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Der Sieg ist was zählt (Spieltage)

CF, Donnerstag, 22.10.2026, 14:14 (vor 5 Stunden, 41 Minuten) @ Scherben

Man kann alles sezieren und analysieren - aber für mich geht es dabei kaputt. In der Musik ist es doch genauso - entweder ein Song gefällt mir oder nicht. Dafür brauche ich keine Analyse. Meine Frau kann beispielsweise mit Tom Waits nichts anfangen – wegen seiner Stimme. Bei mir kommt seine Stimme nur als Bonus obendrauf.


Wenn dir ein Song (oder ein Musiker) nicht gefällt, hörst du ihn konsequenterweise nicht mehr. Oder konsumierst du dann erst recht möglichst viel von ihm und kaufst vielleicht sogar noch ein überteuertes Shirt, nur um anschließend zu sagen, wie scheiße er doch singt?

Ich verstehe das bei einigen einfach nicht. Man wird nicht dazu gezwungen, BVB oder überhaupt Fußball zu schauen. Wenn das seit zehn Jahren alles nur noch nervt und frustriert, dann hat man doch die Möglichkeit, andere Dinge im Leben zu tun, die vielleicht mehr Freude bereiten.


Und vor allem könnte man ja trotzdem noch den BVB schauen, ohne anderen Leuten die eigene schlechte Laune aufzuzwingen.


War das jemals eine Option beim Fussballschauen, seine Meinungen nicht auszutauschen? Das hat mein Opa in den 70ern schon gemacht in der Kneipe (und was gab es da für Beschimpfungen an Spieler!). Nun ist das Internet die Kneipe und solange persönliche Beleidigungen ausbleiben, dürfen doch auch durchaus große Emotionen - positiv wie negativ - ihren Platz haben finde ich. Der Unterschied zu früher ist mMn allerdings, dass sich heute mehr Menschen persönlich angegriffen fühlen, wenn sie Kontra zu ihrer eigenen Meinung erhalten.


Ich sehe das tatsächlich völlig anders.

Was die Kritikfähigkeit angeht, so scheint sie mir insgesamt gestiegen zu sein, denn immerhin sprechen wir recht häufig recht offen über Dinge, die nicht gut funktionieren. Wenn die Reaktion darauf immer Patzigkeit wäre, würde man diese Gespräche sehr schnell nicht mehr führen.

Hier geht es mir insofern auch um etwas anderes: Ich verstehe den Sinn dahinter nicht, anderen Leuten bewusst etwas madig machen zu wollen, an denen diese Spaß haben. Wenn man selbst merkt, dass man an etwas keinen Spaß hat, dann kann man das ja durchaus auch kommunizieren und begründen. Wenn sich dann aber im selben Atemzug darüber beklagt wird, dass keine Euphorie aufkommt, oder wenn (noch schlimmer) nach Siegen des BVB herumgeätzt wird, dann klingeln bei mir die Alarmglocken, denn das passt dann nicht zusammen.

Ich finde das gar nicht so wenig zusammenpassend. Ich persönlich mag die Spielweise zwar nicht, freue mich dennoch über einen Sieg. Das ist dann mehr Erleichterung, gute Stimmung, wenn es gegen direkte Konkurrenten war. Euphorie allerdings ist nochmal ne ganz andere Geschichte. Euphorie kommt auf bei außergewöhnlichen Spiel-Ergebnissen, Titelchancen (Meisterschaft, Pokal) oder CL-Erfolgen gegen Big Player auf. Oder auch bei spektakulärer Spielweise. All das gibt es seit 2 Jahren aber nicht und die Ursache sehe ich zumindest nicht in der Bereitschaft der Fans, sondern in den Umständen, dem Wettbewerb, der Spielweise. Vor der Euphorie würde ich mir zunächst einmal wirklich positive Überraschungen wünschen. Da reicht dann ein 2. Platz einfach noch nicht aus.


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