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"Warum beleidigt dein Mann eine 22-Jährige auf Instagram?" (Fußball und Sport allgemein)

Nietzsche, Dienstag, 22.10.2024, 18:19 (vor 471 Tagen) @ majae

Das dürften deutlich zu wenig Daten sein, zumal jeder Einzelfall knifflig ist und im Kontext betrachtet werden muss.


Welche Größenordnung bräuchte man denn in etwa und wie viele Daten (sprich Anzeigen) gibt es?

Viele. Sehr viele. Ein paar tausend reichen nicht. Aber vielleicht gibt es ja einige hunderttausden Urteile, wer weiß das schon? Deshalb schrob ich "das dürften".

Noch einmal: es geht nicht darum, dass das Tool ein wasserdichtes Urteil spricht, sondern Arbeit abnimmt. Sofern es den Sachverhalt nur mind ähnlich zuverlässig einschätzen kann wie die geschädigte Person, die als Alternative händisch durch all die Kommentare durchgehen, diese einschätzen und dann zur Anzeige bringen müsste, wäre es bereits eine enorme Erleichterung.

Was erzählst Du denn da? Es gehe nicht darum, dass das Tool ein Urteil spreche? Hat niemand behauptet.
Und wieso muss irgendwer händisch durch irgendwelche Kommentare gehen? Wenn ich beleidigt werde, gibt es einen Text. Fertig.
Was das Tool macht, ist massenweise Beiträge scannen und gucken, ob sich irgendwo irgendwer beleidigt fühlen könnte. Etwas völlig anderes, als eine Einzelperson in einem konkreten Fall.
Das händische Durchgehen muss man nur, wenn massenweise anlasslos rumgefischt wird, ob sich was für eine Anzeige eignet.

Also ist die einzige Verbesserung, dass man es massenhaft und automatisiert machen kann. Könnte sein, dass so ein DDOS-Angriff auf die Justiz dort nicht nur Wohlwollen auslöst.


Ob du einen DDOS-Angriff auf das Anzeigenportal der Justiz starten kannst oder nicht, wäre doch vollkommen unabhängig von diesem Tool.

Äh und das ist jetzt ein Argument wofür oder wogegen? Die Justiz automatisiert mit Anzeigen zu fluten ist in jedem Fall blöd.

Das sind keine Entwicklungskosten, das sind laufende Kosten! Die Beurteilung jedes einzelnen Falles durch einen Menschen bleibt.


Laufende Kosten hast du bei fast jeder Software.Ob das ganze am Ende wirtschaftlich zu betreiben ist oder nicht, kannst du weder ansatzweise beurteilen noch spielt es eine Rolle, ob es technisch realisierbar ist.

Eine seltsame Antwort. Laufende Kosten hat jede Software, deshalb fällt ein mittelgroßer Haufen Juristen, die täglich eine Stapel automatisierte Anzeigen auf Plausibilität prüfen nicht so ins Gewicht?
Wie werden eigentlich Einnahmen generiert? Wie sieht das Geschäftsmodell aus? Wird da Geld eingeklagt und man teilt, was im Prozess erstritten wurde? Oder geht man als Kunde hin und sagt, sucht doch mal, ob ich irgendwo beleidigt wurde, hier sind 500€?
Wenn ich schon weiß, dass ich beleidigt wurde, brauch ich das Tool ja nicht mehr.

Aber Du kannst mir gern erklären, wie so ein Geschäftsmodell aussehen könnte. Ernsthaft, vielleicht übersehe ich ja was.

Das Tool würde ja überhaupt nicht nach politischen Ansichten filtern, es lässt sich höchstens darauf zurückschließen, welchen Personen die Hasskommentare gelten. Aber was denkst du denn, was bereits jetzt im öffentlich zugänglichen Bereich das Internets passiert? Glaubst du nicht, dass TikTok genauso wie die Meta-Plattformen bereits das machen?


Nur weil die sowas machen, ist das doch keine gute Grundlage für ein deutsches Geschäftsmodell.


Wie ich im ersten Satz bereits geschrieben hab, wäre das gar nicht die Grundlage für das Tool. Du stellt es aber als eine Art Pandoras Box dar, als Grund warum man dieses Tool gar nicht entwickeln sollte. Das ist aber leider längst überholt.

Ich weiß nicht, welchen Satz Du meinst. Und Pandoras Box? Wie kommt die jetzt hier hin?

Nein, das ist nicht die entscheidende Frage. Eine KI hat genau gar keine Expertise. Deshalb muss ja auch jeder einzelne Fall von einem Menschen nochmal geprüft werden. Und das ist völlig unrealistisch, weil viel zu teuer.


Das lässt sich so pauschal doch gar nicht sagen, sondern hängt elementar von der Zuverlässigkeit des Tools ab. Ja, evtl muss da am Ende noch ein Mensch drüber gucken, aber bereits als Vorfilterung kann es bei einer entsprechend hohen Anzahl an Kommentare sehr viel Arbeit ersparen.

Da muss ganz sicher ein Mensch drübergucken. Sage nicht ich, sagen die Entwickler.
Außerdem fühlt man sich gerade beledigt, weil Person A etwas gesagt hat, oder nicht.
Wenn ich gerade gar nicht beleidigt werde, warum sollte ich die beauftragen? Falls ich beleidigt werde, benötige ich deren Dienste nicht.
Wo ist eigentlich der Startpunkt für deren Geschäftsmodell?

Jetzt sagst Du, dass die AfD es gar nicht so eng sieht und kaum Anzeigen raushaut.


Wo soll ich das gesagt haben? Die Afd dürfte auch jetzt bereits jeden Anzeigen, der strafrechtlich relevante Inhalte gegen diese postet.

Sorry, ich hatte mich verlesen. Du hast geschrieben, dass die AfD doch jetzt schon nichts davon abhalte, Leute anzuzeigen. Nun, das gilt dann ja auch für alle anderen. Also wozu das Tool?
Oder man kann damit massenhaft Leute in Schwierigkeiten bringen und Druck ausüben. Dann gilt das auch für die AfD und jeden anderen unangenehmen Verein.
Es geht immer in beide Richtungen.

Selbst im besten Fall führt das dazu, dass sich alle möglichst oft beleidigt fühlen, um so ein Tool nutzen zu können.


Wäre weniger schlau. Jeder angezeigte Kommentar, den die Justiz am Ende als nicht strafbar einstuft, würde nämlich das Gegenteil bezwecken.

Wenn das so wäre, würde sich das Tool unter Umständen selbst sabotieren, oder? Jedenfalls stiege mit großer Wahrscheinlichkeit die Anzahl der Anzeigen.

Also nein, ich sehe da einfach keinen seriösen Einsatzzweck. Und ich sehe große Probleme bei der Umsetzbarkeit außerhalb der Uni. Wenn die Fördergelder auslaufen, wird das still und leise zu Grabe getragen.


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