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Kehl packt über Transferplanungen des BVB aus (BVB)

burz, Lünen, Donnerstag, 15.05.2025, 16:22 (vor 271 Tagen) @ Nietzsche

Die kulturelle Stereotypisierung kannst du hier gerne weglassen. Wir sollten Spieler aufgrund ihrer fußballerischen Fähigkeiten kaufen und nicht aufgrund ihrer Nation.


Warum eigentlich? Was ist schlimm daran, dass man sagt, dass Italiener temperamentvoll oder Deutsche pünktlich sind?


Es gibt eine Reihe von Gründen, weshalb "Schubladendenken", und das ist was Stereotypen sind, kritisch zu sehen sind. Es ist der Versuch des Gehirns Ordnung zu schaffen in einer chaotischen Welt, was ja verständlich ist, führt aber zu einer Reihe struktureller Ungerechtigkeiten, selbst wenn man diese kritisch betrachtet.


Ein Grund ist zum Beispiel der Akzentuierungseffekt (Quelle:Bonn-Institut): "Sobald wir Kategorien gebildet haben, zeigt die kognitive Forschung, dass Unterschiede zwischen den Exemplaren innerhalb einer Kategorie weitgehend ignoriert und Unterschiede zwischen verschiedenen Kategorien überbetont werden."
"Der Akzentuierungseffekt ist bei Gruppen, denen wir selbst nicht angehören - sogenannten "Outgroups" - stärker als bei unserer eigenen, der sogenannten "Ingroup"."

Ein weiterer Grund ist, wie bereits von einem anderen User angemerkt, das Stereotype historisch gewachsen sind und du daher deutlich mehr positive Stereotype über beispielsweise Japaner findest als über Afrikaner.

Das heißt nicht, dass es nicht kulturelle Unterschiede gibt. Es ist einfach kritisch weil Stereotype im Gehirn wirken, selbst wenn man weiß das es Unsinn ist. Ähnlich wie bei der Werbung, die auch wirkt, selbst wenn man davon abgenervt ist.


Aber gerade deshalb ist es doch wichtig, darüber zu reden und sich bewusst zu machen, dass Unterschiede nicht gleich eine Bewertung beinhalten müssen. Es ist doch auch interessant, wenn man von anderen hört, wie man als Deutscher wirkt. Man lernt auch etwas über sich selbst.

Die Wahrnehmung der Unterschiede ist ja da. Damit muss man umgehen. Und die beste Art ist, sich zu bemühen, sie zu verstehen. Wie sehen die anderen die Welt? Wie funktioniert das Leben aus deren Sicht?
Um das überhaupt schaffen zu können, um fremde Kulturen verstehen zu können, muss man ja zwangsweise die Unterschiede benennen und betrachten.
Und für eine Verständigung und Wertschätzung ist es doch eher hinderlich, wenn man nicht ungezwungen darüber sprechen kann.

Das sehe ich absolut genauso. Zumal mir persönlich diese Perspektive erst gezeigt hat, wie typisch deutsch ich tatsächlich bin und in welchen Situationen das insbesondere außerhalb Deutschlands ein Problem sein kann.


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