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Neu auf schwatzgelb.de: Schwarzgelbe Seilschaften mit Absturzgefahr (BVB)

pappnase, Montag, 14.11.2022, 21:15 (vor 1380 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de

Ich würde ja nach wie vor die These aufstellen, dass nicht die fehlende Identifikation das Grundproblem ist.
Ich vermute, dass diese These auf einer fußballromantisch eingefärbten Sicht auf die BVB-Vergangheit und die stärkere Konkurrenz basiert.
Da sind zum einen ehemalige Spieler - zweifellos mit großen Verdiensten - denen im Nachgang eine starke Identifikation nachgesagt wird. Beispiele sind etwa Dede oder Nuri Sahin, die mit dem BVB ganz besondere Momente erlebt haben und sicherlich auch eine fürs Profidasein recht hohe BVB-Sympathie entwickelt (Dede) bzw. mitgebracht haben (Sahin). Dabei wird dann schnell vergessen, dass diese Jungs dann auch im Laufe der Zeit den Absprung gesucht (Dede -> Roma) und gefunden haben (Sahin -> Real). Und das ließe sich jetzt mit anderen Namen nahtlos ergänzen.
Letztlich war ein längerer Verbleib von Profis dann doch immer mit einer realtiv idealen Angleichung des Spielerniveaus mit dem mittleren BVB-Niveau/Anspruch verbunden.

Zum anderen ist da der Blick auf anderen Klubs, bei denen der Rasen etwas grüner ist als bei uns. Zum Beispiel dieser gewisse Klub aus München. Auch da wird vergessen, dass die große Verbundenheit erhebliche finanzielle Randbedingungen aufweist (Kommentare des Managements zu Schweinsteiger). Auch der "Ultra" aus GE wird seine Zelte in München wegen der Kombination aus Erfolgsaussichten und Gehalt aufgeschlagen haben - aber ganz sicher nicht, weil man ihn dort so herzlich empfangen hat. Weitere Verweise auf andere Beispiele (Kroos mit seinem erzwungenen Glück in Madrid) muss ich nicht länger ausführen.

Wenn ich wählen müsste, welches Schlagwort den größten Mangel bei uns beschreibt, wäre das Motivation. Klar, die Zusammenstellung und das Einstellen eines Kaders ist derartig komplex, dass es durch ein einziges Schlagwort niemals vollstänig beschrieben werden kann.
Aber was lässt einen denn auch gegen einen Zweitligist voll in die Zweikämpfe gehen?
Was benötigt man zu einem laufintensiven Pressig gerade in der Offensive?
Was macht einen offen für die Ideen des Trainers?
Ganz am Anfang doch die Motivation. Das man alleine damit noch nicht die Champions League gewinnt ist soweit klar.
Aus meiner Sicht hatten wir daher nicht zu viele Spieler, die als Talent gekommen und als etablierter Profi gegangen sind. Sondern wir haben/hatten zu wenige davon! Es sind doch schon ganz am Anfang der Erfolgsstory Spieler gewesen wir Bender, Großkreutz, Subotic, Schmelzer und Co., die den Gegner über längere Zeit quasi gefressen haben und den Vorgaben des Trainers bedingungslos gefolgt sind. Natürlich wird ein heutiger/zukünftiger BVB-Trainer im Allgemeinen nicht diesen taktischen Vorsprung herausarbeiten können, wie es damals bei Klopp noch möglich war. Aber am Ende muss ja auch nicht das Double oder das CL-Finale stehen und dank der ehemaligen Erfolge kann man bei den Talenten auch durchaus in einem anderen Regal zulangen als es damals unter Klopp noch möglich war (Dembele, Sancho, Haaland).

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Probleme des BVB auf die Förderung und den Verkauf von Talenten zu schieben, greift aus meiner Sicht viel zu kurz.


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