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Lieber das System ändern wie im Football (BVB)

jniklast, Langenhagen, Sonntag, 30.04.2023, 11:13 (vor 1203 Tagen) @ Born-to-run

Natürlich muss ein Challenge-System auch gut durchdacht sein um Missbrauch soweit wie möglich zu vermeiden.

Es geht doch um Situationen, in denen praktisch das ganze Stadion etwas anderes wahrgenommen hat als der Schiedsrichter auf dem Feld. Also darf man dann auch vorgeben, dass eine Challenge relativ unmittelbar, z.B. innerhalb von 15 Sek nach dem aufgetretenen Ereignis erfolgen muss. Eben weil sich die Bank sicher ist, dass ein ganz offensichtlicher Fehler vorliegt.

Ein offensichtlicher Fehler liegt meiner Meinung nach nur dann vor, wenn er schon spontan in der Situation als solcher erkannt und reklamiert wird. Nicht erst nach Minuten langem Video-Studium an den Laptops. Also, der Trainer/die Bank müssen sich ihrer Wahrnehmung spontan sehr sicher sein, dass der Schiri einen Fehler begangen hat. Da darf man als Bank schon den gleichen Druck haben wie der Schiri. Von dem wird ja auch erwartet, sich in der Situation sicher zu sein was er entscheidet. Das darf ich dann von der Bank auch erwarten.

Das wird aber doch garantiert dazu führen, dass viele klare Fehlentscheidungen nicht mehr korrigiert werden, einfach weil es auch von der Bank nicht sofort sichtbar sein wird. Da würde man sich doch gleich wieder der Möglichkeiten berauben, die man jetzt hat.


Gleichzeitig müssen Sanktionsmöglichkeiten erdacht werden, die verhindern helfen, dass die Challenge rein taktisch genommen wird. Und diese Sanktionen müssen so hart sein, dass man sich als Bank eben auch unter Zeitdruck schon sehr sicher sein muss, dass die eigene Wahrnehmung richtig ist, bevor man eine Strafe wegen Missbrauch der Challenge riskiert.

Wie solche Sanktionsmöglichkeiten aussehen, müsste dann eben mal eine Expertenrunde aus Schiedsrichtern, Ex-Profis und Trainern erarbeiten. Ich werfe mal als eine Möglichkeit den Verlust einer Wechseloption in den Raum. Oder eine zusätzliche Nachspielzeit, wenn Zeitschinden das mögliche Motiv für die Challenge sein könnte. Oder man muss für den Rest der Spielzeit einen Spieler seiner Mannschaft vom Feld nehmen, wenn das ganze in den Schlussminuten stattfindet.

Möglich, dass man da halbwegs sinnvolle Lösungen finden würde, aber am Ende wird alles dem Spielfluss garantiert nicht dienlich sein.


Das muss man denke ich nur mal in Ruhe mit Leuten denen man den nötigen Sachverstand zutrauen kann erörtern, dann wird man da auch wirkungsvolle Maßnahmen finden, die den taktischen Missbrauch minimieren.


Mag alles sein, aber sorry, das ist am Ende doch Wahnsinn das alles ändern zu wollen und dafür taktischen Missbrauch und vor allem noch häufigere Ungerechtigkeiten durch zu wenig Überprüfungszeit oder fehlende Challenge Möglichkeiten in Kauf zu nehmen, nur weil da ein "Elite" Schiedsrichter wie Robert Hartmann nach Ansicht der TV Bilder meint es sei kein klarer Elfmeter. Und das wird dadurch doch auch nicht verhindert, was garantiert denn, dass so ein Schiedsrichter es dann mit Challenge auf einmal richtig macht?

Letztendlich sind die Eingriffsmöglichkeiten doch absolut nicht das Problem, es ist alleine die mangelnde Kompetenz. Und die wird eben meiner Meinung nach nicht durch irgendwelche Challenges verbessert. Allenfalls wird dadurch der Druck erhöht eine Entscheidung zum Wohle der jeweiligen Mannschaft zu fällen - aber das darf eigentlich nie passieren bei Entscheidungen eines "Unparteiischen".


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