schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
A- A+
schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
Startseite | FAQ | schwatzgelb.de unterstützen
Login | Registrieren

Frage: Meisterschaft oder Pokal? Antwort: Double! (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Dienstag, 05.02.2019, 12:06 (vor 2647 Tagen) @ Sascha

Ich differenziere da für mich zwischen Mannschaft und Fans.

Für mich geht es wie gesagt um das Selbstverständnis als Club. Wir wollen ein Spitzenclub sein und wir sind es auch. Zur europäischen Top 5 gehören wir sicher nicht und wahrscheinlich auch nicht zur Top 10. Aber zu den besten 12, 15 Clubs schon. National ist Rang 1 eindeutig vergeben, aber wir haben den klaren Anspruch, die Nr. 2 zu sein. Was nicht heißt, sich mit diesem zweiten Platz in Meisterschaft oder Pokal von vorneherein abzufinden. Wenn die Chance da ist, wollen und müssen wir sie nutzen, um auch einmal im vollen Glanz der Sonne zu stehen. Bei aller gebotenen Bescheidenheit im Auftritt und allem notwendigen Realismus, so muss diese Haltung mMn von der Spitze bis zur Basis ausgestrahlt werden. Denn auch das macht einen Spitzenclub aus.

Als Team muss man, egal in welcher Startaufstellung, wettbewerbsunabhängig gewinnen wollen. Ich kann da immer nur die Bayern als Beispiel anführen. Das Triple haben sie meiner Meinung nach deshalb geholt, weil sie selbst in der 84. Minute noch das 5:0 gegen einen Abstiegskandidaten geschossen und niemals locker gelassen haben.

Es muss schon viel zusammenkommen und passen, um das Triple holen zu können. Die so oft beschworene ‚Gier‘ und der nie nachlassende Wille gehören sicherlich dazu. Ich verfolge und begleite den Fußball schon sehr lange und habe auch in gewissem Maße an ihm teilgenommen oder tue dies noch. Neben all den sportlichen oder auch ökonomischen Aspekten des Fußballs haben mich seit jeher, ja im Prinzip seit frühester Kindheit auch die nicht nicht in Daten und Fakten zu erfassenden Aspekte beeindruckt, teilweise sogar fasziniert. Dazu vielleicht eine Anekdote aus meiner Kindheit. Als kleiner Junge habe ich mit Begeisterung die Bilder (insbesondere die Sportbilder) gesammelt, die in den Haferflockenpackungen von Kölln aus Elmshorn enthalten waren. Es mag aus heutiger Sicht ein wenig lächerlich klingen, aber Panini-Bilder gab es erst etliche Jahre später und auch der Bergmann-Verlag war zu der Zeit noch nicht in dem Sektot aktiv. Es war also immer ein Highlight für mich, wenn meine Mutter mich eine Packung öffnen ließ und ich voller Spannung die enthaltenen Bilder entnehmen konnte. Da gab es dann Uwe Seeler beim Fallrückzieher oder Spielszenen von der Weltmeisterschaft in Chile. Diese Bilder zeigte ich dann stolz meinem Vater. Ich weiß es noch wie heute, als ich eines Tages ein Bild in den Händen hielt, was die Mannschaft von Inter Mailand zeigte. Ein typisches Gruppenfoto, wie es vor einen Spiel aufgenommen wird. Viel konnte ich mit dem Namen ‚Internazionale Milano‘ nicht anfangen. Ich wusste, dass sie den Europacup gewonnen hatten, konnte das aber als Kind kognitiv nicht wirklich einordnen. Mir war nur klar, dass es etwas besonderes war. Und beim Anblick dieses Fotos habe ich gespürt, dass diese Mannschaft eine besondere war. Wie die Spieler dastanden, Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit ausstrahlend, das war faszinierend. Keine Arroganz, sondern ein Selbstverständnis von Klasse. Das konnte ich damals noch nicht begreifen oder in Worte fassen, aber ich habe es gespürt. So etwas kannte ich noch nicht, nicht von meiner Borussia oder dem HSV oder dem EffZeh. Nur Real schwebte irgendwie über allem, wenn man den Erwachsenen so zugehört hatte. Die erste deutsche Mannschaft, die ich ähnlich wahrgenommen habe, war einige Jahre später der FC Bayern. Es war die TV-Übertragung des Pokalfinales zwischen Bayern und Köln. Bayern holte in diesem Jahr unter Zebec nicht nur nur die erste Bundesligameisterschaftt, sondern auch gleich das Double. Es war ein relativ knappes Spiel, aber es wirkte auf mich so, dass es von vornherein nur einen Sieger geben konnte, so wie die Bayern auftraten und was sie ausstrahlten. Das ist schon so lange her, dass es wie ein Märchen aus uralter Zeit klingt. Aber es ist kein Märchen, in all den Jahrzehnten hat sich im Prinzip nichts geändert, trotz diverser relativer Schwächephasen oder vereinzelter nicht gelungener Spielzeiten. Wir sind der FC Bayern, wir Vertrauen auf unser Können und gewinnen hier heute. Mit dieser Haltung laufen die Bayern auf, sie strahlen es aus und beeindrucken den Gegner damit. Weil es der Anspruch des Clubs ist. Vielleicht geht denen das diese Saison etwas ab.

Und ich wünsche mir von unserem Team auch, dass es so aufläuft. Nicht arrogant, nicht den Gegner unterschätzend. Sondern selbstbewusst und mit dem Anspruch, als BVB hier und heute zu gewinnen oder dem Gegner zumindest Paroli zu bieten. Egal in welcher Besetzung, egal in welchem Spiel.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread:


schwatzgelb.de unterstützen

1569866 Einträge in 16845 Threads, 14390 registrierte Benutzer Forumszeit: 06.05.2026, 23:30
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Forumsregeln