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@Chappi (Fußball und Sport allgemein)

Chappi1991, Donnerstag, 19.03.2020, 22:03 (vor 2115 Tagen) @ stoffel85

Kannst du vielleicht mal einen genaueren Einblick in deren Zahlen bzw. Zukunftsaussichten geben? Ich hab von sowas so gut wie keine Ahnung.

Das ist natürlich nicht so einfach, weil die tiefen Einblicke nicht da sind.

Ich mache mal einen kurzen Abriss der Gesamtentwicklung.

Rudi Assauer, hat, nachdem er einen bereits stark verschuldeten Club übernommen hat, ihn mit weiteren Verbindlichkeiten und sicher auch mit den Einnahmen aus dem UEFA-Cup an die Spitze gepusht (in Reichweite der CL). Ein teures Stadion gabaut.

Man kam zwischenzeitlich schonmal in Liquidtätsproblem (2006). Aber richtig problematisch wurde es während der Finanzkrise und als man 2009 den Europapokal verpasst hat. An dem Punkt war das Modell Assauer nicht mehr tragbar. Mit dem forfaitierten Geld von Adidas und Gasprom hat man sich gerettet. Zu dem Preis, dass natürlich damit zukünftige Einnahmen abtreten musste (bis 2012 bzw. 2013). Durch diese Zeit kam man mit einer erneuten CL-Teilnahme nach der Vizemeisterschaft 2010 und mit Spielerverkäufen wie Neuer (2011).

Ab 2012 sehe ich sie wieder als stabil und nicht mehr existenzbedroht an. Danach hat man versucht, die Verbindlichkeiten und das negative Eigenkapital abzubauen, ohne sportlich zurück zu fallen. Horst Heldt hat das in Summe eigentlich noch ganz gut hinbekommen. Trotzdem hat man über die Jahre immer weiter an Substanz im Kader verloren.

Dadurch ist man sportlich nicht mehr so erfolgreich und fällt wirtschaftlich (real) seit Jahre weiter zurück. Trotzdem hat man noch immer eine teuere Mannschaft, wenn man das mit der Qualität vergleicht. In Summe hat man zwar die bilanzielle Sitation stabilisiert und wieder soweit verbessert, dass man sich nicht mehr akut Sorgen machen muss. Aber ansonsten lebt man weiter von der Hand in den Mund.

Das macht die jetzige Situation natürlich ziemlich unangenehm. Sie hatten zum 31.12.2019 gerade mal 1,8 Millionen auf der Bank und hatte daneben bereit 6,9 Millionen vom Kontokorrent ausgeschöpft. Da wird es schnell kritisch. Zudem haben sie für 2020 nur fällig offene Forderungen von 12 Millionen, während ihrerseits 82 Millionen offene Verbindlichkeiten fällig werden. Die müssen sie schon in normalen Jahren zum Teil refinanzieren, auch wenn sie einen ziemlich starken operativen Cashflow haben. Das könnte ein weiteres Problem werden. Wenn jetzt Einnahmeausfälle kommen, müssen sie das vielleicht komplett refinanzieren. Das könnte sehr schwierig werden. Also die Lage wird für Peters nicht einfach. Ich will aber keine Pleitewahrscheinlichkeit spekulieren. Aber genau für so einen Fall wie jetzt, sind sie maximal mies aufgestellt.


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