schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
A- A+
schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
Startseite | FAQ | schwatzgelb.de unterstützen
Login | Registrieren

Was ist in der Halbzeit passiert? (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Sonntag, 13.11.2022, 02:20 (vor 1384 Tagen) @ koom

Es wäre trotzdem komisch, wenn wir hier alle diese Geschichten kennen, ein Bundesliga-Trainerteam im Verein, der/den Klopp groß gemacht hat, das aber ignoriert... Bisschen schlicht, nicht?


Vielleicht. Aber manchmal - wie Will Kane auch sagt - sinds halt die kleinen Dinge. Die für so selbstverständlich genommen werden, das man sich nicht darum kümmert. Und diesen Fehler macht man vor allem dann gerne, wenn auf den Gehaltsschecks aller Beteiligten 7stellige Beträge stehen. Wer viel verdient, muss ja viel Ahnung haben. Das ist aber nicht zwingend so.

Das Positionsspiel - also im Wesentlichen wer wann wo auf dem Feld stehen soll, wenn der Ball/Gegner ean einem bestimmten Punkt ist - von Dortmund ist kaum existent. Das Warum ist schwer zu sagen. Aber gerade im Fußball setzt man oft nicht auch Fachleute, sondern gerne auch auf Leute, die "gut rüberkommen". Und die damit alles lösen. Vielleicht hatte man das bei Terzic auch schon auf dem Schirm, weswegen man ihm Peter Hermann an die Seite gestellt hat, der als Co-Trainer einen Topruf genießt (aber schon bei anderen Stationen bewiesen hat, dass er loyal zu einem Cheftrainer ist und dessen Arbeit eher wenig beeinflusst).

Es sind halt viele Mutmaßungen, aber das, was zu sehen ist, ist gruselig. Und es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Spieler wegen der Wohlfühloase oder Nichtnominierung oder Nominierung oder sonstwas beständig schlechter werden, wo sie vorher herausragende Leistungsträger und Arbeitstiere in ihren Klubs wahren.

Beispiel Schlotterbeck.

In seiner Leihzeit bei Union (trotz längerem verletzungsbedingtem Ausfall) Startelfspieler, Leistungsträger, Topperformer. Nach seiner Rückkehr zum SCF dort das Gleiche, sogar mit einer weiteren Leistungssteigerung. Im Fokus in- und ausländischer Topclubs, Neunationalspieler, gilt als der Innenverteidiger der Zukunft.

Nach dem Wechsel zum BVB zunächst ansprechende Leistungen, dann schleichen sich immer wieder Schwächen ein, zuletzt Unkonzentriertheiten und Unsicherheiten.

Warum?

Mancher wird sagen, es sei halt etwas anderes bei einem kleinem Club zu spielen als bei einem großen und das auch noch international. Dem kann man nur einen Blick auf die aktuelle Tabelle und einen zweiten auf die Entwicklung dieser Clubs in den letzten Jahren zu werfen.

Andere werden darauf verweisen, dass Schlotterbeck schon immer mal wieder Nolzen in seinem Spiel hatte. Was durchaus richtig ist. Nur wurden diese in seinem Spiel kontinuierlich weniger, während die aktuelle Entwicklung mehr Fehler aufweist.

Geht man einmal weg von der Betrachtung des individuellen Spielers Schlotterbeck und schaut einmal genauer auf Union und Freiburg als Teams, dann wird man zwischen Union und Freiburg bestimmte Gemeinsamkeiten entdecken, die ich an der einen oder anderen Stelle befreites thematisiert habe. Beide Teams sind in ihrem Spiel in hohem Maße organisiert. Sie leben geradezu fast ausschließlich von ihrer Organisation, mit der sie es in das erste Tabellendrittel und den internationalen Fußball geschafft haben. Union in der Hauptsache gegen den Ball und konterbasiert, Freiburg sowohl mit, als auch gegen den Ball. Da weiß jeder, was er zu tun und zu lassen hat und was ein Mitspieler zu tun hat. Das Uhrwerk, in dem ein Rädchen ins andere greift, um das Unr am Laufen zu halten. Nur so funktionieren die Teams auf einem höheren Niveau, nur so können sie auf diesem Niveau funktionieren und so müssen sie auch funktionieren, wenn sie nicht wieder ans Tabellenende rutschen wollen.

In diesen funktionierenden Organisationen funktionierte auch Schlotterbeck. Jetzt ist es allerdings nicht so, dass er zu den fußballerisch Limitierten gehört, die nur in einem solchen organisiertem Fußball performen können. Aber es macht schon einen Unterschied, wenn ich auf einmal in einem Team mit anderer, weniger, relativ gering ausgeprägter oder fehlerhafter Organisation spiele. Und genau das ist beim BVB in dieser Saison (aber auch schon vorher in bestimmtem Maße) der Fall.

Wobei Schlotterbeck nur ein Beispiel ist.

So gut wie jeder Spieler funktioniert in einer funktionierenden Organisation besser.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread:


1612790 Einträge in 17238 Threads, 14425 registrierte Benutzer Forumszeit: 28.08.2026, 07:30
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Forumsregeln