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Fjörtoft twittert: Kahn vor Rauswurf (Spieltage)

Lattenknaller, Madrid, Freitag, 21.04.2023, 09:07 (vor 999 Tagen) @ Will Kane

Aber dass man den Vorstandsvorsitzenden nach 18 Monaten rausschmeisst, wäre ja schon enorm wild. Zumal es Oli Kahn ist und nicht grade der Lehrlinger.


Hoeneß war ein barocker Patriarch, der zwar oft nach Gutsherrenart an der Säbener herrschte, aber bei den Mitarbeitern des Clubs unglaublich beliebt war (und nach wie vor ist) Er stand für Zusammengehörigkeitsgefühl und ‚Familie‘. Er konnte aber auch mit den Vertretern der Anteilseignern im Aufsichtsrat umgehen und diese für sich gewinnen, wenn dies auch gegen Ende hin nicht mehr bei allen der Fall war.

Kahn hingegen hat sich von Beginn seiner Tätigkeit an im Club selbst unbeliebt gemacht. Zuerst hat er sich nicht ‚gezeigt‘, hat eine Agentur für teures Geld mit der Ausarbeitung eines neuen Leitbildes beauftragt. Heraus kam ein Sammelsurium moderner Phrasen. „Bayern AHEAD“ statt „Mia san Mia“. Unpersönliche Kälte statt familiärer Wärme. Hinzu kommt, dass Kahn selbst kein ‚Typ zum Anfassen‘ ist, während Hoeneß immer für alle ein Ohr hatte (und hat).

Entscheidend für Kahns Zukunft dürfte aber die Haltung der übrigen Aufsichtsratsmitglieder und somit der Anteilseigner sein. Denen dürfte die hausinterne Stimmung nicht entgangen sein und natürlich ist der sportliche Abstieg nebst des ganzen ‚FC Hollywood‘-Wirbels dort ein Thema. Hoeneß wurde als Selfmademanager, Erfolgstyp und Fußballfachmann immer mehr als geschätzt. Wenn man bei Kahn nicht mehr als Luftblase sieht, dürfte er es mehr als schwer haben Respekt zu erwerben. Senken die Anteilseigner die Daumen, ist Kahn Geschichte. Aber nur dann.

Habe in meiner Münchner Zeit mal ein paar Leute getroffen, die bei den Bayern gearbeitet haben, einmal Personal und zweimal Marketing. Das war vor der Kahn Zeit. Im Grunde ist das ja ein mittelständischer Betrieb einfach nur mit größerem Namen. Das Gehalt war normal. Aber das "Mia man mia" und das Renommee macht dann halt was her. Das war vor ein paar Jahren was ich hörte eher ein familiäres Klima. Was die Leute wollten. Wenn da Kahn einen internationalen Konzern draus machen wollte, ist das natürlich kontraproduktiv. Allerdings ist halt auch die Frage, ob die Motivation des Marketingmitarbeiters so eine Bedeutung für den sportlichen Erfolg hat. Geld machen die eh maximal. Mehr ginge nur wenn 50+1 wegfiele und die ihre TV-Rechte selber vermarkten könnten. Ich glaube nicht, dass Kahn gehen müsste, weil das Klima nicht mehr familiär genug ist, sondern weil man ihm einfach nicht zutraut, die richtigen Entscheidungen zu treffen und die für die Bayern wichtigen Connections im Sinne der Bayern zu nutzen. Aber das entscheiden nicht die Twitterer und Loddars dieser Welt, sondern vermutlich die drei, vier Strippenzieher im Hintergrund.


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