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Langsam werden die Bayern Opfer ihres eigenen Erfolgs (Spieltage)

qwpoeriu, 48° 09´ N, 11° 35´ O, Donnerstag, 20.04.2023, 14:31 (vor 999 Tagen) @ Basti Van Basten
bearbeitet von qwpoeriu, Donnerstag, 20.04.2023, 14:41

Bis vor Corona konnte man noch überall fertige oder fast fertige Weltklassespieler abwerben. Neuer, Götze, Hummels, Lewandowski, ect. Die sind jetzt alle mehr oder weniger in Rente und gleichwertigen Ersatz bekommen sie nicht mehr. Wer wie zum Beispiel Havertz ein gewisses Level erreicht geht heute nicht mehr zu Bayern, sondern zu Clubs, wo sie 30-40 Prozent mehr verdienen.

Weiß nicht, aus zweierlei Gründen. Als Dortmunder ist man natürlich geschädigt, weil sie da ins oberste Regal greifen, aber wann haben sie das woanders wirklich gemacht/machen können, gerade, weil der Pate vom Tegernsee doch immer auf "vernünftig" getan hat? Und dann ist da noch die Frage, wie hoch die Trefferquote bei diesen Transfers war und ob daraus wirklich ein Nachteil erwächst, wenn man sie bleiben lässt?

Neuer und Lewandowski waren natürlich absolute Volltreffer. Aber kamen aus der eigenen Liga von finanziell, sportlich unterlegenen und mit geringerem Renommee ausgestatteten Vereinen. Ob man Hummels und Götze in München noch einmal holen würde? Außer vielleicht, um die Konkurrenz zu schwächen? Hat man es beim genannten Havertz wirklich probiert?

In meiner Wahrnehmung - die muss aber nicht stimmen - kauft man doch ohnehin erst seit Ribéry wirklich konzentriert im Ausland ein. Und wenn man genauer hinsieht: Ribéry selbst kam aus Marseille. Cooler Verein, aber seit 1993 maximal im B-Regal beheimatet. Robben war in Madrid auf dem Abstellgleis. Martínez, ein Mega-Transfer, spielte in Bilbao. James, Coutinho, alles keine Stammspieler in anderen Topvereinen. Gnabry kam von Arsenal, damals ein Trümmerhaufen. Sané war in Manchester nicht Stamm. Tolisso hat viel gekostet, aber kam aus Lyon und war entweder verletzt oder Mittelmaß. Mag gut sein, dass ich jemanden übersehe, aber mir fällt nur ein wirklicher Statement-Transfer in dieser Zeit ein: Thiago, direkt aus Barcelona und da zumindest auf dem Sprung in die Stammelf. Und bei dem hatte man das Glück, durch Guardiola unter Druck gesetzt worden zu sein und von der Ausstiegsklausel zu wissen (war da nicht was mit dem Bruder als Berater oder so?).

Die wirklichen Klopper kamen doch erst unter Salihamidzic, oder übersehe ich etwas? Stichwort Hernandez für wahnwitzige 80 Mio. Nagetier für 25 Mio. Und: Auf dem Papier hat der FCB auch dieses Jahr entsprechende Namen bekommen: Mané hätte vermutlich jeder von uns Freizeitmanagern zu (fast) jedem Verein geholt, aber entpuppt sich offenbar als Fehlschlag. De Ligt wiederum scheint die Kohle wert zu sein. Cancelo ist auf dem Papier ein großer Name und war, fand ich, gestern ziemlich gut, generell keine Ahnung, es wird Gründe geben, warum der nie spielt. De Jong wollte, gerüchtehalber, unbedingt nach München, nur dass man eben schon Sabitzer und Gravenberch zusätzlich zu Kimmich und Goretzka geholt hatte (vielleicht neben dem Stürmer die größte Fehleinschätzung). Einen wirklich großen Unterschied zur Vor-Corona-Zeit erkenne ich da nicht, was die Namen angeht sogar eher das Gegenteil. Und nachdem nun von Hainer über Kahn bis Salihamidzic vollmundig ein Stürmer angekündigt wurde, können sie ja am Ende kaum "nur" mit einem Haller oder Thuram ums Eck kommen.

Aus meiner Außensicht wirkt es eher so als hätte Salihamidzic ein bisschen wie wir Kicker Interactive oder Comunio, nur eben mit (fast) unbegrenztem Budget, gespielt. Auf dem Papier (plärren sie doch immer herum) einen vorzeigbaren Spielerpool zusammengestellt, selbst Mourinho äußerte ja öffentlich Neid. Aber hat darüber vergessen (oder er war nicht in der Lage, das Problem zu erkennen), mal zu analysieren, wen/was man wirklich braucht. Ein bisschen der Pariser Weg, der anfängliche City-Weg, der frühere Real-Weg - und den beschreiten eben wirklich schon einige, finanziell besser aufgestellte Vereine.

Insofern empfinde ich dein Unken, sollte es zutreffend sein, eher als Bedrohung. Die richtig guten FCB-Transfers waren irgendwie selten die richtig teuren. Und Real zeigt seit ein paar Jahren doch auch, dass wenige, intelligente Transfers viel gefährlicher sind als zu kaufen, weil man es kann ...


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