schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
A- A+
schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
Startseite | FAQ | schwatzgelb.de unterstützen
Login | Registrieren

Was ist in der Halbzeit passiert? (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Samstag, 12.11.2022, 22:27 (vor 1383 Tagen) @ Thomas

Wenn Can und/oder Bellingham ihre Positionen im Mittelfeld verlassen, dann ist das zunächst einmal nichts Schlimmes. Die jeweilige Spielsituation erfordert dies oft genug. Nur müssen ihre Positionen bzw. die entsprechenden Räume dann besetzt werden. Und daran hapert es.


Wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist dies was Terzic bei DAZN angesprochen hat. Man schiebt raus, aber versäumt nachzuschieben. also die Positionen die frei werden, von hinten aufzufüllen.

Von hinten, von der Seite, von vorne. Situationsbedingt unterschiedlich.

Ich habe die Aussagen von Terzić nicht gehört und auch nicht gelesen. Aber so wie Du es beschreibst, scheint es so zu sein.

Ich schrieb ja auch, dass das Trainerteam das Problem im Spiel erkennt und versucht, es zu lösen. Nur erreicht man meistens nicht das, was man verändern will. Und für mich drängt sich der Eindruck auf, als wenn man meinte, mit einem personellen Wechsel würde sich auch das taktische Problem lösen.

Dass wir es anders können, haben insbesondere die Spiele gegen ManCity gezeigt. In diesen haben wir auf hohem Niveau taktisch agiert und dies konsequent und diszipliniert über das gesamte Spiel hinweg. Allerdings waren wir in diesen Spilen der Underdog und es ging a priori darum, nicht in Rückstand zu geraten und durch gelegentliche Konter vielleicht und ein Tor zu erzielen. Die Ordnung gegen den Ball war also entscheidend.


Das würde bedeuten, dass die Mannschaft die Ordnung halten kann, wenn sie sich bewusst ist, nicht Favorit zu sein. Was dann aber auch bedeutet, dass man in Spielen, in denen man sich als Favorit fühlt (das dürfte gefühlt in 30 von 34 Spielen sein), keinen Bock auf diesen taktischen Zwang hat und versucht, das Spiel alleine mit der spielerischen Klasse zu gestalten.
Wäre dann nicht das Mittel, jedem einzelnen Spieler mit der Bank oder der Tribüne zu drohen, wenn man sich eben nicht an die Vorgaben halten kann oder will. Auch wenn das am Ende bedeuten würde, dass nur noch die halbe U23 auf dem Platz steht.

Der Begriff ‚taktischer Zwang‘, den Du erwähnst, ist mAn ein Schlüssel zur Ursachenproblenatik. Dieser Teil des Positionsspiels, um den es hier geht, gehört zum 1x1 oder ABC des Fußballs. Das muss gründlichst eingeübt werden. Das geht sogar am besten ohne Ball. Und hier sind wir am Knackpunkt. Es gibt nicht so viele Trainer, die den Arsch in der Hose haben mit ihren Topstars, die sich eigentlich in den Sphären der Höheren Mathematik wähnen, das kleine 1x1 zu wiederholen und einzubimsen. Das stößt auf Widerstand der Spieler, die natürlich in ihrer Eigenwahrnehmung wissen was zu tun ist. Da bedarf es in ihrem Verständnis keinerlei stupider Übungen. Eine mündliche Einweisung reicht da, so die unter Spieler weit verbreitete Meinung. Da macht man es sich als Trainerteam oftmals leicht und zieht das entsprechende Training nicht konsequent genug durch.

Das Pochen auf Einhaltung der Positionsbesetzung wird häufig als ‚taktischer Zwang in Misskredit gebracht.

Arrigo Sacchi hat bei Milan seinerzeit die Raumdeckung mit solchen ‚balllosen‘ Übungen eingeführt. Was zum Spott der etablierten Spieler wie Gullit geführt hat, die sich zudem dieser Form des Trainings verweigerten. Sacchi teilte daraufhin das Team und trainierte mit den Ersatzspieler ‚balllos‘, während die etablierten Spieler wie üblich trainierten. Dann ließ er in einem Trainingsspiel beide gegeneinander spielen. Die Individualfußballer sahen gegen die ‚balllos‘ Trainierten kein Land. Was wiederum Gullit und Co überzeugte.

In den englischen Wochen der letzten Zeit blieb kaum Zeit zum Training und man musste auch stark auf Regeneration achten. Da hätte die Einübung des ‚Lückenschlusses‘ gut gepasst, weil es ohne große körperliche Anstrengung möglich ist. Verschieben, Einrücken, Vorrücken, sich Fallen lassen. Und immer dabei die Maßgabe, dass Aktion A des einen Spielers unmittelbar Aktion B des anderen Spielers auslöst. ‚Sitzt‘ das einmal, sind zwar immer wieder erneute, aber nicht mehr aufwendige Wiederholungseinheiten erforderlich. Das muss in Fleisch und Blut übergehen. Irgendwann maulen auch die Spieler nicht mehr.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread:


1612252 Einträge in 17231 Threads, 14424 registrierte Benutzer Forumszeit: 26.08.2026, 15:37
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Forumsregeln