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480 Mio Umsatz? (BVB)

george, berlin, Donnerstag, 01.06.2017, 14:01 (vor 3147 Tagen) @ Blarry

Bankhaus Lampe schätzt für das laufende Geschäftsjahr 340 Mio, sie nennen ein Kursziel von 7 Euro. sie müssten also um 140 Millionen Umsatz nach oben anpassen, völlig fatal die Schätzungen nicht schon während der Saison anzupassen.


Frage als interessierter Laie: welche Auswirkungen haben derart zu konservativ ausfallende Schätzungen für die Aktie und/oder die schätzende Organisation?


Diese Frage dürfte man eigentlich nicht stellen, da jede Antwort einen total spekulativen Charakter haben muss. Es muss niemals in Zukunft so laufen wie in der Vergangenheit. Daher sage ich nur, wie es in den letzten Jahren gelaufen ist:

2010/11 gab Bankhaus Lampe ein Kursziel von 1,05 an. Die Schätzung war in einem Maße falsch, daß kann man sich nicht ernsthaft vorstellen. Daß es sportlich gut lief, hat damit nur sehr sehr sehr wenig zu tun. Auch wenn man Zwölfter geworden wäre, wären diese Schätzungen krass übertroffen worden, ohne wenn und aber. Sie passten dann das Kursziel während der Saison von 1,05 auf 1,40 an. Die Schätzung war aber wieder kompletter Nonsense, es war zu dem Zeitpunkt absehbar, daß man möglicherweise die CL Qualifikation schaffen würde oder gar Meister. Wenig später stand der Aktienkurs im Hoch bei 3,69

Danach hatte sich Bankhaus Lampe immer weiter verschätzt, für 2012/13 verschätzten sie sich um unfassbare 189 Mio, kein CL Finale oder Götze Transfer kann so eine Fehlschätzung rechtfertigen.

googel mal:

BVB Aktie: Die Analysen von Bankhaus Lampe

Folglich wurden sämtliche Kursziele erreicht oder übertroffen, die Frage war im weiteren Verlauf nur, in welchem Zeitraum konkret. Wer meint, die Spekulation müsse immer in ein paar Wochen oder Monaten aufgehen, kann sich ganz gewaltig irren, wer einen langfristigen Anlagehorizont hatte, konnte nicht viel falsch machen.

Im letzten Jahr waren aber auch die kurzfristigen Auswirkungen klar zu sehen. Obwohl es monatelang klar war, daß der Wechsel von Hummels und Gündogan sowie die sportliche Erfolge zu einer Gewinnverfünffachung bei Rekordumsatz führen würde, dazu die Nachrichtenlage rund um den neuen TV Vertrag, reagierte der Aktienkurs NULL.

Dann kam die Bilanzpressekonferenz und kurz vorher die neue Analyse von Oddo Seydler mit neuem Kursziel 6 Euro (um 20% angehoben) die Aktie reagierte direkt, es war der Startschuss für eine 47% Ralley bis Oktober, dieses Niveau wurde bis zur Jahreshauptversammlung gehalten.

Dann kamen die Zahlen für das erste Quartal, der Analyst reagierte enttäuscht und behielt das Kursziel 6 Euro bei, da der Aktienkurs aber bei 5,80 stand, bedeutete das wg. des geringeren Potentials nur noch "Halten" und nicht mehr "Kaufen". Derartige Ratingabstufungen kommen an der Börse nie gut an, der Aktienkurs reagierte prompt und fiel wahnsinnig schnell bis unter 4,80.

Danach kam aber eine neue Analyse von Bankhaus Lampe, sie stuften das Kursziel von 5 auf 7 hoch und die BVB Aktie reagierte noch am gleichen Tag mit dem höchsten Intradayzuwachs aller Zeiten, +10%

Da in der jetzigen Situation sämtliche Schätzungen der Analysten klar übertroffen werden, auch die Schätzungen, die bereits mehrmals nach oben angepasst wurden und dies auch geschieht, wenn es zu keinem Aubameyang Wechsel kommt, gehe ich von weiter steigenden Aktienkursen aus. Ob das wieder direkt und kurzfristig passiert, ist mir dabei letztlich egal. Insbesondere die Performance bis zur Jahreshauptversammlung ist jahrelang deutlich überdurchschnittlich, diese Zeitfenster wäre immer noch sehr kurzfristig.

VORSICHT: Solche Aussagen sind, egal von wem sie kommen, total spekulativ. Ich selber würde NIEMALS irgendwelchen anderen Aussagen trauen, keiner einzigen und sei sie noch so seriös. Man muss es selber nachvollziehen können, dazu muss man gründlich recherchieren. Und man sollte einen Zeithorizont von mindestens 1-2 Jahren mitbringen, falls die Spekulation mittelfristig nicht aufgeht.

Am besten performt immer noch Bernd Geske. Der kaufte beim ersten Börsengang im Jahr 2000, kaufte danach aber auch immer wieder und hatte zuletzt einen durchschnittlichen Einkaufskurs von 1,80 - 1,85
Er ist also fett im Plus, dies vor allen Dingen, weil er generell nie verkauft und auch zukünftig nicht daran denkt, es müsse ein Weltkrieg ausbrechen um zu verkaufen, meinte er.

Geske war vor allen Dingen deshalb so erfolgreich, so kann man es im Nachhinein sagen, weil er insbesondere in günstigen Momenten besonders hoch gewichtet gekauft hatte. Also beim Börsengang im Jahr 2000 lediglich 5000 Stück, beim Tief aber mehrere hunderttausend Stück.

Der jetzige Kauf 100.000 Stück bei durchschnittlich 6,26 ist insofern ein ungewöhnlich großer Kauf im Vergleich der letzten Jahre, weil er quasi zum Höchstkurs gekauft hat, das hat er sonst nie gemacht. Selbst bei der Kapitalerhöhung hat er nicht komplett mitgezeichnet, er hat danach zu günstigeren Kursen deutlich aufgestockt.

Muss sich also jeder überlegen, ob er wirklich traden will oder einfach nur jahrelang halten. Wer sich mit Börse nicht so gut auskennt, sollte erst mal aufs traden verzichten und einen wirklich langen Analagehorizont einkalkulieren, so wie Bernd Geske.


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