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Favre raus ? (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Donnerstag, 31.10.2019, 18:28 (vor 2401 Tagen) @ Jos

Nun haben wir gestern gewonnen, ohne in allen Belangen zu glänzen.
Trotzdem gibt es weniger "Favre raus" -Forderungen.
Ich persönlich halte diese Diskussion zu diesem Zeitpunkt und in dieser Situation für völlig unangebracht.
Diese Diskussion hätte man in der Sommerpause führen können und kann sie vielleicht zur Winterpause führen. In dieser Serie von englischen Wochen den eigenen Trainer u.a. hier im Forum so an den Pranger zu stellen, dass Max Eberl und Kovac ihn öffentlich in Schutz nehmen ist mehr als unglücklich und schädlich. Der Trainer wird geschwächt und die Mannschaft dadurch nicht besser. Auch dass man sagt, er habe ja gar nicht viel falsch gemacht,ist lieb und freundlich, aber er muss trotzdem weg, empfinde ich als Hohn.

Bei vielen (nicht bei allen), die von Beginn an der Verpflichtung eines Trainers skeptisch gegenüber stehen oder sie gar absolut ablehnen, ist es so, dass man sich in starken Phasen eines Teams zurückhält und die erste Schwächephase nutzt, um in überzogener Art und Weise gegen den Trainer zu wettern, häufig in einer ‚Ich-habe-es-ja-gleich-gesagt‘-Manier. Das dürfte hier in diesem Forum bezüglich Favre nicht anders sein als in anderen Foren hinsichtlich anderer Trainer.

Es gibt sicherlich auch den umgekehrten Fall, dass eine Trainerverpflichtung ausdrücklich begrüßt wird und jedwede kritikwürdige Entscheidung im milden Licht betrachtet oder gar schöngeredet wird. Oder dass das Wirken eines vorherigen Trainers, dem man sehr positiv gegenüberstand, im Nachhinein völlig verklärt wird.

Das ist alles sicher eher unschön, jedoch auch menschlich. Man sollte aber nicht außer acht lassen, dass es zwischen diesen Extremen durchaus auch und nicht wenig an Differenzierung stattfindet. Für meinen persönlichen Geschmack zu wenig, aber es gibt sie.

Was mir persönlich zu denken gibt ist das gegenseitige Hochschaukeln, das gegenseitige Befeuern hinsichtlich von Negativwertungen. Es entsteht da nicht selten eine wie ich meine ungesunde Abwärtsspirale. Einige versuchen, diese Abwärtsspirale nicht aufkommen zu lassen oder unterbinden. Was häufig genug scheitert.

Wir leben in einem freien Land und Meinungsfreiheit ist ein integraler Bestandteil von Freiheit. Das schließt auch so banale Dinge wie Trainerbeschimpfung oder auch differenzierte und fundierte Kritik an einem Trainer ein. Zu jedem Zeitpunkt und bei jeder Gelegenheit. Ob es allerdings nicht sinnvoller und letztlich zielführender ist, in bestimmten Phasen zurückhaltender mit ultima-ratio-Forderungen zu sein, ist eine andere Frage. Oder Öl ins Feuer zu gießen durch Ausführungen zu bestimmten Zeitpunkten, ganz gleich wie der einzelne diese Ausführungen auch interpretieren mag.

Wenn das Spiel gegen Bayern gelaufen sein wird, hat man mMn eine deutlich bessere Bewertungsgrundlage.


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