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FAZ.NET zum voraussichtlichen Abschied von Mario Götze (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Mittwoch, 08.01.2020, 19:42 (vor 2433 Tagen) @ Blarry
bearbeitet von Will Kane, Mittwoch, 08.01.2020, 19:45

- Der BVB ist durch den Fortgang Götzes in seiner Entwicklung gehemmt worden. Ihn zurückzuholen hat einiges an (nicht nur finanziellem) Aufwand gekostet und sich am Ende nicht gelohnt. Die Erkrankung war nicht vorhersehbar, dennoch bleibt der Eindruck, dass diese Rückholaktion eher ein Ausdruck des Bemühens war, die Uhr in alte Klopp-Zeiten zurückzudrehen als eine Investition in die Zukunft. Die Verpflichtung eines teuren Spielers ist immer auch ein Signal. Nur leider erwies sich der Rücktransfer Götzes jenseits seiner Qualität als Fußballer nicht als Signal zur Attacke, sondern als Rohrkrepierer. Ein Führung muss nach vorne schauen, nicht zurück.


Es ist aber auch ein hanebüchener Anflug von Kaffeesatz und Was-wäre-wenn, zu behaupten, man hätte an Götzes Statt Spieler verpflichten können, die die Mannschaft weiter gebracht hätten. Von denen ist auch keiner vor Krankheit oder Verletzung immun, und Götze ist beileibe nicht der einzige Zugang im Bereich von 20 Millionen, der bei uns über seine volle Dienstzeit betrachtet nicht wirklich einschlug. Auch hätte man mit "dem Gehalt" weder einen Auba noch einen Ous noch einen Ilkay gehalten, einfach weil die sportlich eine ganz andere Schuhgröße waren als der BVB.

Behaupte ich das in dieser Form?

Gegen Krankheit ist niemand immun, habe ich auch nicht behauptet.

Und ich kritisiere auch nicht, dass man mit einem Transfer daneben liegen kann. Mit drei teuren Transfers in einer Saison Schiffbruch zu erleiden (Götze, Rode, Schürrle) , ist mMn allerdings schon hinterfragenswert.

Davon, dass man andere Spieler mit „dem Gehalt“ Götzes hätte halten können, war meinerseits im übrigen auch nicht die Rede.

Dass die sportliche Leistungsfähigkeit Götzes stagnierte und sich tendenziell leicht abwärts entwickelte, war bereits bei Bayern bemerkbar. Viel versprochen haben sich die Bayern jedenfalls offensichtlich nicht mehr von ihm.

In der Passage, die Du zitierst, kritisiere ich explizit, dass die Verpflichtung Götzes „eher ein Ausdruck des Bemühens war, die Uhr in alte Klopp-Zeiten zurückzudrehen als eine Investition in die Zukunft‘.

Und genau diese ‚Klopp-Nostalgie‘ sehe ich als Kardinalursache für die Fehlentwicklungen der letzten Jahre an, mit deren Auswirkungen wir immer noch zu schaffen haben. Diese Auffassung vertrete ich im übrigen nicht erst seit heute.

Man kann scheitern, wenn man zu neuen Ufern aufbrechen will. Auch mit der Verpflichtung von neuen Spielern. Aber dann steckt da immer noch der Wille dahinter, etwas Neues zu schaffen. Wenn aber der Wunsch danach dominiert, dass alles wieder so werden soll wie früher und darin investiert wird, dann ist ein Scheitern doppelt bitter. Weil die Kurskorrektur noch einmal später erfolgt. Wenn sie denn erfolgt.


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