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Neu auf schwatzgelb.de: Protest gegen Queerfeindlichkeit: "Zu 100 Prozent solidarisch mit Betroffenen" (BVB)

FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Mittwoch, 23.08.2023, 16:17 (vor 917 Tagen) @ Finchen
bearbeitet von FourrierTrans, Mittwoch, 23.08.2023, 16:25


Google mal nach Jan Deichmohle.


Noch nie gehört den Namen, aber Google hilft. Ich bin mir sicher, dass diese Person nicht auch nur im Ansatz seriös über so ein Thema schreibt/denkt/spricht/debattiert. Ich habe nur das Cover und die Überschrift des Buches gesehen und direkt weggeklickt.
Wieso kennst du solche Leute?


Ich kenne mich in der deutschen Incel-Szene gut aus. Deichmohle ist wohl einer der Vorreiter im deutschsprachigen Raum, nach eigenen Angaben schreibt er seit den 80ern und ist diplomierter Mathematiker. Viele Argumente und Thesen der deutschen Incels gehen auf ihn zurück.

Zum Beispiel die These, dass Frauen nur auf Hallodris, Dumme und Verbrecher stünden.

Dazu gibt es hier eine kritische Rezension:

https://www.booknerds.de/2016/03/jan-deichmohle-die-unterdrueckung-der-maenner-buch/

Ein besonders fragwürdiges Argument findet Deichmohle im Zusammenhang der intersexuellen Selektion: Da die weibliche Wahl von Moden und Trends abhängig sei, würden sich im menschlichen Genpool „die Gene und Charakteristiken von Mördern und asozialen Blendern verbreiten, weil ihre Träger von einigen Frauen bevorzugt werden“. Der dazugehörige Lösungsansatz: Es müssen sich möglichst viele Männer fortpflanzen, damit die Evolution ihr Werk tun und den Mensch durch zu einem besser angepassten Wesen machen kann. Spätestens an diesem Punkt dürfte klar sein, dass Deichmohle nicht „nur“ eine frauenfeindliche Agenda verfolgt.

Deichmohle hat auch noch ganz andere Thesen auf Lager. Zum Beispiel gibt er dem Feminismus die Schuld für die Entstehung des Islamischen Staates. Solche Bewegungen, wie er sie nennt, seien Gegenreaktionen der Enttäuschungen junger, perspektivloser Männer, die in einer feministischen Welt keinen Sinn mehr im Leben fänden.

Er macht den Feminismus auch für einen angeblichen kulturellen und intellektuellen Verfall der Gesellschaft verantwortlich. Lasen Männer früher noch Hochliteratur, so lesen sie heute Comics. Dies sei für ihn ein Zeichen der Degeneration der Gesellschaft. LGTB ist für ihn natürlich auch der Untergang des Abendlandes.

Bei Incels fallen solche Thesen natürlich auf fruchtbaren Boden. Damit wissen sie nun, wer für ihre Beziehungslosigkeit verantwortlich ist: Der Feminismus.

Dann landen sie auch schnell bei den Rechten. Meinte der eine Mensch von der AfD nicht zuletzt, richtige Männer seien rechts?

Ok verstanden, danke erst einmal für die Einordnung. Wobei ich ganz ehrlich sagen muss, solche Leute sollte man mMn einfach komplett unerwähnt lassen. Und auch nicht in einem Streitgespräch einbringen, weil solchen Leuten darf man erst gar keine Bühne geben. Denen geht es letztlich nur ums Geschäft. Sicherlich gibt Männer, die genau diesen Weg gehen, wie von dir beschrieben, aber nicht jeder (statistisch gesehen vermutlich sogar eher eine absolute Minderheit), der konservativ denkt, wird so eine Lebensbiografie haben und bei solchen Gurus landen. Ich weiß von den Machenschaften eines Andrew Tate, ein deutsches Pendant war mir bisher nicht bekannt. Jetzt kenne ich es bedauerlicherweise und der Kerl hat seine "Prominenz" des Gekanntwerdens um eine Person erhöht. Deshalb, sowas einfach gar nicht erst mit in die Diskussion bringen, meiner Meinung nach. Am Ende wird man deren "Bewegung" so auch mit Nachschub füttern, wenn das die ad-hoc-Antwort ("du bist ja ein Andrew Tate Jünger") auf eine konservative Sichtweise (die man durchaus kritisieren kann) ist.


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