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Neu auf schwatzgelb.de: Protest gegen Queerfeindlichkeit: "Zu 100 Prozent solidarisch mit Betroffenen" (BVB)

FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Mittwoch, 23.08.2023, 13:46 (vor 915 Tagen) @ Pfostentreffer
bearbeitet von FourrierTrans, Mittwoch, 23.08.2023, 13:56

Es war ja auch so im alten Griechenland und im riesigen römischen Reich. Sogar in Persien. Da war LGBTQ gelebte Realität.
Das konservative Gehabe und alles zur Sünde und „Hexerei“ abstempelnde schwappte ja erst mit Ausbreiten des Christentums über die Welt. Und der Islam wollte dem natürlich auch in nichts nachstehen.


Der obszöne Hedonismus (in jeder Form, auch beispielsweise was Arbeitsmoral, den Umgang mit Rauschmitteln oder den Stellenwert der Familie als gesellschaftlicher Fels in der Brandung anging) während der letzten Jahrzehnte des römischen Reiches war sicherlich auch ein Brandbeschleuniger, der zum Untergang desselbigen beigetragen hat. Oder die "wir brauchen kein Heer mit römischen Soldaten mehr, lasst die ollen Germanan für uns die Kampfverbände stellen"-Einstellung.


Ville Zustimmung. Aber was hat das mit dem Hass auf queere Menschen zu tun? Oder meinst Du, Hedonismus und queer sein wären irgendwie gleichzustellen?

Nein, deswegen habe ich ja auch bewusst mehrere Aspekte, die mMn dazuzählen, mit aufgeführt. Aber die Art und Weise, wie in dieser Gesellschaft Sexualität zunehmend öffentlich zur Schau gestellt und wie das Individuum dem Kollektiv durchgehend vorgezogen wird, ist sicherlich eine Form davon.

Offtopic: Es gibt recht interessante, historische Aufzeichnungen über die Zeiten von Kaiser Augustus. Das römische Reich war auf seinem Höhepunkt (bilanziell gesehen, es ging aber natürlich schon steil bergab), der Reichtum den die vergangenen Generationen erwirtschaftet hatten, wurde hemmungslos verprasst, u.a. wie oben beschrieben. Es wurden immer weniger Kinder geboren, der Alltag war geprägt von Muse und Festivitäten (incl. Weinverzehr in rauen Mengen), immer weniger Ehen wurden geschlossen (de facto lebte ein zunehmend großer Zeil der Bevölkerung Roms als Single, sexuell unbgebunden, unabhängig ob hetero-, bi- oder homosexuell) u.a. da Frauen verstärkt finanziell unabhängig wurden (die sogenannte Manus-Ehe gab nur in der frühen römischen Republik). Die Ehe zum Zweck der Gemeinschaft und der Fortpflanzung galt im Grunde als überholt. Augustus wollte mit Gesetzen dagegen vorgehen, er sah die aufziehenden dunklen Wolken, der Prozess des Verfalls war aber schon losgetreten und nicht mehr einzufangen.
Konservative Sichtweisen, beispielsweise in Bezug zur Ehe, sind letztlich mit dem erstarken des Christentums, nach den epochalen Schrecken und Verwerfungen, die mit dem Untergang Roms über Generationen tief verwurzelt waren, wieder "modern" geworden.

Nein, deswegen habe ich ja auch bewusst mehrere Aspekte, die mMn dazuzählen, mit aufgeführt. Aber die Art und Weise, wie in dieser Gesellschaft Sexualität zunehmend öffentlich zur Schau gestellt und wie das Individuum dem Kollektiv durchgehend vorgezogen wird, ist sicherlich eine Form davon.

danke für die Erklärung. Nachvollziehbarer Punkt, wenn auch nur einer von vielen, wie Du sagst.

Danke auch für den Exkurs, interessant, es nochmal so gebündelt aus der Perspektive zu lesen. Auch nicht das einzige Reich, bei dem die eigene, gewachsene Dekadenz mit zum Untergang beigetragen hat. Es gibt ja sogar Leute die behaupten, aktuell wäre die Dekadenz des Westens so hoch, dass dieser Fall kurz bevor steht.

Auch wenn Du es Offtopic benannt hast möchte ich aber trotzdem betonen, dass es nix mit der Gleichbehandlung von Minderheiten zu tun hat, dass eine Gesellschaft ein kritisches Level an Dekadenz erreicht. Er mit dem Gegenteil wäre meine Einschätzung.

Die Wissenschaft streitet sich natürlich auch immer, was jetzt wirklich der ausschlaggebende Punkt war. Vermutlich ist es eine Mischung aus vielen Aspekten. Aber dieses, ich nenne das mal, sexuell ausschweifende Leben (wie gesagt, ohne Fokus auf Homo- oder Heterosexualität), das zurückdrängen der Familie ("ey voll yesterday, du bist verheiratet, Hausfrau und Mutter? Keine Karriere, keinen Job?"), als Stützpfeiler einer Gesellschaft, die Zunahme an, wie man es heute nennt, Single-Haushalten, hat man so ähnlich tatsächlich immer wieder gesehen, bei untergegangenen Gesellschaften.


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