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Favre raus ? (BVB)

Ulrich, Freitag, 01.11.2019, 13:27 (vor 2491 Tagen) @ ojaz12

Von außen betrachtet habe ich aktuell nicht den Eindruck, dass jemand von innen heraus unbedingt Lucien Favre absägen möchte. Für mich hat die Krise andere Gründe. Unser Kader ist nicht ausbalanciert. Man hat sich in den letzten beiden Sommern bemüht, die zuvor gemachten Fehler auszubügeln. Einerseits hat man sich von Spielern getrennt, für die man beim BVB keine Zukunft sah. Und andererseits hat neue Leute geholt. Mittlerweile ist man ein gutes Stück weiter gekommen, aber man ist noch nicht am Ziel.


Das sehe ich auch so. Aber es kommt auch keine Rückendeckung. Kann ja sein, dass man latent unzufrieden ist und meint dass es am Trainer liegt. Aber die sportliche Realität ist eben immernoch ziemlich passabel.

Warum stärkt man nicht klipp und klar Favre den Rücken? Wenn wir bis zur Winterpause in der Bundesliga den Anschluss verloren haben und aus der Champions League raus sind, dann könnte man ihn immer noch rauswerfen. Wir wissen alle wie schnelllebig der Fussball ist. Da würde den Herren Zorc und Watzke dann sicher kein Zacken aus der Krone brechen.

Umgekehrt wäre es sicher hilfreich wenn man Favre nun stärkt.
Ich finde hier wird strategisch unklug agiert. Oder aber man bekommt es nicht hin die Message in den Medien hinreichend eindeutig zu platzieren.

Das ist schwierig. In letzter Zeit hat man teils unglücklich agiert, teils wurde das Verhalten der Vereinsführung z.B. von den Medien und den Fans wohl auch sehr einseitig interpretiert.

In der letzten Saison hat man in der Phase, als man in der Tabelle ganz vorne stand, sehr defensiv agiert. Später hörte man dann den Vorwurf, man habe so den Einbruch geradezu herbei geredet. Meiner Meinung nach war das nicht der Fall. Unser Problem waren vor allem die Ausfälle in der defensiven Viererkette und die deshalb vorgenommenen Wechsel.

In dieser Saison wollte man alles anders machen, und ist dann von Anfang an in der Außendarstellung sehr offensiv aufgetreten. Nach den ersten Punktverlusten ist uns das ganze dann massiv auf die Füße gefallen.

Ungut war auch der Wirbel um das Watzke-Buch. So ein Veröffentlichungstermin dürfte langfristig geplant worden sein, genau so wie die Einbindung von Jürgen Klopp in die Werbekampagne. Letztendlich fand das ganze zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt statt. Dass Watzke Klopp sehr eng verbunden ist, ist kein Geheimnis. Und die Aussagen zu ihm Watzke dann als eine Art Misstrauensvotum gegenüber Favre ausgelegt. Ich habe das ganze nur am Rande verfolgt. Und deshalb weiß ich nicht genau, wo genau die Grenze zwischen dem,was in die Buchveröffentlichung hinein interpretiert und dem, was Watzke tatsächlich gesagt/geschrieben hat verläuft. Beispielsweise wurde dem BVB immer wieder vorgehalten, man habe sich noch als man mit Favre quasi einig war mit Klopp über eine Rückkehr unterhalten. Laut Zorc soll das aber ein Jahr zuvor stattgefunden haben. Was Watzke tatsächlich gesagt / geschrieben hat, das weiß ich allerdings nicht.

Sich "vor den Trainer stellen", das ist in vielen Vereinen tatsächlich die letzte einem Rauswurf vorangehende Phase. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man sich ganz bewusst dafür entschieden hat, sehr unaufgeregt zu reagieren.


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