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Lars Ricken (BVB)

Ulrich, Montag, 23.03.2026, 08:09 (vor 21 Stunden, 47 Minuten) @ Will Kane

In der unmittelbaren Vor-Corona-Zeit waren die Ablösesummen für Spieler immens angewachsen und Scheich-/Oligarchen-/Investorenclubs waren dabei die Treiber. Selbst Clubs wie Bayern sahen ihre Wettbewerbsfähigkeit schwinden und Uli Hoeneß forderte ein Umdenken hin zur stärkeren Nachwuchsförderung und besseren Integration eigener Nachwuchsspieler in den Profikader. Der neue ‚Campus‘ der Bayern, Ulis ‚Baby‘, sollte die Basis dafür bilden. Ein zentrale Gedanke war dabei sich nicht mehr auf Titelerfolge der Nachwuchsmannschaften zu fokussieren (die ohnehin nicht so üppig waren), sondern die individuelle Entwicklung der einzelnen Spiele in den Mittelpunkt der Arbeit zu stellen.

Die Oligarchen sind seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine aus dem europäischen Fußball verschwunden. Dafür sind nahtlos andere an ihre Stelle getreten. Jetzt stellt sich für mich die Frage, welche Auswirkungen der aktuelle Krieg im Golf wohl auf den europäischen Fußball haben könnte. Aktuell ist es leider nicht unwahrscheinlich, dass die teilweise Blockade der Straße von Hormus durch den Iran länger anhalten könnte, dies trifft die Golfstaaten wirtschaftlich heftig. Hinzu kommen die bereits jetzt vorhandenen Kriegsschäden. Vor allem Katar hat bereits jetzt 17 Prozent seiner Kapazitäten zur LNG-Produktion verloren, die Reparaturzeit wird auf drei bis fünf Jahre geschätzt. Und niemand weiß, was in den nächsten Tagen, Wochen und ggf. Monaten noch zerstört werden wird. Tourismus findet am Golf auch nicht mehr statt. Die Flughäfen, die bisher eine zentrale Rolle im weltweiten Flugverkehr spielten, sind ebenfalls blockiert. Ich wäre nicht überrascht, wenn die Investoren aus Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, etc. ihr Engagement im europäischen Fußball auf absehbare Zeit deutlich herunterfahren würden.


Die Coronamaßnahmen sorgten dann für einen deutlichen Rückgang der Transfersummen, was aber nur ein vorübergehender Effekt war. Nach Corona stiegen und steigen die Transfersummen wieder stark an, wobei die Coronamaßnahmen für die meisten Clubs einen erheblichen bis existenziell bedrohlichen finanziellen Verlust mit sich brachten, den die Scheich-/Oligarchen-/Investorenclubs hingegen mit Leichtigkeit kompensieren konnten. Das Thema der Wettbewerbsfähigkeit stellte und stellt sich erneut und das noch intensiver als zuvor.

Aktuell weiß niemand, ob uns jetzt eine ähnliche Phase wie ab 2020 ins Haus steht. Die ersten Unternehmen jedenfalls treffen ihre Vorkehrungen. United Airlines streicht für dieses Jahr fünf Prozent seiner Flüge, das Worst-Case-Szenario dort lautet Anstieg des Ölpreises in diesem Jahr auf 175 Dollar pro Barrel, weniger als 100 Dollar pro Barrel erst nach Ende 2027.

Man darf gespannt sein, ob und wie stark diese Entwicklung den Transfermarkt im Sommer beeinflussen wird. Für mich ist durchaus eine Situation denkbar, dass wir einen Markt erleben werden, an dem zwar viele Spieler angeboten werden, die aber zu hohen Preisen, die Nachfrage jedoch sehr zurückhaltend sein wird.


Bayerns neue Nachwuchsarbeit brachte dann auch qualitativ durchaus immer bessere Spieler hervor, nur fanden diese keinen Zugang zum Profikader oder verließen diese sehr schnell wieder, weil sie keine Einsatzchancen sahen. Stattdessen gab man hohe Summen für Transfers und Gehälter aus, allerdings ohne den erhofften Effekt. Bekanntermaßen wird es Uli Hoeneß dann zu bunt und er erzwang geradezu ein anderes Handlen hinsichtlich der eigenen Nachwuchstalente, und das durchaus mit Erfolg.

Wenn auch etwas anderes gelagert und in einem etwas anderen Zusammenhang, so stellte und stellt sich im Prinzip das gleiche Thema auch für den BVB. Wie bei den Bayern, so ist es auch für den BVB von eminenter Wichtigkeit, aktuell und zukünftig einen größeren Teil des Kaders aus dem eigenen Nachwuchs zu rekrutieren. Was zum einen mehr individuelle Qualität der Nachwuchsspieler erfordert, die wiederum nur durch eine Änderung des bisherigen Konzeptes erreicht werden kann. Zum anderen bedarf es auch eines Trainers, der junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs auch entsprechend sukzessive einbaut.

Der Nachwuchsbereich hat nun also eine neue Aufgabe gestellt bekommen und der entsprechend Verantwortliche wird dann eben nicht mehr an Titeln , sondern an der Anzahl von Spielern gemessen, die es in den Profikader schaffen. In meinen Augen der richtige Weg, den Ricken nun lenkend mitzugestalten hat.


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