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Pro-Terzic Post wie gewünscht (BVB)

waltrock, Sonntag, 24.12.2023, 10:46 (vor 789 Tagen) @ Gargamel09

Interessant, dass auch dieses Thema eigentlich nur Gemecker und Gezeter nach sich gezogen hat, anstatt wie im Ausgangspost gefordert den Perspektivwechsel zu wagen und vielleicht den Weg, den die Verantwortlichen aus der Misere gesehen haben zu beleuchten.

Zuerst: die 2. Halbzeit gegen Mainz war Dreck. Scheiß Fußball aus vergangenen Zeiten. Gefühlt schlimmer als unter Doll, weil in der 1. Halbzeit ein ganz anderes Gesicht gezeigt wurde und man dies der Mannschaft mittlerweile persönlich nimmt. Sogar bis dazu, dass es ein Statement gegen den Trainer sein sollte. Aber was spricht nun für Terzic?

- Identifikation
Die bisherigen Trainer sind mitunter gescheitert, weil sie die Emotionalität des Klubs nicht vertreten haben. Nicht zuletzt Favre ist wegen seinem "Schlafwagen" ausgeschieden. Rose zeigt aktuell in Leipzig, wo seine Loyalität liegt. Da ist Terzic einfach der Gegenentwurf, der auch Identifikation mit der Mannschaft ermöglichen soll, i
In Zeiten in denen Spieler eigene Marken werden und kaum mehr Integration in Stadt und Land zeigen.

- Konstanz
Wir haben in den letzten Jahren gefühlt jedes Jahr Trainer UND Philosophie getauscht. Es ergibt sich damit die Herausforderung, den Kader kaum entwickeln zu können. Nicht zuletzt gibt es gefühlt jedes Jahr mehr Baustellen als Verbesserungschancen im Kader. Hier versucht man nun ohne Philosophiewechsel den Kader über die nächsten Jahre vernünftig aufzubauen und ein Gesicht zu geben. Dies zeigen die Laufzeiten der Verträge mit Schlüsselspielern.

- Totgesagte leben länger
Terzic wurde schon mehrfach abgeschrieben, als zu leicht befunden. Dennoch holte er den Pokal, schaffte überragende Rückrunden und hat augenscheinlich die Mannschaft in diesen Situationen erreicht. Da ist natürlich die Hoffnung, dass sich dies nicht abgenutzt hat, sondern dass er dies konserviert.

- Schlüsselspieler verletzt und außer Form
Aufgabe des Trainers ist die Spieler in Form zu halten und auf ein höheres Niveau zu bringen. Dies scheint Terzic aktuell nicht zu gelingen. Aber welcher Trainer bei uns hat zuletzt Spieler besser gemacht? Wobei nicht korrekt. Wir bekommen Talente entwickelt (Bynoe-Gittens, Bellingham, ...), nur die gestandenen Spieler werden nicht besser.
Dazu kommen Adeyemi, Haller und Co., die nicht nur gefühlt komplett neben sich stehen. Dies kann natürlich an Trainingsformen und Taktik liegen. Hier sucht man aber die Verantwortung eher bei den Spielern.
Dazu kommen verletzungsbedingte Ausfälle unserer Zugänge Nmecha und Sabitzer, die eigentlich den Verlust von Bellingham auffangen sollten. Stattdessen müsste Can dies alleine mit Öczan auffangen, was nicht wirklich gelang.

- Fehler auf allen Ebenen
Im Sommer wunderten wir uns alle über die nicht-Vorbereitung in den USA. Von dem viel gepriesenen Zusammenhalt der da entstanden sein soll war eigentlich nie etwas zu sehen. Die Hinrunde ist mit CL und Pokal immer von vielen Spielen geprägt, in denen man das einfach nicht nachholen kann, ebenso wie Defizite in der Fitness. Da wird die Hoffnung bestehen, in Marbella etwas aufholen zu können.
Zudem gingen ein paar Pläne nicht auf. Can ist nicht der Captain den man sich wünscht und konnte die Leistung aus der Vorsaison nicht kultivieren. Haller ist außer Form und in einem Loch. Süle mit dem Kopf mehr bei Familie als auf dem Platz. Da muss man die Kaderplanung schon hinterfragen. Wirtschaftlich waren Freigaben für Nmecha nicht korrekt und auch die Beratung Sammers zielte in die falsche Richtung.
Da wäre es insgesamt nicht fair, den Kopf des Trainers dafür zu fordern.

- Spielidee
Eine Handschrift und Spielidee ist zu sehen, auch wenn sie meist nicht funktioniert.
Die Idee ist aus meiner Sicht, auf den Außenbahnen die Spieler in 1:1 Situationen zu bringen und dort die individuelle Qualität zu nutzen, um hinter die Verteidigungslinie zu kommen. Ideal umgesetzt wurde dies mit Sancho und der ersten Terzic-Saison. Diese Spielidee funktioniert aber nur mit guter Chancenverwertung und stabiler Defensive, deswegen wirkten viele Spiele glücklich gewonnen. Durch die vielen Ballverluste in den 1:1 Situationen, eignet sich dies auch nicht, um einen dominanten Auftritt auf den Rasen zu bringen und es wirkt wie ein zufälliges Spiel.
Hier möchte ich dann auch noch Kritik los werden. Diese Idee funktioniert nur, wenn sie überraschend ist. Vergleichbar mit American Football, wenn man nur auf Laufspiel setzt. Das ist dann ausrechenbar und einfach zu verteidigen. Es braucht Kombination mit einem Passspiel auf die Wide Receiver. Im Fußball braucht es hier auch einstudierte Spielzüge, den Pass hinter die Linien. Der eine Lupfer, der genau in den Lauf von Füllkrug kommt.
Naja, vielleicht sind dies diese Spielzüge mit Hacke etc die wir immer kritisieren. Vielleicht sind das ja diese einstudierten Laufwege, wer weiß. Nur weil es schlecht funktioniert, kann es ja trotzdem vorhanden sein.

So - und dann bin ich nun gespannt, wer sich inhaltlich mit meinem Post auseinandersetzt.


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