müssen, weil sie einem gemeinsamen Teamgeist entgegenstehen. Wer das genau ist, müssen die Verantwortlichen identifizieren. Wenn der Turn gelingt, wenn da wieder 11 kämpfende Borussen auf dem Platz stehen, dann werden auch die Fans wieder da sein, davon bin ich zu 100% überzeugt.


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