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"Der in letzter Minute abgewendete Abstieg sollte sich letztlich als heilsamer Schock für die Borussia herausstellen" (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Samstag, 10.03.2018, 00:32 (vor 2856 Tagen) @ Prof.Brinkmann

Unfähige Führungskräfte haben auch immer den BVB in die Krise geführt bzw. eine Krise verschärft.


Hälst Du Niebaum und Meier für unfähig? Falls ja, wie erklärt sich dann der Erfolg in den 90ern?

Komme jetzt erst dazu, Deinen post zu lesen und zu beantworten. Wie ich gesehen habe, sind von anderen Usern bereits Antworten gegeben worden, denen ich im Prinzip nicht viel hinzuzufügen habe. Niebaum und Meier waren in meinen Augen Gambler, Hasardeure. Vom gleichen Schlag wie diejenigen, die seinerzeit den ‚Neuen Markt‘ so gehypt haben. Seriöser im Auftreten und in der Außenwirkung, aber im Wirken ähnlich. Ich erinnere mich sehr gut, wie ich müde belächelt wurde, als viele in meinem Umfeld ‚in den Neuen Markt‘ investiert haben damals. Wie altmodisch! Nur dass ich mein Geld noch hatte, als besagte moderne Investmentfüchse mit leeren Händen dastanden. Mir ist noch sehr gut in Erinnerung, als Uli Hoeneß (ausgerechnet...) die ständige Vorfinanzierung des Erfolgs als heikel und risikoreich bezeichnete. Der Ritt auf der Rasierklinge. Meier fühlte sich bemüßigt, dem öffentlich gleich entschieden entgegenzutreten. Nur hatte der Uli leider Recht...

Die aktuelle Führungsmannschaft sehe ich nicht als unfähig an, im Gegenteil. Man hat Fehler gemacht.


Was macht Dich so sicher, dass die aktuelle Führung nicht in so einen Strudel gerät, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt und die Kaderkosten nicht schnell genug gesenkt werden können?

Die Gefahr ist latent immer vorhanden und Werder hat es erlebt vor ein paar Jahren. Jetzt spielt man fast jede Saison gegen den Abstieg. Sicher bin ich also nicht, aber zuversichtlich. Ein sportlicher Absturz in einer Saison ist immer wieder möglich, aber ich sehe die Möglichkeit, dauerhaft unter den ersten 4 zu landen als durchaus realistisch an. Jenseits der Bayern wird auch nicht besser oder schlechter gearbeitet als beim BVB. Schalke und Bayer wären letzte Saison fast abgestiegen; Leipzig war letzte Saison ein Himmelsstürmer und steht aktuell auch nicht besser da als der BVB. Es ist nicht erbaulich, dass man seine Zuversicht aus der Unzulänglichkeit der Mitbewerber zieht. Aber es ist schon ein wenig beruhigend.

Aber es ist nicht zu spät, das Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Oder besser gesagt, auf neuen Kurs. Ich hoffe, man bringt den Mut auf und macht einen Neuanfang mit einem Trainer, der wie Kloppo eine Vision vom Fußball hat, die auch einen innovativen Ansatz beinhaltet. Und gibt diesem Trainer und seinen Vorstellungen den notwendigen Rahmen zur Entfaltung.


Tuchel hat man nicht den notwendigen Rahmen zur Entfaltung gegeben, um unangenehme Entscheidungen durchdrücken zu können. Ich will hier auf keinen Fall TT verteidigen, aber ich sehe nicht, dass ein Trainer, der nur dem Erfolg unterstellt ist, alles notwendige tun kann, ohne wieder an festgefahrenen Strukturen zu scheitern.

Man hat mMn den Fehler gemacht davon auszugehen, dass die Ära Klopp durch die Verpflichtung Tuchels in einer bestimmten Form weiterentwickelt und fortgeführt wird. Vom Pressing-/Gegenpressing-Fußball zum Ballbesitzfußball im gleitenden Übergang sozusagen. Immerhin hatte man erkannt, dass sich von der fußballerischen Ausrichtung so einiges ändern musste. Und zunächst sah es ja auch so aus, als wenn dies so funktionieren würde. Nach dem Fortgang dreier Leistungsträger hätte man einen radikalen Schnitt machen müssen, der aber nicht in Erwägung gezogen wurde. Ob Tuchel den Weg mitgegangen wäre, kann man natürlich nicht wissen.

Nehmen wir mal an, wir bekommen einen Trainer wie Klopp damals und der sagt klipp und klar, dass die Hauptprobleme auch mit einigen langjährigen, verdienten Mitarbeitern zusammenhängen. Watzke würde keinem Trainer so ein Zugeständnis machen und jemanden ersetzen, der mit ihm abends bei Dorade & Gemüse zusammensitzt und Skat spielt.

Ob das mit der Skatspielerei im wörtlichen oder übertragenen Sinn so stimmt oder nur nur eine Unterstellung ist, wissen nur die Beteiligten.

Radikale Schnitte gehören zum Berufsleben einer Führungskrsft. Wenn es keinen evolutionären fortlaufenden Prozess gibt, kommt es meist zum Stillstand, zur Stagnation und letztlich zum Rückschritt. Dann hilft nur noch die Revolution.

Und das Problem findest Du auch bei großen Globalplayern. Irgendwann kommt der Punkt, an dem man sich neu erfinden müsste, aber zu träge geworden ist, um überhaupt noch was grundlegendes zu verändern. Das ist dann der Zeitpunkt, an dem die Konkurrenz vorbeizieht. Und erst, wenn Mitarbeiter entlassen werden müssen und die Vorstandsetage geschlossen gehen muss, dann ist man wieder frei für neue Ideen.

Im Prinzip muss man sich als Unternehmen in einem fortlaufenden Anpassungsprozess befinden, um nicht irgendwann vollkommen abgehängt zu werden. Der BVB hat hier vielleicht schon in der Klopp-Zeit versäumt, diesen evolutionären Prozess fortzuführen.


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