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Falsche Akzente (BVB)

BukausmTal, Wuppertal, Mittwoch, 21.08.2024, 11:37 (vor 543 Tagen) @ Professor Bienlein

Hier wird ja von den Befürwortern des Deals eigenlich nur genau ein Punkt angebracht:

Die Ukraine verteidigen bzw. unsere Werte.

Aber wo genau ist jetzt der Zusammenhang?
Was würde eine Ablehnung von diesem Sponsoring durch den BVB genau ändern?

Würde Rheinmetall dann einen Panzer weniger bauen?
Würde dann die Munitionsfabrik in der Ukraine eingestellt?
Würde die Bundeswehr entwaffnet werden?


Gfs. tatsächlich ja. Soweit ich das mitbekommen habe, steht bei dem Werbedeal auf Seiten Rheinmetalls die Akquise von qualifiziertem Personal, also dem "War for Talents", um mal im richtigen Duktus zu bleiben, im Vordergrund. Da hilft die Werbung natürlich enorm, auch, um ein wenig aus der Schmuddelecke herauszukommen und somit attraktiv für entsprechendes Personal zu werden.>

Ehrlich gesagt ist mir lieber, dass Rheinmetal genügend Personal in der jetzigen Situation für die Produktion findet, als nicht. Deshalb bin ich trotz großer Bauchschmerzen für den Deal, auch wenn mir die Geschichte von Rheinmetal bewußt ist und ich mir keine Illusionen darüber mache, dass Rheinmetal überall hin verkaufen will, wo Profit lockt. Die Bundesregierung muss beim Thema Waffenlieferungen politisch eingreifen und engmaschig Grenzen setzen, was ja z.B. 2014 mit dem abgebrochenen Deal mit Russland (natürlich zu spät) mal funtionierte.

Sollte die Ukraine fallen, wird der Krieg von Russland ausgehend nicht am Ende sein.

Sollten die USA als großer Natopartner ausfallen und Europa durch die immer stärker werdenden nationalistischen Bewegungen weiter geschwächt werden, werden Ausweitungen der russischen imperialen Aggression auf Moldau, Georgien und auch die baltischen Staaten wahrscheinlich.
Der Wille in Russland dazu ist von Putin und Konsorten oft genug wiederholt worden.
Die Nato ohne USA und mit schwacher Führung in Europa (was in Frankreich nächstes Jahr passiert, weiß niemand. Und in Deutschland wächst der Einfluss von Höcke und Wagenknecht) wird kaum eine weitere russische Aggression stoppen können.

In den baltischen Ländern ist man sich dieser Gefahr (wie auch schon vor 2014 und 2022)
sehr bewußt. Ich war gestern noch in Riga. Die Stadt ist voll mit ukrainischen Fahnen,
weil die Menschen sehr konkrete Angst vor dem russischen Imperialismus haben.

Was hat das mit dem Deal zu tun?
Ich gaube nicht mehr an die heile Welt, dass wir ohne massive eigene Aufrüstung Chancen haben, Russland etwas entgegenzusetzen.
Europa und die Nato muss sich stark machen, sonst droht der Zerfall, sollten sich die USA
als starker Bündnispartner verabschieden.

Dass der BVB den Deal durchgezogen hat, ohne mit den Fans zu kommunizieren, wird in dem Aufruf berechtigterweise kritisiert. Der Aufruf von Bündnis Südtribüne und den Fanclubs richtet sich aber als solches gegen den Deal, den man (ab) Samstag auf Plakaten/ Bannern im Stadion kritisieren soll.

Auch wenn ich den Konzern Rheinmetal insgesamt, auch mit seiner schlimmen Historie, zum Kotzen finde, bin ich gegen den Fanprotest gegen den Deal.
Der Protest gegen den Deal setzt falsche Akzente in einer Zeit, wo der Zustand der Nato erbärmlich ist und die Gefahr von Russland ausgehend keine Einbildung ist.

Mein Fanclub ist übrigens auch Unterzeichner. Bei uns gab es keinerlei Diskussion dazu, sondern online eine Abstimmung, bei der ich zu der Minderheit dagegen gehöre.


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