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FAZ.NET zum voraussichtlichen Abschied von Mario Götze (BVB)

Zoelibert, Mittwoch, 08.01.2020, 16:00 (vor 2434 Tagen) @ Arrigo Sacchi
bearbeitet von Zoelibert, Mittwoch, 08.01.2020, 16:08

Am Ende tut man einfach gut daran, den sportlich-ökonomischen und den emotionalen Aspekt der Causa Götze zu trennen. Aus sportlicher Sicht haben sich die Hoffnungen (neben Reus wurde Götze sicherlich die Position eines stilprägenden Ankerspielers zugedacht, um den herum ein Kader aus teils hochveranlagten Talenten hätte reifen sollen), die man sich von seiner Verpflichtung versprochen hat, in keinster Weise erfüllt.

In Kombination mit einem "weltmeisterlichen" Gehalt und einem voraussichtlich ablösefreien Abgang bei Vertragsende kann man den Transfer dann wohl nur als "Fehlgriff" bezeichnen. Das ist in solchen finanziellen Größenordnungen schon richtig bitter, bleibt im Fussballgeschäft aber nicht aus - wenngleich ich persönlich nicht glaube, dass diese Entwicklung um Götze zum Zeitpunkt seiner Verpflichtung aus sportlicher Sicht abzusehen war. Eine Trennung ist die logische Folge ... den Vorgang kann man in seinem Verlauf nichtsdestotrotz kritisieren, keine Frage.

Beim hässlich-hämischen Unterton, der in der laufenden und nun möglicherweise abschließenden Bewertung der Beziehung BVB-Götze häufig noch mitschwingt, spielt wohl noch der "echten Liebe gebrochenes Herz" seinen Part. Nicht zuletzt, da sich der publik gewordene Wechsel zum und die anschließende Niederlage gegen den damaligen "Klassenfeind" im Spiel der Spiele nebst anschließendem und lange anhaltenden Verlust des Anschlusses an den FCB wie der bittere Aufschlag in der harten Fussballmarkt-Realität bzw. der Anfang vom Ende unseres Fussballmärchens anfühlte ... dass man ihm in der Zeit seiner Krankheit stets die Hand gehalten hat und dafür jetzt gefühlt noch einen Tritt in den Allerwertesten bekommt, rundet die ganze Angelegenheit dann irgendwie nur noch ab.

Vielleicht tut man sich bei der abschließenden Betrachtung der Angelegenheit einen Gefallen damit, das Scheitern der Causa Götze - aus welchen Gründen auch immer - nur als gescheiterten Transfer zu sehen und die damit einhergehende nostalgische Wehmut ganz schnell in den hintersten Winkel seines Fussballherzens zu verbannen.

In diesem Sinne: Tüss, machet gut! War einst wirklich schön mit Dir ... aber nu is auch ma gut getz!


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