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Die Bayern werden Opfer ihrer verfehlten Besetzung von Führungspositionen (Spieltage)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Donnerstag, 20.04.2023, 15:32 (vor 999 Tagen) @ Knolli

Tel hat in Summe knapp 500 Minuten gespielt - in allen Wettbewerben zusammen - und wie zufrieden Gravenberch so mit seinen Einsatzzeiten ist, kannst du ihn ja mal fragen.

Tel ist 17, wird Ende des Monats 18. Da sollte man nicht allzuviel an Einsatzzeiten erwarten, wenn man einen talentierten Nachwuchsspieler behutsam aufbauen will. Und das ist mit ihm offensichtlich vor Vertragsabschluss auch so besprochen worden.

Wäre er zuletzt nicht längere Zeit verletzt ausgefallen, hätte Tel wahrscheinlich in den letzten Wochen bereits seinen Startelfeinsatz gehabt, da Choupo eben auch verletzt ausgefallen war. Gestern war es zu früh für ihn; wie man gestern allerdings sehen konnte, kam der Startelfeinsatz für Choupo ebenfalls zu früh. In den nächsten Bundesligaspielen dürfte es dann soweit sein, vielleicht schon in Mainz (obwohl dies für Choupo sicherlich immer ein besonderes Spiel sein dürfte).

Tel ist was seine Position auf dem Spielfeld anbelangt überdies noch in der Findungsphase. Ob Zentraler Stürmer, Halbstürmer oder Flügelstürmer - das wird sich noch herauskristallisieren müssen. Da wird er auch stark auf das Trainerteam angewiesen sein. Öffentliche Rüffel wie von Nagelsmann werden dabei wohl weniger hilfreich sein. Der Vorgänger Tuchels war nach einem attraktiven Tor Tels not amused, da er (bei beruhigender Führung) den Abschluss gesucht und nicht den Pass auf den besser postierten Coman gespielt hatte.

Bei Gravenberch ist die Situation schon eine andere. Der ist 20, war Stammspieler bei Ajax und hatte diverse Angebote zu wechseln, u.a. zu Liverpool. Der BVB war ebenfalls an ihm interessiert. Brazzo hatte ihn zu Bayern mit der Zusage von Einsatzzeiten im zentralen Mittelfeld gelockt. Nur ist Gravenberch ein Spieler für den geordneten Spielaufbau und mit einem solchen konnte der Pressingapologet Nagelsmann nicht viel anfangen. Dass zu Saisonbeginn Sabitzer (ein Wunschspieler des Trainers) für den verletzten Goretzka aufgestellt wurde (und seine Sache gut machte) und nicht der gerade neu verpflichtete Gravenberch konnte noch nachvollzogen werden. Doch mit der Rückkehr Goretzkas (der per Interview auf seinen Startelfeinsatz pochte) hatten weder Sabitzer, noch Gravenberch eine Chance bei Nagelsmann. Goretzka war gesetzt, trotz aller schwacher Auftritte und Fehler. Wenn man dann noch bei einem Kurzeinsatz einen Fehler begeht, wie er Gravenberch unterlaufen ist, und dafür öffentlich vom Trainer kritisiert wird, ist wachsender Unmut verständlich.

Liverpool und andere Clubs sind nach wie vor stark an Gravenberch interessiert und wollen ihn zur neuen Saison verpflichten. Tuchel könnte allerdings stärker auf Gravenberch setzen wollen, das ist noch nicht geklärt. Schwierig wird es allemale, weil die sportliche Leitung mit Laimer bereits einen neuen Spieler für das zentrale Mittelfeld verpflichtet hat. Ein „Pressingmonster“ wie Nagelsmann seinen Wunschspieler bezeichnet hat, der vielleicht weniger in Tuchels Vorstellungen passt. Da Kimmich und Goretzka ihre Startelfansprüche mit Sicherheit nicht zurückschrauben dürften, ist da noch jede Menge FC Hollywood - Potential vorhanden. Zumal Tuchel möglicherweise einen neuen Spieler für die Sechserposition fordern könnte.

Muss man alles nicht verstehen, aber was in Sachen Trainer- und Spielerverpflichtungen mit den sich daraus ergebenden Konsequenzen seit einiger Zeit bei Bayern abgeht, folgt (freundlich gesprochen) keiner nachvollziehbaren Logik. Dabei ist es völlig unerheblich, ob es sich um erfahrene Spieler oder Talente handelt. Das Ergebnis ist der schleichende bis sich beschleunigende Niedergang des FC Bayern von einer absoluten europäischen Topmannschaft zu einer Mannschaft auf dem Niveau der übrigen führenden Bundesligateams. Und das bei extrem hohen finanziellen Aufwendungen.

Ob Tuchel als neuer Trainer diese Entwicklung stoppen und wieder umkehren kann, bleibt abzuwarten. Ein hartes Stück Brot wird es allemale und kurzfristig ist dies wohl kaum zu erreichen. Welche Auswirkung das auf international begehrte Talente und junge Spieler haben wird, wird sich zeigen. Musiala ist ein Positivbeispiel und Tel hat das Potential, ein weiteres zu werden; Gravenberch ist ein eher abschreckendes Beispiel.

Man muss natürlich auch immer auf den Einzelfall schauen. Es gibt halt auch Spieler, die ihre Unzufriedenheit über fehlende Einsatzzeiten äußern, bei denen Nichtberücksichtigungen aber nachvollziehbar sind; siehe aktuell Mazraoui.


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