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Kehl packt über Transferplanungen des BVB aus (BVB)

AGraute, Donnerstag, 15.05.2025, 11:35 (vor 271 Tagen) @ koom

Die kulturelle Stereotypisierung kannst du hier gerne weglassen. Wir sollten Spieler aufgrund ihrer fußballerischen Fähigkeiten kaufen und nicht aufgrund ihrer Nation.


Stimmt. Aber das ist wie wenn du bei Schauspielern einen Typecast vornimmst: Der Leser (der nicht sofort Rassismus o.ä. sieht), versteht, was der Autor damit mitteilen will. In dem Falle: Die meisten Skandinavier oder Asiaten im Fußball sind unspektakuläre, gute Profis, die diszipliniert ihre Leistung bringen.

Stereotypen sind nichts schlechtes.

Ich bilde mir ein zu verstehen, was du meinst - gerade beim 'Typecasting'-Vergleich. Ja, Stereotype helfen oft, Dinge schnell einzuordnen oder zu kommunizieren - insbesondere im Internetz, wo die Kommunikation langwieriger als im persönlichen Gespräch ist.

Aber wenn es um Herkunft oder Ethnien geht, wird’s meiner Meinung nach deutlich komplizierter. Selbst wenn ein Stereotyp vermeintlich positiv gemeint ist – etwa Begriffe wie 'ruhig' pder 'solide' etc., bleibt es dennoch eine pauschale Zuschreibung, die Menschen auf eine kulturelle Schablone reduziert. Dadurch suggerieren wir, dass bestimmte Eigenschaften gewissermaßen 'typisch' für ganze Bevölkerungsgruppen sind. Das mag auf den ersten Blick harmlos klingen, ist aber insofern problematisch, als es den individuellen Menschen und seine tatsächlichen Fähigkeiten oder Persönlichkeitsmerkmale ausblendet.

Solche Kategorisierungen können wiederum unbewusst dazu führen, dass man bei bestimmten Herkunftsländern automatisch bestimmte Rollen oder Erwartungen mitdenkt – etwa dass ein Skandinavier zuverlässig sein müsse oder ein Asiate besonders fleißig. Umgekehrt bedeutet das auch, dass Spieler, die nicht diesem Bild entsprechen, schneller kritisch gesehen oder unterschätzt werden. Im schlimmsten Fall schließt man dadurch ungewollt Fussballer aus, weil sie nicht in das gewünschte Profil passen – nicht auf Basis ihrer Leistung, sondern ihrer vermeintlichen kulturellen Prägung.

Gerade im Fußball, der mMn als globalster Sport bezeichnet werden kann , finde ich es wichtig, dass wir Spieler nach ihren individuellen Qualitäten beurteilen – nicht nach kulturellen Zuschreibungen. Denn letztlich ist ein 'ruhiger, stabiler Sechser' kein Nationalitäten-Thema, sondern ein Spielertyp, den man überall auf der Welt und mit jeder Nationalität finden kann.

Ich glaube nicht, dass du das rassistisch meintest – aber ich finde, wir sollten sensibel sein, weil auch 'gut gemeinte' Zuschreibungen zu systematischen Vorannahmen führen können.


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