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Watzke heute auch bei Lanz <ot> (BVB)

Sascha, Dortmund, Mittwoch, 29.04.2020, 09:55 (vor 2337 Tagen) @ markus

Einerseits wirft man jetzt den Clubs mangelnde Rücklagenbildung auf, andererseits finden alle GmbH, AG oder KGaA Strukturen doof, die eine Rücklagenbildung überhaupt erst ermöglichen.

Hierzu übrigens noch ein Einwand von mir: ich finde die Auslagerung des Profibetriebs in Kapitalgesellschaften alles andere als doof, sondern äußerst sinnvoll.

Das hat für mich den einfachen Grund, dass der Profifußball in jedem Verein mit Abstand die kapitalintensivste Abteilung und dort das Insolvenzrisiko am größten ist. Die Vereine haben aber oft auch noch andere (Breiten-)sportabteilungen. Warum sollten diese Abteilungen in Mitleidenschaft gezogen werden, weil sich in der Fußballabteilung ein Typ, dessen einzige Qualifikation es ist, vor zehn Jahren mal selber gekickt zu haben, an Millionenbeträgen verhebt?

Und für mich hat es, gelinde gesagt, ein Geschmäckle, wenn ein Verein den Status der Gemeinnützigkeit hat (was übrigens ein Pluspunkt gegenüber den ausgelagerten Gesellschaften ist) und mit diesen steuervergünstigten Einnahmen Profifußballer in einem Umfang von vielen Millionen Euro finanziert.

Letztendlich bin ich mit unserer Form als KgaA ziemlich zufrieden, weil es für mich einen ausgewogenen Kompromiss zwischen Einflussnahmemöglichkeit der Vereinsmitglieder und notwendiger Professionalisierung darstellt. Das mit dem Börsenparkett muss ich jetzt auch nicht zwingend haben, aber ich verstehe offen gesagt nicht diesen teilweise missionarischen Eifer, mit dem verkündet wird, dass das Vereinswesen das allein seeligmachende sei und Formen wie die GmbH oder eben die KgaA im Fußball das kommerzielle Böse sind.

Für mich hat der Profifußball einfach eine Größe erreicht, bei der man den "Hauptverein" auch vor ihm schützen muss, wenn man wirklich die Interessen aller Vereinsmitglieder berücksichtigen will.


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