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BVB-Talent Raschl vor Wechsel nach Fürth (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Montag, 31.01.2022, 10:28 (vor 1709 Tagen) @ Sneider
bearbeitet von Will Kane, Montag, 31.01.2022, 10:33

Es zeigt sich erneut, wie viel seltener die Entwicklung von Bundesligaspielern aus dem eigenen Nachwuchs ist als alle immer meinen. Da spielt man mit B- und A-Junioren immer in der nationalen Spitze, hat eine gute zweite Mannschaft und ist zudem relativ durchlässig für Talente und dennoch: es geht nichts oder zumindest wenig.

Das ist nicht unbedingt nur ein Thema der Bundesliga; auch in obersten Ligen anderer Länder ist es mal mehr, mal weniger so.

Das liegt halt in der Natur der Sache. Die Kaderplätze der Clubs sind begrenzt und durch z.T. mehrjährige Verträge auch mittelfristig zu einem nicht geringen Teil besetzt. Die Clubs versuchen auch, Leistungsträger längerfristig zu binden, was auch von der Anhängerschaft gerne gesehen wird.

Wenn nun (etwas überspitzt ausgedrückt) jedes Jahr ein neuer Jahrgang von der U 19 den Schritt in die jeweiligen Profikader gehen will, dann trifft dieser Jahrgang auf einen ganz engen Flaschenhals. Jeder Club wägt sehr genau ab, welchem dieser Nachwuchsspieler er einen Profivertrag anbieten kann und wem nicht. Die Selektion, die in den einzelnen Altersstufen des Nachwuchsbereiches schon enorm ist, wird hier besonders extrem. Ein Teil der Spieler, die es nicht schaffen, geht in die U23 (sofern vorhanden). Dort ist die Perspektive allerdings auch begrenzt. Der andere Teil muss sich einen anderen Club suchen, was hinunter bis in die fünfte Liga geht.

Und von denjenigen, die einen Profivertrag erhalten, setzt sich auch nur eine Minderheit tatsächlich im eigenen Club durch. Man muss schon sehr viel Talent, Willen und auch Glück haben.

Als Tobias Raschl seinerzeit einen Profivertrag erhielt, habe ich mich persönlich sehr gefreut. Er war ja auch von Gladbach umworben, da gab es auch private Beziehungen. Ein talentierter Spieler aus dem eigenen Nachwuchs perspektivisch für eine Schlüsselposition - das hört sich immer gut an. Nur ist im Profibereich vieles anders als noch im Nachwuchsbereich. Z.B. Härte und Geschwindigkeit des Spiels. Raschl selbst hat einmal gesagt, dass ihn gerade die deutlich höhere Geschwindigkeit vor große Herausforderungen stelle. Ball und Gegner kämen so schnell auf dich zu, dass keine Zeit für längere Überlegungen bliebe, was nun wie zu tun sei. Da muss deutlich schneller und auch noch genauer gehandelt werden als im Nachwuchsbereich. Gleichzeitig ist größere Durchsetzungsstärke notwendig.

Fürth hat sich in den letzten Spielen deutlich verbessert gezeigt. Für den Klassenerhalt wird es nicht reichen, aber es zeigt, dass dort gute Arbeit geleistet wird. Nicht die schlechteste Voraussetzung für einen jungen Spieler. Ich wünsche Raschl jedenfalls, dass er sich dort durchsetzen kann.

Als CFO würde ich da mal Aufwand und Ertrag abgleichen und fragen: Ist diese Nachwuchsarbeit eigentlich sinnvoll?

Nachwuchsleistungszentren sind Voraussetzung für den Erhalt der Lizenz.

Dass man die eigene Arbeit immer auf den Prüfstand stellen muss, ist eine andere Frage.


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